Clopidogrel - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Clopidogrel ist ein Arzneistoff, der zur Vorbeugung einer Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombose) angewendet wird. Es ist ein Wirkstoff, der umgangssprachlich auch Blutverdünner genannt wird. Clopidogrel ist ein Arzneistoff, der die Verklumpung von Blutplättchen hemmt. Dadurch verringert er das Risiko, dass sich unerwünschte Blutgerinnsel in Arterien bilden. Clopidogrel wird unter anderem nach einem Herzinfarkt oder bestimmten Schlaganfällen sowie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit eingesetzt.
Was ist Clopidogrel?
Clopidogrel hemmt im Zuge der Blutgerinnung das übermäßige Verklumpen der Thrombozyten und damit die Entstehung eines Blutgerinnsels. Aufgrund dieser Eigenschaft zählt Clopidogrel zu den Thrombozytenaggregationshemmern (TAH).
Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind kleine kernlose Zellbestandteile des Blutes. Bei einer Verletzung eines Blutgefäßes lagern sie sich an der verletzten Stelle an und verklumpen miteinander. Dieser Vorgang wird als Thrombozytenaggregation bezeichnet und ist ein wichtiger Bestandteil der Blutstillung.
Wie wirkt Clopidogrel?
Clopidogrel hemmt auf den Thrombozyten einen bestimmten Rezeptor, den sogenannten P2Y12-Rezeptor. Dadurch wird die Aktivierung und das Zusammenlagern der Thrombozyten gehemmt und das Risiko unerwünschter Blutgerinnsel in den Arterien verringert.
Die Thrombozytenaggregation wird durch Clopidogrel für die gesamte Lebenszeit des Thrombozyten gehemmt. Diese beträgt im 7-10 Tage. Da täglich neue Thrombozyten produziert werden muss die Einnahme von Clopidogrel täglich erfolgen, um eine deutliche Thrombozytenaggregationshemmung zu erreichen.
Clopidogrel ist ein sogenanntes Prodrug. Es muss erst von der Leber in seine Wirkform umgewandelt werden. Diese Umwandlung geschieht durch sogenannte CYP-Enzyme in der Leber. An der Aktivierung ist unter anderem das Enzym CYP2C19 beteiligt Es gibt Arzneimittel, die genau diese Umwandlung hemmen, dadurch kann Clopidogrel in seiner Wirkung beeinträchtigt werden. Ein bekannter Vertreter ist Omeprazol und Esomeprazol. Falls Sie unter eine Omeprazol Therapie Clopidogrel verschrieben bekommen haben, raten wir Ihnen, gemeinsam mit Ihrem Arzt über eine Alternative nachzudenken. Falls zusätzlich ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist, kann beispielsweise Pantoprazol eine geeignete Alternative sein, da die Wechselwirkung mit Clopidogrel geringer ausgeprägt ist.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Clopidogrel angewendet?
Clopidogrel wird unter anderem eingesetzt:
- nach einem Herzinfarkt oder bestimmten ischämischen Schlaganfällen,
- bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK),
- bei einem akuten Koronarsyndrom, zum Beispiel bei instabiler Angina pectoris oder Herzinfarkt,
- nach bestimmten Eingriffen an den Herzkranzgefäßen, beispielsweise nach dem Einsetzen eines Stents.
Je nach Erkrankung wird Clopidogrel allein oder zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) angewendet.
Eine Clopidogrel Filmtablette mit 75mg wird in der Regel einmal täglich immer zur gleichen Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.
Welche Nebenwirkungen können bei Clopidogrel auftreten?
Clopidogrel kann folgende Beschwerden verursachen (nachfolgend sind die häufigsten Beschwerden aufgezählt):
- Hämatome (blaue Flecken)
- Nasenbluten
- Magen-Darm-Blutungen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Sodbrennen
- Erhöhte Blutungsneigung, langsamere Blutgerinnung bei Verletzungen
Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen haben, beispielsweise wenn Sie regelmäßig bestimmte Schmerzmittel, Antidepressiva oder Entzündungshemmer nehmen, kann die gleichzeitige Einnahme eines Magenschutzes sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt welches Medikament sinnvoll ist.
Gibt es Wechselwirkungen mit Clopidogrel?
Clopidogrel kann Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln verursachen:
- CYP2C19 Inhibitoren wie unter anderem Omeprazol, Esomeprazol, Fluvoxamin, Fluoxetin, Moclobemid, Voriconazol, Fluconazol, Ticlopidin, Carbamazepin und Efavirenz
- Rifampicin kann das Blutungsrisiko weiter erhöhen
- Andere Arzneimittel, die die Blutgerinnung beeinflussen: Die Kombination mit beispielsweise ASS, Heparin oder Antikoagulanzien wie Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran, Warfarin oder Phenprocoumon kann das Blutungsrisiko erhöhen. Einige dieser Kombinationen werden bei bestimmten Erkrankungen gezielt ärztlich eingesetzt.NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure (ASS) mit 400 bzw. 500mg, Naproxen, Celecoxib, Etoricoxib und Parecoxib
- Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) wie Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin
Weitere Informationen
- Nehmen Sie Clopidogrel immer genau nach Absprache mit dem Arzt.
- Die empfohlene Dosierung ist 1x tägl. 75 mg Clopidogrel, täglich zur gleichen Zeit, unabhängig von Mahlzeiten
- Wenn versehentlich eine größere Menge eingenommen wird, soll der behandelnde Arzt sofort informiert werden.
- Wurde eine Einnahme vergessen, kann diese innerhalb 12 Stunden nachgeholt werden. Danach wird die normale Einnahme weitergeführt. Wird dieses erst nach mehr als 12 Stunden bemerkt, wird keine Einnahme nachgeholt, sondern mit der üblichen Dosierung weitergemacht.
- Die Einnahme soll nicht selbstständig abgebrochen werden.
Veröffentlicht am: 14.04.2022
Aktualisiert am: 01.09.2026
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- B01AC04
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
[1] https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Clopidogrel_27391
[2] Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2020
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