Lactulose – Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Lactulose gehört zu den Zweifachzuckern, die im Darmtrakt durch verschiedene Mechanismen die Verdauung anregen. Dazu gehören eine Erhöhung der Darmbewegung und ein Anreichern von Wasser im Stuhlgang. Zudem verringert Lactulose die Menge von Ammoniak im Darm. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Lactulose als mildes Abführmittel eingesetzt. Die Absenkung der Ammoniakkonzentration unterstützt die Therapie der Lebererkrankung hepatische Enzephalopathie, bei der sich aufgrund einer gestörten Leberfunktion Ammoniak anreichert. Lactulose wird oral mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Bestimmte Erkrankungen, etwa ein Darmverschluss oder Gelbsucht, sowie Unverträglichkeiten gegen diesen oder andere Zucker, wie Lactose oder Fructose, schließen eine Behandlung mit Lactulose aus. Für die Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit sind keine Risiken bekannt. Als mögliche Nebenwirkungen können beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden oder Hautprobleme wie Ausschläge und Juckreiz auftreten.
Was ist Lactulose?
Lactulose ist ein Zweifachzucker – auch Disaccharid genannt – der synthetisch aus den natürlichen Einfachzuckern Galactose und Fructose hergestellt wird. Die Schleimhaut des Darms kann Lactulose nicht spalten, eine Aufnahme über diesen Weg ist somit nicht möglich. Zur Aufspaltung sind nur bestimmte, im Dickdarm lebende Bakterien in der Lage.
Zu unterscheiden ist die künstlich hergestellte Lactulose vom Milchzucker Lactose. Lactose kommt natürlicherweise vor – als Hauptkohlenhydrat in Milch. Im Gegensatz zur Lactulose kann Lactose durch das Enzym Lactase verwertet werden, welches in der Dünndarmschleimhaut vorkommt. Bei manchen Menschen fehlt dieses Enzym oder ist nur geringfügig vorhanden – dann kommt es zur Lactoseunverträglichkeit.
Wie wirkt Lactulose?
Lactulose passiert den Dünndarm unverändert und wird erst im nachfolgenden Dickdarm aufgespalten. Dabei entstehen als Spaltprodukte unter anderem Milch- und Essigsäure. Diese Säuren fördern die Darmbewegungen, die sogenannte Peristaltik. Zudem halten sie Wasser zurück. Dieser Vorgang, auch osmotische Wasserretention genannt, verursacht ebenfalls ein verstärktes Zusammenziehen des Darms. Außerdem erhöht das zusätzliche Wasser das Volumen des Stuhls und macht ihn weicher.
Darüber hinaus senkt Lactulose den pH-Wert im Dickdarm und sorgt so für ein saures Milieu. Das wiederum führt zu einer geringeren Aufnahme von Ammoniak im Darmtrakt. Zusätzlich hemmt der Zweifachzucker ein Enzym bestimmter Darmbakterien (Urease), so dass diese weniger Ammoniak bilden können. Lactulose verringert demnach durch verschiedene Mechanismen die Ammoniakkonzentration im Darm.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Lactulose eingesetzt?
Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften lassen sich mit Lactulose folgende Beschwerden oder Erkrankungen behandeln:
- Verstopfung (Obstipation)
- Erkrankungen, die einen weicheren Stuhlgang erfordern (wie Hämorrhoiden sowie Operationen im Enddarm oder Analbereich)
- Hepatische Enzephalopathie
Die hepatische Enzephalopathie ist eine Lebererkrankung, bei der der Entgiftungsmechanismus der Leber nur noch unzureichend arbeitet. Dadurch reichern sich toxische Stoffwechselprodukte – vor allem Ammoniak – an, die Funktionen des zentralen Nervensystems beeinträchtigen können. Dies führt beispielsweise zu eingeschränktem Denkvermögen, erniedrigtem Bewusstsein bis hin zu einem Koma.
Lactulose-haltige Präparate werden oral eingenommen. Es gibt verschiedene Anwendungsformen, etwa Pulver, Lösungen oder Sirup. Wie bei allen Abführmitteln ist es während der Behandlung wichtig, ausreichend Flüssigkeit einzunehmen. Etwa 1,5 bis zwei Liter über den Tag verteilt sind ideal.
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Lactulose darf nicht eingenommen werden bei
- Überempfindlichkeit gegen die Substanz
- einem kompletten oder teilweisen Darmverschluss (Ileus)
- einem Darmdurchbruch oder erhöhtem Risiko dazu
- Gelbsucht (Ikterus)
- Lactose- oder Fructoseunverträglichkeit
- einer Aufnahmestörung für Glucose und Galactose
- Störungen des Wasser- und Salz-(Elektrolyt-)Haushalts, zum Beispiel durch hormonelle Probleme
- entzündlichen oder akuten Magen-Darm-Erkrankungen, besonders mit Begleitsymptomen wie Erbrechen und Fieber
Für Lactulose gelten bei bestimmungsgemäßer Anwendung keine Einschränkungen während der gesamten Schwangerschaft sowie der Stillzeit. Auch Kinder können Lactulose unter ärztlicher Aufsicht einnehmen. Bei Kleinkindern und Neugeborenen ist eine Einnahme in der Regel nicht vorgesehen, da es die normalen Reflexe für Stuhlgänge stören kann.
Wenn ein gastrokardiales Syndrom (Roemheld-Syndrom mit Herzbeschwerden durch übermäßige Gasansammlung im Magen-Darmtrakt) oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache bestehen, ist vor Einnahme von Lactulose eine ärztliche Besprechung ratsam.
Sind Neben- und Wechselwirkungen bei Lactulose möglich?
Bei der Einnahme von Präparaten mit Lactulose kann es mitunter zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Folgende Beschwerden sind beschrieben worden:
- Magen-Darm-Probleme wie Bauchschmerzen, Durchfall, Krämpfe, Blähungen
- Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts
- niedriger Kalium- oder Natriumspiegel im Blut
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Hautprobleme wie Ausschläge, Juckreiz und Nesselsucht
Es ist ratsam, die gleichzeitige Einnahme von anderen Arzneimitteln vorab medizinisch abzuklären. Mögliche Wechselwirkungen sind mit folgenden Wirkstoffen oder Medikamenten bekannt:
- Diuretika (entwässernde Medikamente)
- Glukokortikoide (wie Kortison)
- Bestimmte Antimykotika (wie Amphotericin B)
- Glykoside (wie blutverdünnende Cumarine)
Veröffentlicht am: 14.08.2025
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- A06A11
- Quelle: Gelbe Liste
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Hormontherapie – ein Begriff für verschiedene Therapieansätze
[1] Embryotox.de. Lactulose. https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/lactulose
[2] Gelbe Liste Pharmindex. Lactulose – 1 A Pharma®, 66,7 g/100 ml Sirup (Beipackzettel). https://www.gelbe-liste.de/produkte/Lactulose-1-A-Pharma-66-7-g-100-ml-Sirup_357270
[3] Gelbe Liste Pharmindex. Lactulose. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lactulose_819
[4] Gelbe Liste Pharmindex. Lactulose: Änderung der Produktinformation. https://www.gelbe-liste.de/ema-prac/lactulose-aenderung-produktinformation
[5] Pschyrembel. Online. Disaccharidasen. https://www.pschyrembel.de/Disaccharidasen/
[6] Pschyrembel. Online. Hepatische Enzephalopathie (HE). https://www.pschyrembel.de/Hepatische Enzephalopathie/
[7] Pschyrembel. Online. Lactulose. https://www.pschyrembel.de/Lactulose/
[8] Pschyrembel. Online. Laktose. https://www.pschyrembel.de/Laktose/
[9] Pschyrembel. Online. Roemheld-Syndrom. https://www.pschyrembel.de/Roemheld-Syndrom/
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