Dextromethorphan – Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Dextromethorphan ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt wird. Er gehört zur Wirkstoffgruppe der sogenannten Antitussiva (Hustenstiller). Dextromethorphan hilft gegen die Symptome, jedoch nicht gegen die Ursache von Reizhusten. Das Arzneimittel ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, zum Beispiel als Tablette oder Sirup. Es sollte nicht zu lange und nicht zu hoch dosiert eingenommen werden, da es zu einer Abhängigkeit gegenüber dem Wirkstoff kommen kann. Häufig können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und Schwindel auftreten.
Was ist Dextromethorphan?
Dextromethorphan ist ein Hustenstiller. Er wird zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten eingesetzt. Bei Reizhusten handelt es sich um einen trockenen Husten, der auch unproduktiver Husten genannt wird, weil betroffene Personen dabei kein Sekret (Auswurf) abhusten. Dextromethorphan unterdrückt den Hustenreiz.
Wie wirkt Dextromethorphan?
Dextromethorphan wirkt gegen den Hustenreiz, indem es das Hustenzentrum im Gehirn dämpft. Es blockiert dort die Andockstellen (Rezeptoren) für N-Methyl-D-Aspartat (NMDA -) und aktiviert Sigma-1- sowie bestimmte Rezeptoren für den Signalstoff Histamin (5-HT-Rezeptoren).
In der zur Hustenstillung empfohlenen Dosierung wirkt Dextromethorphan ausschließlich hustenstillend (antitussiv). Im Gegensatz zu einzelnen anderen Hustenstillern wirkt es weder schmerzlindernd noch stimmungsaufhellend und unterdrückt auch nicht die Atmung.
Der Wirkstoff ist chemisch ähnlich aufgebaut wie das Opioid Morphin, welches auch als Droge missbraucht wird. Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) kommt es immer wieder zu Missbrauchsfällen von Dextromethorphan. Zur Behandlung von Reizhusten korrekt dosiert und angewendet, ist die Wahrscheinlichkeit aber gering, dass Dextromethorphan abhängig macht.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Dextromethorphan eingesetzt?
Dextromethorphan wird gegen die Beschwerden bei Reizhusten (unproduktiver Husten, trockener Husten) eingesetzt. In einigen Ländern ist der Wirkstoff seit 2013 auch zur Behandlung bestimmter schmerzhafter Nervenerkrankungen (Neuropathien) zugelassen. Außerdem setzen Ärztinnen und Ärzte Dextromethorphan in Kombination mit Chinidinsulfat ein, um Menschen mit einer pseudobulbären Affektstörung (Affektinkontinenz) zu behandeln. Das ist eine Erkrankung, bei der betroffene Personen Schwierigkeiten haben, plötzlich auftretende, starke Gefühlsäußerungen zu kontrollieren.
Der Wirkstoff ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- als Lutschpastillen,
- Tabletten,
- Hartkapseln,
- Retardkapseln,
- Sirup,
- Tropfen und als
- Bestandteil in Erkältungsmitteln, die mehrere Substanzen enthalten.
Die Dosierung von Dextromethorphan hängt vor allem vom Präparat der Darreichungsform und Wirkstoffmenge sowie vom Alter des Patienten oder der Patientin ab.
Da ein gewisses Risiko besteht, von Dextromethorphan abhängig zu werden, sollte es nicht zu lange eingenommen werden:
- ohne ärztlichen Rat maximal fünf Tage
- ärztlich verordnet nicht länger als zwei bis drei Wochen.
Nicht eingenommen werden sollte Dextromethorphan in folgenden Fällen:
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Dextromethorphan
- Asthma bronchiale
- Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)
- Lungenentzündung
- Atemschwäche und Atemversagen
- Wenn gleichzeitig oder in den letzten zwei Wochen bestimmte Antidepressiva (MAO-Hemmer) eingenommen werden/wurden
Kinder unter sechs Jahren sollten nicht mit Dextromethorphan behandelt werden.
Während der Stillzeit darf Dextromethorphan ebenfalls nicht eingenommen werden, weil nicht auszuschließen ist, dass der Wirkstoff die Atmung des Säuglings unterdrückt.
In der Schwangerschaft sollte Dextromethorphan aufgrund unzureichender Datenlage nur in Ausnahmefällen und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
Welche Nebenwirkungen können bei Dextromethorphan auftreten?
Häufig auftretende Nebenwirkungen (bei mehr als einer von 100 Personen) von Dextromethorphan sind:
Sehr seltene Nebenwirkungen von Dextromethorphan sind:
- Benommenheit
- Halluzinationen
Da Dextromethorphan häufig zu leichter Müdigkeit führt, kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein. Dies ist zu beachten, wenn man aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen muss.
Wird Dextromethorphan als Droge missbraucht, kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Außerdem sind bei missbräuchlicher Anwendung Hautreaktionen möglich.
Gibt es Wechselwirkungen bei Dextromethorphan?
Es kann zu Wechselwirkungen (verstärkte oder abgeschwächte Wirkung) kommen, wenn Dextromethorphan gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen wird. Dazu zählen:
- Arzneimittel, die die Wiederaufnahme der Nervenbotenstoffe Serotonin und Noradrenalin beeinflussen, vor allem:
- Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, zum Beispiel Citalopram, Fluoxetin, Sertralin)
- Selektive-Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI wie Duloxetin, Venlafaxin)
- Trizyklische Antidepressiva (etwa Amitriptylin, Clomipramin, Imipramin)
- Arzneimittel, die das Enzym CYP2D6 beeinflussen, zum Beispiel:
- Antidepressiva (zum Beispiel trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, SSRI, SSNRI)
- Betablocker (beispielsweise Metoprolol, Nebivolol)
- H2-Blocker/H2-Rezeptor-Antagonisten (wie Cimetidin, Ranitidin)
- Antihistaminika (etwa Astemizol, Terfenadin)
Wird Dextromethorphan zusammen mit sekretlösenden Medikamenten (Sekretolytika) eingenommen, kann es zu einem gefährlichen Sekretstau kommen.
Veröffentlicht am: 14.01.2026
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- R05DA09
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
[1] Gelbe Liste Pharmindex. Dextromethorphan. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Dextromethorphan_10442
[2] Gelbe Liste Pharmindex. Warnung vor Dextromethorphan-Missbrauch. https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/dextromethorphan-missbrauch
[3] Mutschler Arzneimittelwirkungen. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart (2020).
[4] Pschyrembel. Online. Dextromethorphan. https://www.pschyrembel.de/Dextromethorphan/K0PP7/doc/
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