Bartholinitis - Behandlung, Symptome und Ursache

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Der häufigste Grund für eine Schwellung im weiblichen Genitalbereich ist die Bartholinitis. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung, die den Ausführungsgang einer der beiden Bartholin-Drüsen betrifft. Die Erkrankung tritt vor allem bei jüngeren Personen auf. Ursache sind Bakterien, die vom Scheidenvorhof in den Ausführungsgang der Drüsen einwandern. Verklebt dieser, kann sich hier gebildeter Eiter nicht mehr abfließen, und das umgebende Gewebe schwillt an – ein Bartholin-Empyem entsteht. Breitet sich dieses weiter aus, bildet sich ein Abszess. Die Behandlung richtet sich nach den auftretenden Symptomen: Im Frühstadium genügen beispielsweise Sitzbäder mit desinfizierenden Zusätzen und eventuell schmerzstillende Wirkstoffe. Bei Zysten oder Abszessen ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig.
Was ist eine Bartholinitis?
Die Bartholinitis zeigt sich als stark schmerzhafte Schwellung im weiblichen Genitalbereich. Sie betrifft Erwachsene jeden Alters, tritt jedoch gehäuft bei jüngeren und sexuell aktiveren Personen auf. Ursache ist eine Infektion des Ausführungsgangs der Bartholin-Drüse, in der Medizin als Glandulae vestibulares majores bezeichnet.
Wie äußert sich eine Bartholinitis?
Typisch für die Bartholinitis sind – meist einseitig auftretende – starke Schwellungen und Rötungen im hinteren Drittel der Schamlippen. Die Schwellung kann so groß wie eine Pflaume oder ein Hühnerei werden und starke Schmerzen verursachen, die insbesondere beim Gehen, im Sitzen, beim Geschlechtsverkehr sowie bei Berührung auftreten. Manche Betroffene bekommen zudem Fieber oder fühlen sich abgeschlagen.
Was verursacht eine Bartholinitis?
Ursache der Bartholinitis ist eine einseitige Entzündung im Gang der Bartholin-Drüse – echte Drüseninfektionen sind selten. Die Bartholinitis tritt auf, wenn Bakterien aus dem Scheidenvorhof in den Ausführungsgang einwandern. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:
- Gelangen krankmachende Keime wie Gonokokken in die Drüse, kommt es aufgrund des Befalls zu einer Verstopfung des Ausführungsgangs.
- Es ist auch möglich, dass der Ausführungsgang beispielsweise aufgrund einer Geburtsverletzung oder eines Traumas verengt ist. In der Folge kommt es zum Anschwellen der Drüse und daraufhin zu einer Infektion mit Darmkeimen.
Das von der Drüse produzierte Sekret kann nicht mehr abfließen und staut sich. Dies bezeichnen Fachleute als Empyem. Seltener breitet sich die Infektion in die Umgebung aus und es bildet sich ein neuer, mit Eiter gefüllter Hohlraum. Dieser Abszess kann so groß werden, dass er den Scheideneingang verschließt.
Bei immer wiederkehrender oder langandauernder (chronischer) Bartholinitis kann sich durch den Verschluss des Ausführungsgangs eine Bartholin-Zyste bilden: Das Sekret wird zwar gestaut, die Zyste ist jedoch nicht entzündet und verursacht keine Schmerzen. Bartholin-Zysten können etwa haselnuss- bis hühnereigroß werden und teilweise über Jahre bestehen. Da sich Bakterien in der Flüssigkeitsansammlung gut vermehren können, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Zysten bilden sich häufig bei unzureichender Behandlung. Im Laufe ihres Lebens entwickeln etwa 2-3 % der Frauen einer Bartholin-Zyste oder einen Abzess.
Wie wird die Diagnose Bartholinitis gestellt?
Anlaufstelle bei Schwellungen im Bereich der Schamlippen ist die gynäkologische Praxis. Die Untersuchung startet gewöhnlich mit der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), mit deren Hilfe sich das medizinische Personal ein Bild von der betroffenen Person sowie den Beschwerden macht. Es folgt die gynäkologische Untersuchung, in der der Gynäkologe oder die Gynäkologin die geschwollene Stelle begutachtet. In der Regel lässt sich die Bartholinitis per Blickdiagnose feststellen, das heißt, dass die Beschwerden derart eindeutig sind, dass sie bereits beim Betrachten einer Erkrankung zugeordnet werden können. Ob sich bereits ein Abszess gebildet hat, erkennt die ärztliche Fachkraft durch Abtasten: Die Schwellung fühlt sich prall-elastisch – ähnlich einem Daumenballen – an, lässt sich vom umliegenden Gewebe gut abgrenzen und zeigt beim Untersuchen wellenförmige Bewegungen.
Um die Therapie auf den auslösenden Erreger abstimmen zu können, ist manchmal ein mikrobiologischer Abstrich, zum Beispiel des Eiters, notwendig. In einigen Fällen ist zudem eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) hilfreich. In diesem Fall ist die Bartholinitis als glatt begrenzte und flüssigkeitsgefüllte Struktur zu sehen.
Wie sieht die Behandlung bei Bartholinitis aus?
Die Behandlung der Bartholinitis hängt von der Ausprägung der Infektion ab. Milde Formen lassen sich häufig durch Zugsalbe, Wärmebehandlungen, Rotlicht, Umschläge sowie Sitzbäder erfolgreich behandeln. Manchmal hilft es, die Stelle zu kühlen. Ebenso kann eine naturheilkundliche Therapie versucht werden. Helfen können beispielsweise Akupunktur, Bachblüten oder pflanzliche Mittel. Bei Bedarf können Salben mit schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen auf die Schwellung gegeben werden.
Eingesetzt werden beispielsweise Diclofenac oder Kompressen, welche mit einem keimmindernden Wirkstoff wie Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat angefeuchtet wurden. Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur erforderlich, wenn Gonokokken die Bartholinitis ausgelöst haben. Zudem kann sie bei ausgeprägter Entzündung sinnvoll sein, um der Bildung eines Abszesses vorzubeugen, sowie bei immer wieder auftretenden Entzündungen der Bartholin-Drüse (Rezidiven).
Im fortgeschrittenen Stadium, wenn bereits ein Bartholin-Abszess, -Empyem oder -Zyste vorliegt, ist eine chirurgische Behandlung notwendig. Hierfür wird das Gewebe im Bereich der betroffenen Schamlippe örtlich betäubt. Anschließend setzt das medizinische Personal einen kleinen Schnitt an der Schamlippe, sodass die enthaltene Flüssigkeit sowie der Eiter abfließen können. Anschließend wird ein Katheter für mindestens vier Wochen eingesetzt. Dieser ermöglicht einen kontinuierlichen Ablauf.
In manchen Fällen wird eine Marsupialisation (Auskrempelung) durchgeführt. Dazu wird die prall gefüllte Drüse seitlich geöffnet. Dann wird die innere Drüsenwand so an die äußere Haut der Vulva vernäht, dass eine kleine Öffnung bestehen bleibt, durch die der Eiter abfließen und der Abszess abheilen kann. Die Funktion der Drüse bleibt bei diesem chirurgischen Eingriff erhalten. Nach der Operation sind Sitzbäder mit Kamillenextrakt oder Kaliumpermanganat sowie Wundspülungen empfehlenswert. Antibiotika sind nicht notwendig. Ist der geschaffene Ablauf nicht breit genug, kann es erneut zu einer Bartholinitis kommen, oder es kann sich eine Zyste bilden. In diesen Fällen muss unter Umständen die gesamte Drüse entfernt werden. Der Fachausdruck hierfür ist Bartholinektomie.
Was können Sie selbst bei Bartholinitis tun?
Die Bartholin-Drüsen entzünden sich, wenn Krankheitserreger aus dem Scheidenvorhof in die Ausführungsgänge gelangen. Vorbeugen lässt sich einer Bartholinitis daher mit der Verwendung von Kondomen sowie einer normalen Intimhygiene. Zu häufiges und intensives Waschen, die Verwendung von reichlich Seife oder Intimsprays zerstört allerdings das Scheidenmilieu und erleichtert den Krankheitserregern das Eindringen. Bei einer Infektion ist es sinnvoll, sich frühzeitig ärztlichen Rat zu holen. Denn wird die Entzündung nicht richtig behandelt, besteht die Gefahr, dass sich diese verschlimmert oder sich Bartholin-Zysten bilden. Zudem senkt eine angemessene Therapie das Risiko, erneut eine Bartholinitis zu entwickeln.
Veröffentlicht am: 14.10.2026
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ICD Code(s)
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- N75
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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Quellen
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