Was passiert bei einer Angststörung?


Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor Schaden schützen kann. Doch bei einer Angststörung treten irrational starke Ängste häufig ohne reale Gefahr auf, welche die Lebensqualität beeinflussen. Welche Formen treten häufig auf, und was tun bei dem Verdacht auf eine Angststörung?
Angst dient als natürlicher Schutz, der in gefährlichen Situationen hilft, Schaden zu vermeiden, zu fliehen oder riskantes Verhalten zu überdenken. Bei einer Angststörung treten jedoch irrational starke Ängste auf, zum Teil ohne eine reale Gefahr.1 Besonders wenn das alltägliche Leben von der Angst geprägt ist und dies einen Leidensdruck erzeugt, handelt es sich wahrscheinlich nicht mehr nur um Angst, sondern um eine Angststörung.
Angststörungen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern, was jedoch dadurch begründet sein kann, dass sie sich früher ärztliche Unterstützung holen und damit einhergehend eher statistisch erfasst werden. Generell sind Angststörungen eine häufige Diagnose, so wurden 2024 beispielsweise 8,1 % der Erwachsenen in Deutschland mit einer Angststörung diagnostiziert.2
Bei einer Angststörung entstehen psychische und körperliche Symptome. Zu den körperlichen Symptomen zählen unter anderem:1
Herzrasen
Muskelanspannung
Magenbeschwerden
Kurzatmigkeit
Zittern
Schwitzen
Erschöpfung
Schlafstörung
Konzentrationsstörung
Zudem erhöhen Angststörungen das Risiko für Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen.3 Auch eine Panikattacke wird in manchen Fällen von der Angst ausgelöst. Dabei entsteht unter Umständen das Gefühl von Schwindel oder ein Engegefühl in der Brust und Atemprobleme, die bis hin zur Todesangst führen, ohne dass eine reale Lebensgefahr besteht. Diese Panikattacken können auf eine Panikstörung hinweisen.4
Bei den Phobien tritt die Angst im Zusammenhang mit einem spezifischen Reiz auf. Häufige Auslöser sind:3
Spinnen
Höhe
Fliegen
Dunkelheit
Enge Räume
Bei der Sozialphobie betrifft die Angst die Interaktion mit anderen Menschen. Dabei entstehen zum Teil Ängste beim:3
Treffen von bestimmten Menschen
Menschenmengen
Essen in der Öffentlichkeit
Sprechen vor Menschen
Bei einer generalisierten Angststörung wird die Furcht übermäßig. Die Angst tritt damit nicht nur in einer bestimmten Situation, sondern in vielen Lebensbereichen auf. Zudem kommt die generalisierte Angststörung unter anderem zusammen mit Depressionen oder Panikstörungen vor.1
Es gibt bisher keine genaue Erklärung, warum einige Menschen im Laufe ihres Lebens eine Angststörung entwickeln und andere nicht. Ereignisse wie der Tod eines geliebten Menschen oder erbliche Faktoren begünstigen ihre Entstehung. Auch Alkohol oder Drogen sind in einigen Fällen Auslöser für die Angststörung.3
Angststörungen lassen sich gut in den Griff bekommen mit:1,3
Psychotherapie (Expositionstherapie, kognitive Verhaltenstherapie, etc.)
gezielten Entspannungstechniken
Atemtechniken
Medikamenten wie Antidepressiva
Selbsthilfegruppen
Das Verständnis für den Mechanismus, der zur Angst führt, ist ein erster wichtiger Schritt in der Therapie. Häufig geraten Menschen mit einer Angststörung in einen Teufelskreis, bei dem die negativen Gedanken Angst auslösen oder sie verstärken, so wiederum die körperlichen Symptome verstärken und die Angst intensivieren.3 Mit einer Therapie ist selbst bei starken Ängsten häufig schon nach einigen Wochen eine eindeutige Verbesserung spürbar.1 Scheuen Sie sich also nicht davor, Unterstützung zu suchen.
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Artikel veröffentlicht im September 2026.
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Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben oder der Verdacht auf eine psychische Erkrankung besteht, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend qualifizierte Fachperson. Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder Lebensgefahr wählen Sie bitte umgehend den Notruf 112 oder suchen Sie sofort professionelle Hilfe auf.
Texthinweise
1.Gesund.bund, Generalisierte Angststörung, https://gesund.bund.de/generalisierte-angststoerung , Stand: 05.02.2026, Abruf: 01.06.2026
2.Gesundheitsberichterstattung RKI, Angststörungen: Administrative Prävalenz (ab 18 Jahre) https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/PsychischeStoerungen/Angststoerung/AngststoerungenAdministrativePraevalenz/angststoerungenAdministrativePraevalenz_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0, Abruf: 01.06.2026
3.Gesundheit.gv.at, Angststörung, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/neurose/angststoerung-diagnose.html, Abruf: 01.06.2026
4.NHS, Anxiety, fear and panic, https://www.nhs.uk/mental-health/feelings-symptoms-behaviours/feelings-and-symptoms/anxiety-fear-panic/, Stand: 17.01.2023, Abruf: 01.06.2026