Wie sich eine Depression im Alltag zeigt


Vielen Menschen mit Depressionen ist anfangs nicht bewusst, dass sie an einer psychischen Störung erkrankt sind. Möglicherweise gehen sie davon aus, dass es sich um eine vorübergehende Stimmungsschwankung handelt. Dauert dieser Zustand allerdings an, lässt sich die Depression im Alltag oft an konkreteren Dingen festmachen als einer gedrückten Stimmung.
Menschen mit einer Depression fühlen oft eine innere Leere, empfinden vieles als sinnlos oder mühevoll – das zeigt sich auch in einem verringerten Antrieb.2 Daneben treten weitere Anzeichen für eine Depression auf, die auch für andere Personen deutlich sichtbar sein können.
Folgende Verhaltensweisen sind typisch für die Erkrankung:2
Aufstehen fällt sehr viel schwerer als sonst.
Aufgaben im Haushalt wie Wäschewaschen, Geschirrspülen oder Aufräumen werden vernachlässigt oder fallen sehr schwer.
Körperliche Hygiene wie Duschen oder Kleidungwechsel werden ignoriert und das äußerliche Erscheinungsbild vernachlässigt.
Soziale Kontakte nehmen ab, oft stellt der bloße Gang vor die Tür eine Herausforderung dar.
Das Interesse an Hobbys ebbt ab.
Berufliche Aufgaben werden als schwerer wahrgenommen, weil die Fähigkeit, sich zu konzentrieren oder Entscheidungen zu treffen, eingeschränkt ist.
All diese Symptome sind gewöhnlich für Depressionen. Sie tragen keine Schuld an dieser Erkrankung. Schuldgefühle sind allerdings ebenfalls typisch für eine Depression.
Die Depression ist eine gut behandelbare Erkrankung. Neben einer psychotherapeutischen Behandlung, die sich mit Medikamenten kombinieren lässt, können Sie als betroffene Person selbst einiges dafür tun, dass es Ihnen besser geht.
Bei einer Depression ist das Selbstwertgefühl bei vielen Menschen stark reduziert – und damit oft auch das Gefühl von Selbsfürsorge.2 Diese jedoch ist wichtig, um in der Lage zu sein, liebevoll und fair mit sich selbst umzugehen. Um Selbstfürsorge zu üben, kann es helfen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen: Schreiben Sie dafür einen Brief an sich selbst aus der Perspektive eines mitfühlenden Mitmenschen, der verständnisvoll und akzeptierend auf Ihre Beschwerden eingeht.3 Auf diese Weise kann es leichter fallen, die aktuell geringere Belastbarkeit und die negativen Emotionen besser zu akzeptieren.
Routinen strukturieren den Alltag und vermitteln dadurch das Gefühl von Sicherheit. Bei Menschen mit einer Depression gehen gewohnte Routinen oft verloren, und diese wieder zu etablieren, kann viel Energie kosten. Wichtig ist daher, erstmal nur eine Tätigkeit zur täglichen Routine zu machen, z. B. jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen zu gehen. Ist diese gefestigt, lassen sich nach und nach weitere Routinen festigen. Routinen haben folgende Vorteile für die geistige Gesundheit:
Sie bieten Sicherheit, fördern die Konzentration und benötigen weniger Energie, weil es sich wiederholende Tätigkeiten sind und Sie sich weniger Gedanken machen müssen,
lindern dadurch Stress,
fördern die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, z. B. ob für weitere Tätigkeiten Zeit bleibt oder nicht, und
stärken das Selbstvertrauen und geben das Gefühl von Geborgenheit und Kontrolle.
Wichtig dabei ist, dass Sie auf Ihr eigenes Tempo achten, statt auf Perfektion abzuzielen, und sich dafür belohnen, wenn Sie es beispielsweise geschafft haben, eine Woche lang jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen.
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Artikel veröffentlicht im September 2026.
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Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben oder der Verdacht auf eine psychische Erkrankung besteht, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend qualifizierte Fachperson. Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder Lebensgefahr wählen Sie bitte umgehend den Notruf 112 oder suchen Sie sofort professionelle Hilfe auf.
Texthinweise
1.Neurologen und Psychiater im Netz: Krankheitsbild bzw. Erscheinungsformen von Depression. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/depressionen/krankheitsbild Abruf: 28.05.2026
2.Stiftung Gesundheitswissen. Woran erkenne ich eine Depression?https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/depression/allgemeines Stand: 31.03.2023, Abruf: 28.05.2026
3.American Psychiatric Association. Practicing Self-Compassion. https://www.psychiatry.org/news-room/apa-blogs/practicing-self-compassion Stand: 20.01.2025, Abruf: 28.05.2026
4.Beyond blue. Routines and mental health. https://www.beyondblue.org.au/mental-health/wellbeing/routines-and-mental-health Abruf: 28.05.2026
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