Gallenblasenentzündung - Symptome, Behandlung und Ursachen

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Zu einer Gallenblasenentzündung kommt es meist durch Gallensteine oder seltener durch Verletzungen, Tumore und andere Ursachen. Typische Symptome sind starke Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Die Diagnose erfolgt, indem die medizinische Fachkraft den Bauch abtastet, Laborparameter überprüft und mithilfe eines Ultraschallgeräts die Gallenblase untersucht. In der Regel wird eine akut oder chronisch entzündete Gallenblase durch einen operativen Eingriff entfernt.
Was ist eine Gallenblasenentzündung?
Eine Gallenblasenentzündung, auch Cholezystitis genannt, kann akut oder chronisch sein. Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber und dient als Speicherort für die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit. Täglich produziert die Leber zwischen 500 bis 1.000 Milliliter. Dieses gelbbraune Sekret ist für die Verdauung von Fetten aus der Nahrung und für die Ausscheidung von Abfallprodukten wichtig. Nach einer Nahrungsaufnahme gibt die Gallenblase das Sekret in den Zwölffingerdarm ab und sorgt dafür, dass Fette zersetzt und besser vom Körper aufgenommen werden.
Der häufigste Grund für eine akute Gallenblasenentzündung ist ein Verschluss der Gallenwege durch Gallensteine. Verstopft ein solcher Gallenstein beispielsweise den Ausgang der Blase, staut sich die Gallenflüssigkeit und begünstigt eine Entzündung. Gallensteine sind kleine, harte Ablagerungen, die überwiegend aus Cholesterin oder Abbauprodukten des Blutfarbstoffs (Bilirubin) bestehen und in der Gallenblase oder den Gallenwegen entstehen. In Deutschland sind etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen von Gallensteinen betroffen – ¬häufig bleiben sie unentdeckt. Bei rund einem Viertel der Betroffenen kommt es allerdings irgendwann zu Beschwerden. Europaweit leiden etwa 10 Prozent der Bevölkerung an Gallensteinen. Die Prävalenz ist bei Frauen während der fruchtbaren Tage etwa dreimal so hoch wie bei Männern. Insgesamt entwickeln Frauen etwa doppelt so oft Gallensteine wie Männer. Die Häufigkeit Gallensteine zu entwickeln nimmt jedoch im Alter zu. So leiden im alter von ungefähr 65 Jahren etwa 30 Prozent der Frauen an Gallensteinen. Ab einem Alter von etwa 80 Jahren sind es 60 Prozent der Männer und Frauen.
Zu einer chronischen Gallenblasenentzündung kommt es, wenn Gallensteine oder angestaute Gallenflüssigkeit die Gallenblasenwand über längere Zeit mechanisch reizen.
Wie äußert sich eine Gallenblasenentzündung?
Eine akute Gallenblasenentzündung zeigt sich meist durch typische Symptome wie starke Schmerzen im rechten Oberbauch, die plötzlich auftreten und oft länger anhalten. Die Schmerzen können in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen und insbesondere nach einer fettigen, üppigen Mahlzeit auftreten. Die Bauchdecke im Bereich der Gallenblase kann empfindlich und angespannt sein. Besonders bei Druck oder Berührungen verstärken sich die Schmerzen.
Neben den Schmerzen treten oft allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und ein aufgeblähter Bauch auf. Manche Betroffene haben außerdem Fieber, Schmerzen beim Einatmen und Husten oder entwickeln eine Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht, fachsprachlich: Ikterus). In einigen Fällen verfärbt sich der Stuhlgang und wird hell oder der Urin verfärbt sich dunkel.

Die chronische Cholezystitis zeigt ähnliche, aber weniger stark ausgeprägte Symptome wie die akute Gallenblasenentzündung. Oft bestehen die Beschwerden über Wochen bis Monate. Fieber tritt hingegen nur selten auf. Bei älteren Betroffenen können die Symptome unspezifischer sein, was die Diagnose mitunter erschwert.
Erfolgt keine rechtzeitige Behandlung der Gallenblasenentzündung, kann es zu Komplikationen wie einem Gallenblasenriss oder einer Bauchfellentzündung kommen. Ebenso können Bakterien aus der Gallenblase ins Blut gelangen, eine Entzündung im ganzen Körper auslösen und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Deshalb ist es wichtig, bei entsprechenden Beschwerden eine ärztliche Praxis aufzusuchen, um eine Diagnose und die passende Therapie zu erhalten.
Wenn sich die Gallenblase über Jahre hinweg immer wieder kurzzeitig entzündet, kann sie sich zu einer Schrumpf- oder Porzellangallenblase entwickeln. Dabei lagert sich Kalk in der Gallenblasenwand ab, sodass sie hart und weiß wie Porzellan wird. Eine solche Blase erhöht das Risiko, dass sich Gallenblasenkrebs entwickelt.
Was verursacht eine Gallenblasenentzündung?
In mehr als 90 Prozent der Fälle tritt eine akute Gallenblasenentzündung als Folge von Gallensteinen auf. Einerseits reizen diese die Gallenblasenwand mechanisch, andererseits können sie den Ausgang der Blase oder die Gallengänge verstopfen und dazu führen, dass sich die Flüssigkeit staut. Über verschiedene Mechanismen kommt es zu lokalen Entzündungsprozessen innerhalb der Blase. Zusätzlich können Bakterien aus dem Darm über den Gallengang in die Blase wandern, sich in der angestauten Flüssigkeit vermehren und zu einer bakteriellen Infektion der Gallenblase führen.
Da die häufigste Ursache für eine Gallenblasenentzündung Steine sind, tragen die Risikofaktoren für Gallensteine auch zu einem erhöhten Risiko für eine Cholezystitis bei. Gründe für das gehäufte Auftreten von Gallensteinen sind insbesondere:
- Übergewicht
- Höheres Lebensalter
- Weibliches Geschlecht
- Cholesterinreiche, ballaststoffarme Ernährung
- Genetische Faktoren
- Drastische Gewichtsabnahme
Weitere Ursachen für eine Gallenblasenentzündung sind Faktoren, die zu einer Funktionsstörung der Gallenblase führen. Dazu zählen unter anderem:
- Entzündungen anderer Organe (z. B. Darm, Nieren)
- Verletzungen (Schläge, Unfälle)
- Angeborene Fehlbildungen der Gallenblase
- Gallenblasentumore
- Infektionen (Salmonellen, Cholera, Darmparasiten)
- Längere Aufenthalte auf der Intensivstation
- Länger anhaltendes Fasten oder künstliche (parenterale Ernährung)
Eine chronische Entzündung entsteht meist durch eine anhaltende oder wiederholte Reizung der Gallenblasenwand, verursacht durch Gallensteine oder eine gestaute Gallenflüssigkeit.
Wie wird die Diagnose Gallenblasenentzündung gestellt?
Zunächst erfasst die medizinische Fachkraft die Art und Dauer der Beschwerden und mögliche Risikofaktoren wie Übergewicht und das Alter. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung. Dazu tastet das ärztliche Gegenüber den Bauch mit den Händen ab. Bereits ein leichter Druck auf den Bereich der Gallenblase kann bei tiefer Einatmung dazu führen, dass die Betroffenen den Bauch anspannen und Schmerzen empfinden. Fachkräfte sprechen dann von einem positiven Murphy-Zeichen. Weitere Untersuchungen dienen dazu, den Verdacht zu bestätigen. Dazu zählen unter anderem:
- Laboruntersuchungen: Sie geben Aufschluss über erhöhte Entzündungsmarker.
- Ultraschalluntersuchung: Sie ermöglicht eine schnelle und ungefährliche Diagnostik der Gallensteine und Veränderungen der Gallenblase.
- Computertomografie: Bei unklaren Fällen ermöglicht sie durch besonders scharfe Bilder eine zuverlässigere Diagnostik.
Wie sieht die Behandlung bei einer Gallenblasenentzündung aus?
Ist die Gallenblase entzündet, ist eine zeitnahe Entfernung der Blase durch eine Operation die Therapie der Wahl. Diese sollte am besten innerhalb der ersten ein bis drei Tage nach erstmaligem Auftreten der Schmerzen stattfinden. Es handelt sich in der Regel um eine Schlüsselloch-Operation, bei der die chirurgische Fachkraft mit zwei bis drei kleinen Schnitten den Eingriff durchführt. Diese Methode hat den Vorteil, dass keine großen Bauchdeckenschnitte notwendig sind, die Schmerzen weniger ausgeprägt sind und die operierten Personen bald wieder nach Hause gehen können.
Wenn ein Gallenstein im Hauptgallengang im Bereich der Einmündung zum Zwölffingerdarm liegt, wird dieser in der Regel zunächst mithilfe der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikografie (ERCP) entfernt. Dabei handelt es sich um ein Untersuchungsverfahren, bei dem sich die Gallenwege und die Gallenblase betrachten und direkt behandeln lassen. Dies erfolgt mit einer kleinen Kamera, die durch den Mund in den Zwölffingerdarm gelangt. Im Anschluss an die ERCP erfolgt dann die operative Entfernung der Gallenblase.
Sind seit Beginn der Beschwerden bereits mehrere Tage vergangen, behandelt das ärztliche Fachpersonal die Entzündung zunächst mit Antibiotika, Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten. Nach vier bis sechs Wochen erfolgt dann meist die operative Entfernung der Gallenblase. Betroffene sollten in dieser Zeit für einige Tage auf Fettes und Gebratenes verzichten.
Bei Personen mit einem hohen Operationsrisiko oder älteren Menschen erfolgt die Behandlung zum Teil mit dünnen Schläuchen, die sich über die Bauchdecke in die Gallenblase einführen lassen und dort die Flüssigkeit ableiten. Dies kann dazu beitragen, den Druck zu lindern und die Entzündung zu reduzieren. Weiterhin kann eine medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln und Antibiotika helfen, die Beschwerden zu lindern.
Was können Sie selbst tun, um das Risiko für eine Gallenblasenentzündung zu reduzieren?
Um das Risiko sowohl für die Entstehung von Gallensteinen als auch für eine Entzündung der Gallenblase zu reduzieren, sollten Sie vor allem auf Ihre Ernährung achten. Essen Sie ballaststoffreich und reduzieren Sie die Aufnahme von cholesterin- und fettreichem Essen. Kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt entlasten die Gallenblase.
Übergewicht ist ein Risikofaktor für Gallensteine und eine Entzündung der Gallenblase. Dennoch sollte eine Gewichtsreduktion in Maßen stattfinden. Wenn Menschen zu schnell abnehmen oder fasten, kann sich der Cholesteringehalt in der Gallenflüssigkeit stark erhöhen und wiederum die Bildung von Steinen begünstigen.
Neben einer gesunden Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft regelmäßige Bewegung, Gallensteinen vorzubeugen.
Veröffentlicht am: 29.06.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- K81
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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