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Durchfall – Ursachen und Behandlung bei Diarrhoe

Durchfall - Ratgeber

Durchfall ist nicht nur unangenehm, er kann auch ernste Konsequenzen haben bzw. Symptom einer ernsten Erkrankung sein. Fakt ist: Durch den fortgesetzten Flüssigkeitsverlust leidet der Körper extrem. Lesen Sie im Ratgeber Ihrer Online Apotheke, woher es kommen kann und was Sie dagegen tun können.

Was ist Diarrhoe?

Wer häufig (mehr als dreimal pro Tag) flüssigen (bis wässrigen oder sogar blutig-schleimigen) Stuhlgang hat, leidet unter Durchfall, medizinisch: Diarrhoe.  Drei Arten lassen sich unterscheiden:

  1. die akute Diarrhoe (dauert maximal zwei Wochen)
  2. die anhaltende Diarrhoe (dauert zwischen vier und sechs Wochen)
  3. die chronische Diarrhoe (kann länger als sechs Wochen anhalten)

Viele Menschen leiden auch unter einem Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall, müssen an einigen Tagen mehrfach zur Toilette und dann wieder tagelang gar nicht. Ob dahinter eine psychische Ursache steckt oder aber etwa eine Erkrankung des Dünn- oder Dickdarms kann nur der Arzt abklären.

Durchfall: Symptome

Der flüssig-wässrige Stuhl bei mehr als drei Stuhlgängen pro Tag ist das Leitsymptom bei Durchfall. Hinzu kommt oft ein Krankheitsgefühl (Abgeschlagenheit, Erschöpfung), manchmal auch Erbrechen oder Schmerzen, z.B. Bauchkrämpfe, eventuell sogar Fieber.

Eine besondere Form des Stuhlgangs ist der sogenannte Fettstuhl, bei dem Betroffene auch häufig auf die Toilette müssen. Dahinter kann unter Umständen eine ernste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit stehen. Eine ärztliche Abklärung ist also extrem wichtig!

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Hinter einer Diarrhoe kann eine Vielzahl von Ursachen stecken. Manchmal führt mentaler Stress (etwas Angst vor einer Prüfung) dazu, dass sich die Arbeit des Magen-Darm-Traktes extrem beschleunigt. Eine solche akute Diarrhoe regelt sich dann erfahrungsgemäß von selbst. Ist die Ursache nicht so naheliegend, muss zunächst die Form der Diarrhoe unterschieden werden:

Akute Diarrhoe:

  • z.B. bei Magen-Darm-Infektionen. Verantwortlich sind dafür Viren (Noro- oder Rotaviren) oder Bakterien (z.B. Salmonellen). Vorsicht: Magen-Darm-Infektionen sind hoch ansteckend!
  • Unverträglichkeiten (z.B. Milchzucker)
  • Süßstoffe können vom Darm nur schwer verarbeitet werden. Das kann zu Störungen führen (sog. osmotische Diarrhoe)
  • Antibiotika-Therapie, weil durch die Antibiotika das sensible Darmsystem nachhaltig gestört wird.
  • Reizdarmsyndrom
  • Lebensmittelvergiftungen (so steigern z.B. Gifte von aufgenommenen Bakterien die Abgabe von Flüssigkeit – sog. sekretorische Diarrhoe)

Anhaltende bzw. chronische Diarrhoe:

  • Entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. Colitis ulcerosa (betrifft v.a. den Dickdarm) oder Morbus Crohn (hier sind besonders Dünn- und Dickdarm betroffen)
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

Wann zum Arzt bei Diarrhoe?

Bei starkem Durchfall, der länger als drei Tage dauert, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Dies gilt auch bei heftigem Durchfall (eventuell mit Erbrechen), vor allem wenn kleine Kinder oder ältere Menschen betroffen sind. Die starken Durchfälle entziehen dem Körper extrem viel Flüssigkeit und können lebensgefährlich werden.

Der Gang zum Arzt ist auch dann angezeigt, wenn Betroffene hohes Fieber, starkes Schwächegefühl oder heftiges Erbrechen zeigen. Ebenfalls eine eindeutige Indikation für einen Arzt: blutige oder eitrige Durchfälle.

Die Diagnose des Arztes kann vielfältig ausfallen: Infektion, Reizdarmsymptomatik oder aber schwere Erkrankung wie etwa eine Colitis ulcerosa – erst eine genaue Diagnostik bringt hier Klarheit. Ultraschall (Sonografie), eine Darmspiegelung oder Laboruntersuchungen können helfen, die Diagnose klar zu stellen.

Bei chronischem oder anhaltenden Durchfall (dessen Ursache geklärt ist), kommen zum einen vom Arzt verordnete Medikamente zum Einsatz, die zum Beispiel eine Entzündung bekämpfen, aber auch die Betroffenen können etwas tun:

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel meiden (sie blähen auf)
  • Keine fetten oder schwer verdauliche Speisen essen
  • Auf Süßstoffe (auch in Getränken) verzichten
  • Koffeinhaltige Getränke und Alkohol möglichst vermeiden

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Durchfall: Was tun?

Ganz wichtig: Handelt es sich um Infektion mit Viren, muss der Betroffene sofort isoliert werden, damit er niemand anderen ansteckt. Treten Infektionen mit Rotaviren in Kindergärten bzw. mit Noroviren in Altenheimen auf, muss das Gesundheitsamt verständigt werden.

Bei einer Salmonellen-Infektion muss geklärt werden, welche Nahrungsmittel mit den Keimen belastet sind, um eine Erkrankungsserie zu stoppen.

Und dann geht es noch um die Behandlung des Durchfalls selbst. Es gibt so starke Durchfälle, dass der Körper große Mengen an Flüssigkeit verliert, er droht auszutrocknen (zu dehydrieren). Vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen ist das die große Gefahr und kann sogar lebensbedrohlich werden.

Für die Betroffenen gilt:

  • Körperliche Schonung (Bettruhe)
  • Viel trinken (vor allem Tees mit Fenchel, Pfefferminz oder Kamille, aber auch spezielle Elektrolytlösungen), um den massiven Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In Einzelfällen werden Ärzte Infusionen legen, um den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu stabilisieren und einer Austrocknung (Dehydratation) entgegenzuwirken.
  • Leichte, fettarme Kost
  • Medikamente und Mittel gegen Durchfall sollten mit dem Arzt abgesprochen werden:
    • Motilitätshemmer (vermindern die Darmperistaltik)
    • Enkephalinasehemmer (blockieren ein Enyzm – Enkephalinase – und stoppen damit den heftigen Flüssigkeitsverlust)
    • Aktivkohle (bindet Gifte) wird nur noch in Einzelfällen eingesetzt
    • Probiotische Arzneimittel (binden die Erreger, unterstützen die Darmregeneration)
    • Antibiotika (wenn Bakterien die Ursache des Durchfalls sind)

 

Hausmittel: Was essen bei Durchfall?

Meistens haben die Betroffenen keinen Appetit und damit zeigt der Körper schon an, dass er Schonung braucht. Aber einige Lebensmittel helfen dem Darm, wieder ins Lot zu kommen:

  • Zwieback und Weißbrot: wirken leicht stopfend, weil sie Stärke enthalten, enthalten aber kaum Fett
  • Geriebener, ungeschälter Apfel: das Pektin in der Schale bindet Flüssigkeit im Darm, dickt den Stuhl etwas ein.
  • Zerdrückte Bananen: enthalten ebenfalls Pektin und führen dem Körper Kalium zu
  • Gekochte Möhren: auch eine Pektinquelle
  • Gemüsebrühe: gut gegen den Flüssigkeitsverlust und fettarm
  • Haferschleim: wirkt beruhigend auf Magen und Darm, beeinflussen die Darmflora positiv
  • Tees (ruhig mit einem Löffel Zucker), Wasser (oder Mineralwasser ohne Kohlensäure).

Vollkommen ungeeignet sind bei einer Diarrhoe Alkohol, Milchprodukte, Kaffee oder fette Speisen.

Cola und Salzstangen sind out

Was früher galt, ist heute out: Cola und Salzstangen bei Durchfall. Die zuckerhaltige Cola kann den Durchfall sogar verstärken, die Salzstangen bewirken im besten Fall gar nichts. Für Kinder sind Cola und Salzstangen absolut ungeeignet.

Durchfall auf Reisen: Vorbeugen ist besser als heilen

Gerade einem akuten Durchfall auf Reisen lässt sich gut vorbeugen:

  • Essen Sie nur gekochte Speisen, schälen Sie Obst vor dem Verzehr.
  • Nutzen Sie kein Leitungswasser (auch nicht zum Zähneputzen)
  • Verzichten Sie auf Eiswürfel in Getränken.
  • Waschen Sie sich gründlich und häufig die Hände (v.a. nach einem Toilettengang)

Wenn Sie ein Familienmitglied mit Durchfall pflegen, dann gelten auch hier die guten Hygieneregeln:

  • Waschen Sie sich häufig die Hände.
  • Wenn möglich: Geben Sie dem Kranken ein eigenes Zimmer und eine eigene Toilette.
  • Trennen Sie die Handtücher des Erkrankten von denen der übrigen Familie – und wechseln Sie sie häufig aus.
  • Reinigen Sie die Toilette, Badarmaturen etc., wenn der Erkrankte sie benutzt hat.

In der Regel ist nach wenigen Tagen auch der ärgste Durchfall überstanden. Bei häufiger auftretendem oder länger anhaltendem Durchfall muss der Arzt nach der Ursache forschen. So unangenehm Ihnen auch das Gespräch über dieses Thema sein mag. Sie können sicher sein: Ihr Arzt hat das alles schon mal gehört – und je eher Sie ihn konsultieren, umso schneller kann er Ihnen helfen.

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ICD Code(s)

ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.

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Expertenrat: Theresa Holler

Expertenrat

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