Cholera - Symptome, Übertragung und Behandlung

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Cholera ist eine akute, durch Bakterien hervorgerufene Durchfallerkrankung, die meist in Ländern mit einer unzureichenden Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene auftritt. Schwere Verläufe äußern sich durch Erbrechen, wässrigen Durchfall und einen daraus resultierenden Flüssigkeitsmangel. Das Risiko, während eines Auslandsaufenthalts an Cholera zu erkranken, wird als sehr gering eingeschätzt. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist es, sich an eine strikte Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene zu halten. Für die meisten Reisenden ist daher eine Impfung gegen Cholera nicht notwendig. Kommt es dennoch zu einer schweren Cholera-Erkrankung steht an erster Stelle der Behandlung ein Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts.
Was ist Cholera?
Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit des Darms, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird.
Cholera war einst weltweit verbreitet und tritt heute vor allem auf dem indischen Subkontinent, in Zentralafrika sowie in Zentral- und Südamerika auf. Dort dann besonders in den Gegenden, die eine schwache sanitäre Infrastruktur haben oder wo viele Menschen beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen auf engem Raum leben. Auch nach einer Katastrophe oder in Lagern für Geflüchtete herrschen oft mangelhafte sanitäre Verhältnisse, und der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist dort häufig ungesichert.
In den Industrieländern treten nur noch vereinzelt durch Reisen eingeschleppte Cholerafälle auf. In Deutschland wurde seit 2001 kein Cholerafall mehr an das Robert-Koch-Institut übermittelt.
Wie äußert sich Cholera?

Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch ist sehr kurz und dauert in der Regel zwei bis drei Tage. In den meisten Fällen verläuft eine Cholera aber ohne Symptome. Kommt es in seltenen Fällen zu Beschwerden, zeigt sich dies in zunehmend weichen, dann mehr und mehr wässrigen Durchfällen mit Bauchschmerzen und Erbrechen.
Aufgrund des Brechdurchfalls kommt es innerhalb kurzer Zeit zu starken Flüssigkeits- und Salzverlusten. Wird die Flüssigkeit nicht zeitnah ersetzt, kann der Körper lebensbedrohlich stark austrocknen.
Was verursacht Cholera?
Eine Cholera wird durch die Übertragung von Cholera-Bakterien hervorgerufen. Cholera-Bakterien kommen natürlicherweise im Wasser vor, insbesondere in Brackwasser, einer Mischform von Süß- und Salzwasser, wie es an Flussmündungen oder im küstennahen Wasser vorkommt.
Cholera-Bakterien können übertragen werden durch:
- Trinken von verunreinigtem Wasser oder Verzehr verunreinigter Lebensmittel
- Kontakt mit schmutzigem Wasser und stehenden Gewässern
- Kontakt mit Fäkalien oder Erbrochenem von infizierten Menschen
- Kontakt mit Oberflächen, die mit dem Cholera-Erreger verunreinigt sind
Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist zwar selten, lässt sich allerdings bei einem direkten Kontakt mit Erkrankten oder ihren Ausscheidungen nicht ausschließen.
Gelangen die Cholera-Bakterien über den Mund und den Magen in den Darm, vermehren sie sich und setzen Giftstoffe frei. Diese Giftstoffe bewirken, dass der Darm große Mengen Salz und Wasser absondert und es zu wässrigen Durchfällen kommt.
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwischen wenigen Stunden und fünf Tage. Erste Symptome können bereits nach zwei bis drei Tagen auftreten.
Wie wird die Diagnose Cholera gestellt?
Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst die Symptome und Krankheitsgeschichte erfragen. Typisch für Cholera sind akute wässrige Brechdurchfälle. Besteht ein Verdacht auf diese Infektion, nimmt die ärztliche Fachkraft eine Stuhlprobe der betroffenen Person und untersucht diese auf Cholera-Bakterien. Mithilfe eines Schnelltests lässt sich der Erreger rasch nachweisen. Eine endgültige Bestätigung der Diagnose erfolgt durch aufwendigere Labortests.
Wie sieht die Behandlung bei Cholera aus?
Die Behandlung von Cholera-Erkrankungen besteht in erster Linie in der Gabe einer Trinklösung. Diese enthält Wasser oder Tee gemischt mit Traubenzucker, Kochsalz und weiteren wichtigen Elektrolyten. Bei letzterem handelt es sich um Mineralien, die für viele Körperfunktionen wichtig sind. Betroffene Personen können am ersten Behandlungstag bis zu sechs Liter dieser Trinklösung benötigen. Bei schweren Verläufen erfolgt die Behandlung stationär in einem Krankenhaus, wo sich die Trinklösung intravenös verabreichen lässt. Zusätzlich können Antibiotika[mp3.1] angebracht sein. Diese sorgen dafür, dass der Durchfall schneller abklingt, weniger Trinklösung benötigt wird und sich die Menge und Dauer der Ausscheidung der Cholera-Erreger im Stuhl reduziert.
Rasches Handeln ist vor allem bei Säuglingen und älteren Menschen geboten. Bei Kindern kann zusätzlich die Verabreichung von Zink die Schwere und Dauer der Cholera-Episode verringern.
Alle betroffenen Personen sollten frühestmöglich damit beginnen, sicher zubereitete Lebensmittel zu sich zu nehmen. Bei Säuglingen ist es wichtig, das Stillen zu fördern.
Sollte ich mich gegen Cholera impfen lassen?
Über eine mögliche Schutzimpfung sollten Sie in jedem Fall rechtzeitig mehrere Wochen vor Reiseantritt mit Ihrer ärztlichen Fachkraft sprechen. Solange jedoch die Hygiene-Hinweise eingehalten werden, ist für die meisten Reisenden keine Cholera-Impfung notwendig.
Empfohlen wird die Impfung lediglich bei besonders hoher Gefährdung, beispielsweise bei:
- Reisen in Cholera-Epidemiegebiete mit voraussichtlich ungesichertem Zugang zu Trinkwasser
- Längerfristiger Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten (z. B. medizinisches Personal)
- Einsatz als Katastrophenhelfer oder Katastrophenhelferin
Veröffentlicht am: 02.06.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- A00
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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Quellen:
[1]: Robert-Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. Epid Bull 2024;14:1–206 | DOI: 10.25646/12006.4
[2]: Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. Cholera.
https://www.dtg.org/index.php/empfehlungen-und-leitlinien/empfehlungen/impfungen/impfrisiko-aufklaerung/uebersicht-der-reiseimpfungen/247-cholera.html#:~:text=Erwachsene%20und%20Kinder%20ab%206,Mindestabstand%20von%20jeweils%20einer%20Woche.
[3]: Auswärtiges Amt. Cholera.
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-gesundheit/cholera/2433480
[4]: Ärzte ohne Grenzen. Cholera.
https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/krankheiten/cholera
[5]: Pschyrembel. Online. Cholera. https://www.pschyrembel.de/cholera/K04TK/doc/
[6]: World Health Organization. Cholera. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cholera
[7] Tropeninstitut.de Cholera https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/cholera
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