Placebos – Medikamente ohne Wirkstoff
Bei Placebos handelt es sich um Arzneimittel ohne pharmazeutisch wirksame Substanzen. Sie enthalten lediglich Inhaltsstoffe, die notwendig sind, um die gewünschte Form, das Aussehen, die Konsistenz und den Geschmack des fertigen Produkts zu erhalten. Dennoch kommt es bei der Verabreichung dieser Mittel häufig zu Wirkungen, die anhand der Zusammensetzung nicht zu erwarten wären.
Was Placebos bewirken können – der Placeboeffekt
Scheinmedikamente sind ein wesentlicher Bestandteil der klinischen Forschung. In Versuchen zu Wirkungen neuer Medikamente stellte sich heraus: Eine Wirkung erzielten nicht nur die getesteten Mittel, sondern auch die zu Vergleichszwecken eingesetzten, denen die wirksame Substanz fehlte. Diese wissenschaftlich belegte Reaktion wird als Placebo-Effekt bezeichnet. Es ist noch nicht abschließend erforscht, welche biochemischen Abläufe dabei konkret ablaufen. Die positive Erwartungshaltung der Probanden scheint jedoch einer der Schlüsselfaktoren zur Wirksamkeit der Scheinmedikation zu sein. Diese bewirkt die Hoffnung auf Linderung oder Heilung, was eine vermehrte Ausschüttung schmerzlindernder Endorphine auslösen kann. Lange Zeit herrschte die Meinung, eine Wirkung würde nur eintreten, wenn die Patienten nichts von der Scheinmedikation wüssten. Eine Studie aus dem Jahr 2010 ergab: Bei Testpersonen, die von der Scheinmedikation wussten, zeigten sich überraschenderweise bessere Erfolge als bei der Vergleichsgruppe, die nichts davon wusste.