COPD - Symptome, Stadien und Ursachen

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COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Atemwege entzündet und verengt sind. Sie ist nicht heilbar, aber eine frühzeitige Diagnose und Therapie können den Verlauf positiv beeinflussen. Hauptursache ist das Rauchen, doch auch Luftverschmutzung und genetische Faktoren können zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Die Beschwerden umfassen Husten, Atemnot und Auswurf, die sich bei Belastung verschlimmern. Ziel der Behandlung ist es, die Lungenfunktion zu erhalten, Beschwerden zu lindern und Verschlechterungen vorzubeugen. In schweren Fällen kann eine Sauerstofftherapie notwendig sein. Eine aktive Lebensweise und der enge Austausch mit behandelnden Fachkräften helfen Betroffenen, ihre Lebensqualität zu verbessern.
Was ist COPD?
Die COPD ist eine chronische Atemwegs- und Lungenerkrankung, bei der sich die Atemwege entzünden und fortschreitend verengen. Die englische Abkürzung COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar.
In Europa sind Schätzungen zufolge rund 30 bis 40 Millionen Menschen von COPD betroffen, und die Zahl der Erkrankten nimmt weiter zu. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen. Wird die COPD erst spät erkannt, ist das Lungengewebe bereits so stark geschädigt, dass sich die Veränderungen nicht mehr rückgängig machen lassen.
Die Erkrankung lässt sich in zwei Formen unterteilen, die oft kombiniert in verschiedenen Ausprägungen auftreten:
- COPD mit chronischer Entzündung der Atemwege
- COPD mit Zerstörung von Lungengewebe (Lungenemphysem)
Ein Lungenemphysem entsteht, wenn die Trennwände zwischen den Lungenbläschen dauerhaft zerstört werden, wodurch große, luftgefüllte Räume entstehen. Dies reduziert die Menge an Sauerstoff, der von der Lunge aus ins Blut gelangt.
Wie äußert sich eine COPD?
Die meisten Menschen bemerken eine COPD zuerst kaum und führen etwaige Beschwerden auf das Alter oder Tabakkonsum zurück. Oft macht sich die Erkrankung erst nach einem Infekt bemerkbar, wenn die Bronchien über längere Zeit Probleme bereiten.

Typische Beschwerden bei einer COPD sind:
- Husten, oft mit Auswurf, besonders am Morgen
- Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe
- Geräusche beim Atmen wie Pfeifen oder Brummen
- Gelegentlich Engegefühl in der Brust
- Wasseransammlungen in Beinen und Armen
- Gewichtsverlust bei fortgeschrittenen Erkrankungsstadien
In fortgeschrittenen COPD-Stadien beeinträchtigt die Erkrankung weitere Organe, insbesondere das Herz, aber auch die Muskulatur und Stoffwechselorgane. Viele Menschen mit COPD sind zusätzlich von Blutarmut, Muskelabbau und Gewichtsverlust betroffen.
Ärztliche Fachleute unterteilen die COPD abhängig von den Beschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf in drei Schweregrade: leichte, mittelgradige und schwergradige COPD. Eine leichte COPD ist gekennzeichnet durch Husten und Auswurf am Morgen sowie einer leichten Atemnot bei Belastung. Bei einer schwergradigen COPD husten die Betroffenen sowohl tagsüber als auch in der Nacht, der Rachen ist ständig verschleimt, wobei sich der Schleim kaum abhusten lässt, und die Atemnot tritt bereits bei geringen Belastungen auf. Je nachdem, welche Beschwerden am schwersten ausgeprägt sind, erfolgt die Einteilung in den entsprechenden Schweregrad.
Was verursacht eine COPD?
Die häufigste Ursache mit mehr als 80 Prozent ist Rauchen. Zigarettenrauch enthält zahlreiche verschiedene Substanzen, die allein bereits schädlich sind, sich aber in ihren Wechselwirkungen gegenseitig verstärken. Auch das Passivrauchen, bei dem der Tabakrauch anderer eingeatmet wird, oder der dauerhafte Gebrauch von Wasserpfeifen, Tabak-Erhitzern und E-Zigaretten können zu einer COPD führen.
Menschen, die nie geraucht haben, können ebenfalls an COPD erkranken. Gründe dafür sind zum Beispiel:
- Genetische Veranlagungen
- Schadstoffe in der Luft
- Berufsbedingtes langjähriges Einatmen von Staub, Gasen oder Dämpfen beispielsweise im Bergbau, bei der Getreideverladung oder beim Schweißen
- Häufige Infektionen der Atemwege in der Kindheit
- Frühgeburt
Ein angeborener Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT-Mangel) gehört ebenfalls zu den Risikofaktoren. AAT ist ein Botenstoff, der den Eiweißabbau im Körper hemmt. Fehlt AAT, kommt es zu einer Schädigung des Lungengerüsts, was wiederum die Entwicklung eines Lungenemphysems fördert. Menschen mit einem AAT-Mangel entwickeln häufig bereits vor dem 40. Lebensjahr eine COPD.
Wie wird die Diagnose einer COPD gestellt?
Die medizinische Fachperson erhebt zunächst die Art und Dauer der Beschwerden sowie wichtige Risikofaktoren, etwa Rauchgewohnheiten oder berufliche Belastungen. Anschließend untersucht sie den Brustkorb der betroffenen Person durch Abhören. Bei einer mittelschweren bis schweren COPD lassen sich Atemgeräusche wie Pfeifen und Brummen feststellen. Weitere Symptome, die das ärztliche Personal während der Untersuchung erfasst, sind:
- Wasseransammlungen an den Knöcheln und Beinen
- Violette bis bläuliche Verfärbung beispielsweise der Lippen, Zunge oder Mundschleimhaut
- Starke Abmagerung
- Verdickung an den Fingerendgliedern (Trommelschlegelfinger)
Ein wichtiges Diagnoseinstrument ist der Lungenfunktionstest (Spirometrie), der einfach durchzuführen und in der Regel schmerzfrei ist. Dabei misst ein Gerät, wie viel Luft die Betroffenen ein- und ausatmen können und wie schnell das geht.
Um die COPD vom Asthma zu unterscheiden, erfasst die medizinische Fachkraft, ob sich die Verengung der Bronchien aufheben lässt. Die Betroffenen inhalieren dazu ein bronchienerweiterndes Medikament und führen kurz davor und kurz danach den Lungenfunktionstest durch.
Eine Ganzkörper-Plethysmografie ist ähnlich wie die Spirometrie ein Verfahren, um die Lungenfunktion zu messen. Medizinische Fachkräfte setzen es ein, wenn sich die Verengung der Atemwege über den einfachen Lungenfunktionstest nicht sicher nachweisen lässt. Betroffene sitzen während der Messung in einer luftdichten Messkammer und atmen durch ein Mundstück ruhig ein und aus. Gleichzeitig erfasst ein Gerät die Daten zur Lungenfunktion.
Im weiteren Verlauf können je nach Fragestellung zusätzliche Maßnahmen erfolgen. Dazu zählen beispielsweise Blutuntersuchungen, Beurteilungen der Herzfunktion und bildgebende Verfahren mittels Röntgen oder Computertomografie (CT).
Wie sieht die Behandlung bei einer COPD aus?
Die Behandlung zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern und die bestmögliche Lungenfunktion beizubehalten. Menschen mit einer schweren COPD soll die Behandlung dabei helfen, den Alltag eigenständig zu bewältigen.
Die wichtigste Maßnahme für Menschen, die rauchen, ist es, mit dem Rauchen aufzuhören. Weitere nicht medikamentöse Behandlungen haben ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Therapie. Dazu zählen unter anderem:
- Körperliches Training: Regelmäßiges körperliches Training stärkt die Belastungsfähigkeit und verbessert die Lebensqualität. Zudem sinkt das Risiko für plötzliche Verschlechterungen des Gesundheitszustands. In speziellen Lungensportgruppen haben Menschen mit COPD die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung gezielt zu trainieren. Wichtig ist, dass sich Betroffene eine Sportart aussuchen, die sie gerne und problemlos ausüben können.
- Atemübungen (Atem-Physiotherapie): Individuell angepasste Atemübungen können die Atmung und COPD-Beschwerden im Alltag positiv beeinflussen. Sie dienen als Ergänzung zu den sportlichen Aktivitäten mit dem Ziel, die Atemfunktion zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen.
- Schulungen: Schulungen vermitteln umfassendes Wissen über die eigene Erkrankung, den korrekten Umgang mit Medikamenten, einen gesunden Lebensstil und Selbsthilfetechniken. Die Selbsthilfetechniken helfen, akut auftretende Atemnot zu verhindern oder zu reduzieren. Sie finden sowohl ambulant als auch stationär, beispielsweise im Rahmen einer Rehabilitation, statt.
- Ernährung: Eine Ernährungsberatung kann COPD-Betroffenen helfen, ungünstige Essgewohnheiten zu ändern und Fragen zu einer ausgewogenen Ernährung und dem Gewichtsmanagement zu klären. In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten.
- Atemgeräte: Bei schweren COPD-Verläufen kann die Lunge nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen. In diesen Fällen verbessert eine Langzeitsauerstofftherapie die Sauerstoffversorgung.
In der Behandlung der COPD spielen auch Medikamente eine wichtige Rolle. Diese können die Beschwerden lindern oder zum Verschwinden bringen, den Verlauf der Erkrankung verlangsamen und akuten Erkrankungsschüben vorbeugen. Ausschlaggebend sind die Symptome, das Erkrankungsstadium und mögliche Begleiterkrankungen. Die Basistherapie besteht aus Wirkstoffen wie Betamimetika und Anticholinergika, welche die Atemwege erweitern und inhalierbar sind (Bronchodilatatoren). Treten häufig Verschlechterungen auf oder liegt eine Mischform von Asthma und COPD vor, kommen kortisonhaltige Präparate zum Einsatz. Bei akuten Verschlechterungen kann der entzündungsreduzierende Wirkstoff Roflumilast helfen, die Beschwerden zu lindern.
Was können Sie selbst bei COPD tun?
Trotz COPD können Sie gezielt Ihre Gesundheit fördern und den Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen. Falls Sie rauchen, versuchen Sie, es sich abzugewöhnen. Ein Rauchstopp ist das Beste, was Sie Ihrer Lunge und Ihrer Gesundheit schenken können.
Seien Sie aktiv und suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Freude bereitet. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Belastbarkeit und reduziert die Atemnot.
Suchen Sie bei Verschlechterungen rechtzeitig eine ärztliche Praxis auf. Gerade im Herbst und Winter treten häufig mehr Beschwerden auf, ausgelöst durch Bakterien und Viren. Ihre behandelnde Fachkraft kann dann entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten.
Veröffentlicht am: 20.07.2026
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Quellen
[1] Deutsche Atemwegsliga e. V. COPD. https://www.atemwegsliga.de/copd.html
[2] Pschyrembel. Online. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). https://www.pschyrembel.de/COPD/K0QAG/doc/
[3] Helmholtz Zentrum München. COPD: Chronisch obstruktive Lungenkrankheit. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/
[4] Deximed. Hausarztwissen online. https://deximed.de/home/klinische-themen/lunge-atemwege/krankheiten/obstruktive-erkrankungen/copd#therapie
[5] Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie COPD der Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) Stand 12/2024. https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-003pat_S3_COPD_2024-12.pdf
[6] EFA COPD on patient and society https://copd.efanet.org/burden-of-copd/
ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- J44
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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