Leukoplakie - Behandlung, Symptome und Ursachen

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Weiße Flecken auf der Mundschleimhaut, die sich nicht wegwischen lassen, werden als Leukoplakie bezeichnet. Die Ursache kann in krankhaften Veränderungen liegen, wie einer Krebs- oder einer Autoimmunerkrankung. Auch dauerhafte mechanische Reize der Mundschleimhaut führen oft dazu, dass die oberste Hautschicht schneller verhornt und sich durch das feuchte Klima im Mund weiß färbt. Immer wichtig ist es daher, die Flecken ärztlich untersuchen zu lassen, sobald sie auffallen.
Was ist eine Leukoplakie?
Die Leukoplakie fällt am häufigsten durch weiße Flecken im Mundhöhlen- und Lippenbereich (orale Leukoplakie) auf. Der Begriff Leukoplakie ist aus den griechischen Wörtern für Platte (plakos) und weiß (leukos) entstanden. Auch als Weißschwielenkrankheit bezeichnet, entsteht die Leukoplakie durch eine Verhornung von Zelloberflächen. Von den obersten Zellschichten sind vor allem die Zellarten betroffen, die eine platte Form haben und einen Zellverbund bilden wie das Plattenepithel der Haut.
Die meisten der an Leukoplakie Erkrankten sind älter als 40 Jahre. Meist handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine harmlose Hauterscheinung. In manchen Fällen stellt sie allerdings eine Krebsvorstufe (Präkanzerose) dar, so ist sie zum Beispiel die häufigste Vorstufe von Mundhöhlenkrebs.
Wie äußert sich eine Leukoplakie?
Typisch für die Leukoplakie sind kleine, manchmal auch großflächige und hartnäckige weiße Flecken an den Wangeninnenseiten, am Gaumen oder an den Lippen (orale Leukoplakie). Meist treten sie in größerer Zahl und an verschiedenen Stellen auf; Schmerzen oder Juckreiz[mp1.1] sind dabei selten. Die weißen Flecken lassen sich weder wegwischen noch mit der Zahnbürste entfernen.
Es lassen sich drei Formen der Leukoplakie unterscheiden:
- Leukoplakia simplex (homogene Leukoplakie): Die betroffene Schleimhaut ist durchgängig weiß, scharf umgrenzt und weist eine glatte Oberfläche auf.
- Verruköse (warzenartige) Leukoplakie (inhomogene Leukoplakie): Die Oberfläche der betroffenen Schleimhaut ist rau und fühlt sich warzenartig an. Begleitende Symptome sind oft ein Brennen oder Schmerzen.
- Erosive Leukoplakie: Die Leukoplakie äußert sich zunächst in roten und weißen Verfärbungen. Im Laufe der Zeit verdrängen die roten Flecken die weißen.
Seltener fällt die Weißschwielenkrankheit im Genital- oder Analbereich auf. Auf der Analschleimhaut werden die weißen Flecken als anale intraepitheliale Neoplasie (AIN) oder perianale intraepitheliale Neoplasie (PAIN) bezeichnet. Diese Begriffe beschreiben eine neu auftretende Zellwucherung am oder um den Anus herum. Auch in der Gebärmutter kann die Leukoplakie auftreten. Verändern sich die Zellen in den weißen Flecken stark und kommt es zu einem unkontrollierten Zellwachstum, weist dies oft auf eine Krebsvorstufe oder eine Krebserkrankung hin.
Was verursacht eine Leukoplakie?
Verschiedene Ursachen kommen für eine Leukoplakie infrage, aber alle sorgen dafür, dass die oberste Schicht der Schleimhaut verhornt. Die betroffenen Zellen quellen im feuchten Milieu der Mundhöhle auf und färben sich dadurch weiß. Manchmal tritt die Erkrankung ohne erkennbare Ursachen (idiopathisch) auf. Aber häufig sind Auslöser vorhanden wie:
- Andauernde und sich wiederholende mechanische Reize, z. B. durch vorstehende Zähne, ungünstig sitzenden Zahnersatz oder Zahnspangen (feste wie auch herausnehmbare)
- Rauchen
- Ungesunde Ernährung, vor allem wenn dadurch ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel entsteht
- Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum
- Unzureichende Mundhygiene und die daraus resultierenden Zahnerkrankungen wie Karies
- Virusinfektionen
- Pilzbefall
Die Leukoplakie begleitet manchmal auch neu aufgetretene oder erblich bedingte Erkrankungen, die den gesamten Körper (systemische Erkrankungen) betreffen, wie:
- Knötchenflechte (Lichen ruber planus), eine Autoimmunerkrankung, die sich in nicht ansteckenden Haut- und Schleimhautauffälligkeiten äußert
- Darier-Krankheit, erbliche Verhornungsstörung der Oberhaut, Haarfolikel und Fingernägel
- Chronischer diskoider Lupus erythematodes, Autoimmunerkrankung der Haut
- Lupus vulgaris, chronisch schwere Form der Hauttuberkulose
Wie wird die Diagnose Leukoplakie gestellt?
Oft fallen die weißen Flecken nicht oder erst nach einem Besuch in der zahnärztlichen Praxis auf. Lassen sie sich nicht wegwischen, zum Beispiel mit einem Tupfer, erhält die Person meist die Empfehlung, für weitere Untersuchungen die hautärztliche Praxis aufzusuchen. Um die Leukoplakie oder eine andere ursächliche Erkrankung aufzudecken, entnimmt die Fachperson unter Lokalanästhesie mit einer kleinen Bürste oder einem Skalpell eine Gewebeprobe (Biopsie) und lässt diese im Labor mikroskopisch untersuchen. Die behandelnde Fachperson erhält das Ergebnis oft innerhalb einer Woche und kann dann, sofern notwendig eine angemessene Therapie einleiten.
Eine unbehandelte Leukoplakie stellt ein potenzielles Risiko zur Entstehung einer Krebsvorstufe dar. Bösartige Erkrankungen entwickeln sich schnell weiter. Daher ist es generell sehr wichtig, Hautveränderungen frühzeitig untersuchen zu lassen.
Wie sieht die Behandlung bei einer Leukoplakie aus?
Die Behandlung der Leukoplakie richtet sich nach der Ursache. In jedem Fall sind Verlaufskontrollen sinnvoll, um den Erfolg der Behandlung nachzuvollziehen. Ergibt die Untersuchung keine krankhafte Ursache, ist es möglich, dass die ärztliche Fachperson eine Verhaltensänderung empfiehlt. Oftmals verschwindet die Leukoplakie nach den entsprechenden Maßnahmen wieder.
Übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum schaden der Schleimhaut im Mund genauso wie dem Rest des Körpers. Um der Schleimhaut bei einer Leukoplakie die Gelegenheit zu geben, sich zu erholen, ist es sinnvoll, beide Genussmittel einzuschränken, besser noch: gänzlich zu vermeiden.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung beugt etwaigen Mängeln an Mineralien oder Vitaminen vor. Zudem unterstützt sie unter anderem dabei, die Mundschleimhaut gesund zu halten.
Sind mechanische Ursachen der Grund für die weißen Flecken, reicht es oft aus, den Sitz des Zahnimplantats oder der Zahnspange zu prüfen und anzupassen. Eine achtsamere Mundhygiene beugt Karies und Zahnfleischbluten vor. Worauf es dabei ankommt, erfahren betroffene Menschen während einer professionellen Zahnreinigung.

Ist die Leukoplakie auf Erreger zurückzuführen, kommen antibakterielle, antivirale oder antimykotische Medikamente infrage. Liegt eine Autoimmunerkrankung wie Lichen ruber planus vor, ist eine Behandlung mit Glukokortikoiden (Kortison) möglich, um die Entzündung einzudämmen.
Bleibt die Leukoplakie nach verändertem Verhalten oder medikamentösen Maßnahmen weiter bestehen, kommen nach Ausschluss einer bösartigen Erkrankung andere Therapien in Betracht wie:
- Abtragung der weißen Flecken durch eine Laserbehandlung
- Vereisen (Kryotherapie)
- Verödung
- Chirurgische Entfernung
Was können Sie selbst bei einer Leukoplakie tun?
Für eine Leukoplakie sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Dennoch lässt sich ihr bis zu einem gewissen Maß vorbeugen:
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung.
- Eine gewissenhafte Mundhygiene beugt Karies und Zahnfleischentzündungen vor.
- Reduzieren Sie den Alkohol- und Tabakkonsum oder verzichten Sie am besten vollständig darauf.
Veröffentlicht am: 19.05.2026
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