Kleienpilzflechte - Ursache, Symptome und Behandlung

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Die Kleienpilzflechte ist eine Pilzerkrankung, bei der sich dunkle und helle Flecke auf der Haut bilden. Sie kommt auf der ganzen Welt vor, ist jedoch in wärmeren und feuchteren Regionen häufiger zu finden. Auslöser ist der zur natürlichen Hautflora gehörende Hefepilz Malassezia furfur. In der Regel lässt sich die Kleienpilzflechte mit speziellen Shampoos oder anderen äußerlich angewendeten Mitteln gut behandeln, Rückfälle sind jedoch häufig. Die Hautveränderungen sind harmlos und nicht ansteckend, Betroffene empfinden sie aber häufig als störend.
Was ist eine Kleienpilzflechte?
Die Kleienpilzflechte oder Kleienflechte (medizinisch Pityriasis versicolor) ist eine harmlose, nicht ansteckende Pilzerkrankung, bei der sich auf der Haut etwa linsengroße Flecke bilden. Die Farbe der Veränderungen hängt unter anderem vom Hauttyp der betroffenen Person ab: Auf heller Haut erscheinen sie dunkel und auf dunkler Haut hell. Es ist aber auch möglich, dass die Kleienflechte bei einer Person unterschiedlich gefärbt auftritt. So kann es sein, dass sich in Körperregionen, die durch Kleidung bedeckt sind, dunkle Flecke und in unbedeckten Bereichen helle Stellen bilden.
Besonders häufig kommt die Erkrankung in warmen und feuchten Gebieten vor. In Zonen mit tropischem Klima beispielsweise lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung mit der Hautveränderung, während in Europa bis zu fünf Prozent betroffen sind. Verursacht wird die Kleienpilzflechte durch Hefepilze, die zur natürlichen Hautflora gehören.
Wie äußert sich eine Kleienpilzflechte?
Eine Kleienpilzflechte ist gut erkennbar durch runde und scharf begrenzte Hautveränderungen, die bevorzugt an Brust, Rücken, Schultern, Oberarminnenseite, Hals oder im Nacken auftreten. Seltener sind Oberarme, Oberschenkel oder das Gesicht betroffen. Die Flecke haben in der Regel die Größe einer Linse oder eines Fünfcentstücks, können jedoch zu größeren Flächen zusammenwachsen. Ohne Behandlung kann sich die Kleienpilzflechte über Rumpf, Arme und Beine ausbreiten.
Die Farbe der Flecke hängt vom Hauttyp und der Hautfarbe ab. Im Allgemeinen sind die Flecke auf heller Haut rötlichbraun. Der medizinische Ausdruck für diese Erscheinung ist Pityriasis versicolor rubra. Auf dunklerer Haut bilden sich helle Veränderungen, die Fachleute als Pityriasis versicolor alba bezeichnen. Grund für die wechselnde Farbe ist eine bestimmte Substanz namens Azelainsäure, die der Pilz bildet und die die Pigmentzellen (Melanozyten) daran hindert, den braunen Farbstoff Melanin zu bilden. Dadurch bräunen die betroffenen Stellen unter Sonnen- oder künstlichem UV-Licht langsamer als die umgebende Haut. Zudem scheinen die betroffenen Areale aufgrund des Pilzbefalls weniger UV-Strahlung durchzulassen.
Kleienflechten verursachen nur selten einen leichten Juckreiz. Manchmal, insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem oder einer Langzeitbehandlung mit Antibiotika, kommt es zu einer Infektion der Haarfollikel, der Malassezia-Follikulitis. Leitsymptom ist ein ausgeprägter Juckreiz sowie eine Überproduktion von Hautfetten (Seborrhö). Auf Brust und Rücken, den Oberarmen und im Gesicht treten zudem runde Knötchen (Papeln) oder mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln) auf.
Was verursacht eine Kleienpilzflechte?
Ursache der Kleienpilzflechte ist der Hefepilz Malassezia furfur. Dieser Pilz ist Teil der natürlichen Hautflora und kommt gehäuft auf Körperregionen mit erhöhter Talgproduktion wie dem Rücken oder Oberkörper vor, da er sich von den Fetten im Talg ernährt. Bei für ihn günstigen Bedingungen ändert er die Wuchsform, bildet ein Fasergeflecht (Myzel) und dringt in die oberste Hautschicht ein, das Stratum corneum. Die Folgen sind fleckige Hautveränderungen. Zu den Faktoren, die eine Kleienpilzflechte begünstigen, gehören:

- Feuchtwarmes Klima: Während die Kleienpilzflechte in Europa nur bei fünf Prozent der Bevölkerung auftritt, sind in tropischen Ländern bis zu 50 Prozent der dort lebenden Personen betroffen. In gemäßigtem Klima, wie es in Europa vorkommt, tritt die Pilzerkrankung im Sommer häufiger auf.
- Eine erhöhte Schweißproduktion, zum Beispiel bei Kleidung, die die Schweißverdunstung hemmt, sowie bei Menschen, die viel Sport treiben oder leicht schwitzen
- Eine fettige Haut. Die Hautflecke sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufiger als bei älteren Menschen, da bei ihnen die Talgdrüsen aktiver sind.
- Anwendung von fetthaltigen Pflegeprodukten, welche die Poren der Haut verschließen
- Mangelernährung
- Schwangerschaft
- Geschwächtes Immunsystem, beispielsweise aufgrund von Medikamenten, welche die körpereigne Abwehr unterdrücken (Immunsuppressiva)
Darüber hinaus spielt vermutlich eine familiäre Veranlagung eine Rolle.
Wie wird die Diagnose Kleienpilzflechte gestellt?
Für die Diagnose erhebt die ärztliche Fachkraft zuerst die Krankengeschichte (Anamnese), mit deren Hilfe sie sich ein Bild von der betroffenen Person sowie den Beschwerden macht.
Anschließend folgt die körperliche Untersuchung mit Begutachtung der betroffenen Hautstellen. In der Regel stellt die Kleienpilzflechte eine Blickdiagnose dar, das heißt, dass medizinisches Fachpersonal bereits an den typischen Ansammlungen von hellen oder dunklen Hautflecken die Krankheitsursache erkennen und die Diagnose einer Kleienpilzflechte stellen kann. Einen weiteren Hinweis auf den Hefepilz als Auslöser liefert das Hobelspanphänomen: Beim Streichen über die Hautflecke lösen sich feine Schuppen.
Um andere Hauterkrankungen auszuschließen, kann das ärztliche Personal Hautschuppen mithilfe eines durchsichtigen Klebestreifens abnehmen und unter dem Mikroskop betrachten. Im UV-Licht lassen sich die Flecke von ähnlichen Infektionen unterscheiden, da sie gelborange fluoreszieren. Zugleich dient dieses Phänomens dazu, die befallenen Körperregionen zu identifizieren.
Wie sieht die Behandlung bei Kleienpilzflechte aus?
Bewährt haben sich Shampoos, Lotionen und Cremes mit Wirkstoffen, die den Pilz hemmen oder abtöten (Antimykotika). Hilfreich sind beispielsweise Clotrimazol, Ketoconazol sowie Econazol. Eine Möglichkeit ist, Creme oder Lotion abends auf die betroffenen Körperstellen aufzutragen und am nächsten Morgen abzuduschen. Es gibt aber auch Mittel mit kürzerer Einwirkzeit. Um eine erneute Ausbreitung des Hefepilzes zu unterbinden, waschen betroffene Personen beispielsweise ihre Haare zweimal in der Woche mit einem speziellen Shampoo.
Eine Alternative zu den pilzhemmenden oder -abtötenden Wirkstoffen sind Substanzen, die eine übermäßige Talgproduktion verhindern und die befallene Hautschicht entfernen. Hierzu gehört beispielsweise der Wirkstoff Selendisulfid. Dieser ist in einem Shampoo enthalten, das Betroffene über sieben Tage hinweg täglich auf Nacken, Oberkörper, Arme und Beine auftragen und nach zehn Minuten wieder abduschen.
Bis die Hautflecke verschwinden, kann es mehrere Wochen oder Monate dauern. Tabletten mit pilzhemmenden oder -abtötenden Substanzen sind nur notwendig, wenn sehr viele Hautpartien mit dem Hefepilz befallen sind, wenn die Behandlung mit Cremes, Lotionen oder Shampoo nicht wirkt oder wenn die Flechte unmittelbar nach der Therapie erneut auftritt.
Was können Sie selbst bei Kleienpilzflechte tun?
Bei trockenem oder kühlem Wetter kann sich die Kleienpilzflechte zurückbilden, jedoch heilt sie ohne Behandlung nicht ab. Aus diesem Grund sollten sich Personen, die Hautflecke an ihrem Körper entdecken, ärztlichen Rat holen. Die Therapie mit Cremes und Shampoos ist sehr wirksam und nach Abheilen der Flechte bleiben keine Narben zurück. Die von dem Pilz verursachten Pigmentstörungen können allerdings bis zu sechs Wochen nach Therapieende weiterhin sichtbar sein. Die hellen Flecke auf der Haut verschwinden nur mithilfe von Sonnenlicht, wenn die Haut wieder gleichmäßig bräunt.
Rückfälle sind bei der Kleienpilzflechte häufig. Betroffene Personen können zur Vorbeugung – insbesondere im Sommer – einmal im Monat ihre Haare mit einem Shampoo mit den Wirkstoffen Selendisulfid oder Ketoconazol waschen. Manchmal ist die Einnahme von Tabletten sinnvoll, um eine erneute Ausbreitung des Hefepilzes zu verhindern. Zudem gibt es einige Faktoren, die zur Ausbreitung der Mikroorganismen beitragen und die Betroffene beeinflussen können. Empfehlenswert ist zum Beispiel,
- luftdurchlässige Kleidung zu tragen,
- keine fetthaltigen Pflegeprodukte anzuwenden,
- nach dem Sport beziehungsweise nach stärkerem Schwitzen oder in der warmen Jahreszeit häufig mit hautverträglichen Reinigungsmitteln (Syndets) zu duschen.
Veröffentlicht am: 17.02.2026
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ICD Code(s)
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- B36
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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