Brennen in der Brust - Ursachen und Behandlung

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Brennen in der Brust ist ein Symptom, dessen Ursprung in den Organen des Brustkorbs wie der Speiseröhre, dem Herzen oder der Lunge liegen kann. Die Ursachen für das brennende Gefühl im Brustbereich können harmlos, mitunter aber auch schwerwiegend sein. Oft lokalisieren Betroffene ein Brennen im Bereich hinter dem Brustbein. Ein häufiger Grund dafür ist der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Mitunter ruft auch das Herz Beschwerden wie Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein hervor, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt – dann ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich! Gehen Erkrankungen der Lunge mit einem brennenden Gefühl in der Brust einher, liegen oft weitere Krankheitszeichen, etwa Husten, vor. Welche Maßnahmen gegen das Brennen in der Brust helfen, hängt von der Ursache ab.
Wie äußert sich Brennen in der Brust?
Typischerweise ist das brennende Gefühl in der Brust im Bereich des Brustbeins verortet, also etwa mittig im Brustkorb. Die Symptome können sich in der Intensität unterscheiden, in andere Regionen des Körpers ausstrahlen oder von weiteren Beschwerden begleitet sein. Brennen in der Brust kann sich, je nach Ursache, wie folgt äußern:
- Brennen, das vom Oberbauch her aufsteigt
- Stechen oder Brennen hinter dem Brustbein
- Brennen, das bis in Hals und Rachen ausstrahlt
- Saures Aufstoßen und saurer Geschmack im Mund
- Plötzliches Brennen, bzw. starke, mitunter als vernichtend empfundene Schmerzen hinter dem Brustbein, die unter Umständen in Hals, Kiefer, Rücken (im Bereich des Schulterblatts), die linke Schulter oder den linken Arm ausstrahlen
Bestehen zusätzlich zu dem Brennen akute Schmerzen in der Brust, können außerdem Begleitsymptome wie
- Übelkeit und Erbrechen,
- Atemnot und schnelle Atmung,
- Kreislaufprobleme, Schwindel, Schwäche, Ohnmacht oder
- Angst bzw. Panik auftreten.
Welche Ursachen können hinter Brennen in der Brust stecken?
Brennen in der Brust hat seine Ursache meist in einem der Organe des Brustkorbs. Ausgangspunkte für das Brennen und auch die Schmerzen im Brustbereich können sein:
- Speiseröhre
- Herz
- herznahe Blutgefäße wie die Hauptschlagader (Aorta)
- Lunge
Eine sehr häufige Ursache für ein brennendes Gefühl in der Brust ist das Sodbrennen: Dabei steigt Magensäure zurück in die Speiseröhre auf und reizt dort die Schleimhaut. Die Magensäure kann aus verschiedenen Gründen zurückfließen, dazu zählen zum Beispiel
- ein übervoller Magen (vor allem am Abend, vor dem Schlafengehen),
- Speisen, welche die Magensäurebildung anregen (Süßes, Alkohol, fettreiche Mahlzeiten, säurehaltige Nahrung oder Getränke) oder
- ein erhöhter Druck auf den Magen, z. B. im letzten Drittel der Schwangerschaft oder durch Übergewicht.
Mitunter tritt Sodbrennen nur vereinzelt und vorübergehend auf, etwa nach einer schweren abendlichen Mahlzeit oder zu viel Alkohol. Stellt man diese Ursachen ein, klingen die Schleimhautreizungen der Speiseröhre meist nach einigen Tagen ab, und das Brennen in der Brust verschwindet.
In manchen Fällen ist der Muskel am Mageneingang zu schwach und kann nicht verhindern, dass Magensäure immer wieder (besonders nachts, im Liegen) in die Speiseröhre zurückfließt. Dann ist die Speiseröhre dauerhaft durch die Magensäure gereizt und entzündet sich schließlich. Das Brennen in der Brust entsteht in diesem Fall als Folge einer Speiseröhrenentzündung (Reflux-Ösophagitis). Unbehandelt besteht mit der Zeit ein erhöhtes Risiko dafür, dass sich die Speiseröhrenschleimhaut verändert und Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) entsteht.
Auch das Herz kann eine Ursache für das Brennen in der Brust sein: Führen Gefäßverkalkungen in den Herzkranzgefäßen zu einem Verschluss eines dieser Gefäße, kommt es zum Herzinfarkt. Durch die mangelnde Blutversorgung droht Herzmuskelgewebe abzusterben. Dieser Zustand kann mit einem plötzlichen Brennen und zusätzlichen Schmerzen in der Brust einhergehen und wird oft von weiteren Beschwerden begleitet.
Eine seltenere Erkrankung in der Nähe des Herzens ist eine Aussackung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma), die einreißen kann. Bei diesem lebensbedrohlichen Notfall können Symptome wie Brennen, jedoch eher plötzliche massive Brustschmerzen auftreten. Ähnlich verhält es sich bei einer Lungenembolie: Dabei verstopft ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß der Lunge. Es kommt zu starken Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel und Benommenheit. Auch hier ist sofort notärztliche Hilfe gefragt!
Die Lunge, die große Bereiche des Brustkorbs ausfüllt, führt bei verschiedenen Erkrankungen mitunter zu Brennen in der Brust. Häufig stehen die Symptome dann mit einem Atemwegsinfekt (z. B. Bronchitis, Lungenentzündung) im Zusammenhang. Das Brennen oder die Schmerzen im Brustbereich treten dann etwa beim Husten auf und sind oft von weiteren Krankheitszeichen wie Schüttelfrost, Fieber und Schwäche begleitet.
Wann ärztlichen Rat einholen bei Brennen in der Brust?
Kommt es einmal nach einer schweren abendlichen Mahlzeit zu Brennen in der Brust oder saurem Aufstoßen[mp6.1], ist dies normalerweise kein Grund zu übertriebener Sorge – vorausgesetzt, es liegen keine weiteren Beschwerden oder Krankheitszeichen vor. Verschwinden die Symptome jedoch nicht nach einigen Tagen oder treten sie immer wieder erneut auf, ist ärztlicher Rat empfehlenswert.
Bestehen neben dem Brennen starke Schmerzen in der Brust, eventuell ausstrahlend in Hals, Kiefer, linke Schulter oder den linken Arm oder liegen weitere Beschwerden wie Atemnot, Unwohlsein, Benommenheit, Übelkeit oder Kreislaufprobleme vor, besteht der Verdacht auf einen Notfall – dann ist sofortige (not-)ärztliche Hilfe gefragt!
Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Husten, die gleichzeitig mit einem Brennen in der Brust bestehen, können ein Hinweis auf eine akute Infektion sein und sollten daher ebenfalls bald ärztlich untersucht werden.
Wie sehen Diagnostik und Therapie bei Brennen in der Brust aus?
Je nach Anfangsverdacht kommen bei brennenden Brustschmerzen verschiedene Diagnoseverfahren zum Einsatz. Besteht der Verdacht, dass ein Rückfluss von Magensäure das brennende Gefühl in der Brust verursacht (Refluxkrankheit), kann eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie) Aufschluss bringen. Entzündliche Veränderungen der Speiseröhre und des Magens lassen sich mit dieser Untersuchung gut erkennen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, während der Untersuchung eine Gewebeprobe zu entnehmen, um den Grad von Gewebeveränderungen zu bestimmen. Mitunter erfolgt außerdem eine Messung der Magensäure mithilfe einer Magensonde.
Um Erkrankungen von Herz und Lunge abzuklären, sind folgende Untersuchungsverfahren wichtig:
- EKG (Elektrokardiogramm), z. B. bei Verdacht auf einen Herzinfarkt
- Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie)
- Ggf. Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen der Brustorgane
- Ggf. Blutuntersuchungen, z. B. bei Verdacht auf Herzinfarkt oder auf andere akute Erkrankungen von Herz oder Lunge
Zusätzlich können verschiedene Medikamente die Magensäure im Zaum halten. Bei gelegentlichem leichtem Sodbrennen binden sogenannte Antazida die überschüssige Säure des Magens. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Anhaltende schwerwiegendere Beschwerden durch die Refluxkrankheit[mp15.1] werden häufig mit Wirkstoffen behandelt, welche die Bildung der Magensäure drosseln. Zu diesen Mitteln zählen
- Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol)
- H2-Blocker (z. B. Ramitidin, Famotidin)
Während Protonenpumpenhemmer nur mit ärztlichem Rezept erhältlich sind, sind niedrig dosierte H2-Blocker ohne Rezept in der Apotheke verfügbar.
Bestehen massive Veränderungen der Speiseröhre, ist mitunter ein operativer Eingriff erforderlich.
Liegen die Ursachen für das Brennen in der Brust in anderen Organsystemen, etwa dem Herzen, im Bereich der herznahen Blutgefäße oder der Lunge, richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Erkrankung. So besteht ein wichtiges Behandlungsziel beim Herzinfarkt zum Beispiel darin, das verschlossene Blutgefäß wieder durchgängig zu machen. Oft kommen zudem dauerhaft blutgerinnungshemmende Medikamente zum Einsatz.
Bei akuten Atemwegsinfektionen sind oftmals Antibiotika erforderlich. Weitere Erkrankungen der Lunge oder der Blutgefäße von Herz und Lunge bedürfen spezifischer medikamentöser oder chirurgischer Behandlungsverfahren.
Was können Sie selbst bei Brennen in der Brust tun?

Ist die Ursache für das Brennen in der Brust ein Rückfluss von Magensäure, gibt es neben der ärztlichen Behandlung einiges, was Betroffene selbst tun können. Die meisten Maßnahmen betreffen den Lebensstil, vor allem die Ernährung:
- Kleine Portionen essen
- Mahlzeiten in Ruhe zu sich nehmen (keine Hast beim Essen)
- Vollkornprodukte bevorzugen
- Gedünstete, statt scharf angebratener oder frittierter Speisen
- Scharfe Gewürze vermeiden
- Keine fettreichen Mahlzeiten
- Wenig Süßspeisen
- Kaffee, saure Getränke und Alkohol meiden
- Bei bestehendem Übergewicht Gewicht reduzieren
Für Menschen, die rauchen, ist es außerdem empfehlenswert, sich über Möglichkeiten zum Rauchstopp beim Praxistermin zu informieren – ein Rauchverzicht lohnt sich in vielfacher Hinsicht und senkt das Risiko für zahlreiche Erkrankungen. Auch kann es helfen, die Schlafposition zu ändern und den Oberkörper nachts hoch zu lagern.
Veröffentlicht am: 29.06.2026
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Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Sodbrennen. https://www.pschyrembel.de/Sodbrennen/K0L4X/doc/
[2] Pschyrembel. Online. Refluxkrankheit. https://www.pschyrembel.de/Refluxkrankheit/K0JKA/doc/
[3] Pschyrembel. Online. Refluxösophagitis. https://www.pschyrembel.de/Reflux%C3%B6sophagitis/K0JKC/doc/
[4] S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis. AWMF-Registernummer: 021 – 013. März 2023
[5] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sodbrennen und Refluxkrankheit. https://www.gesundheitsinformation.de/sodbrennen-und-refluxkrankheit.html
[6] Deutsche Herzstiftung. Herzinfarkt rechtzeitig erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten. https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinfarkt/anzeichen
[7] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Lungenembolie. https://www.gesundheitsinformation.de/lungenembolie.html
[8] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Lungenentzündung. https://www.gesundheitsinformation.de/lungenentzuendung.html#Symptome
[9] Deutsches Herzzentrum der Charité. Aortenaneurysma. https://www.dhzb.de/ratgeber/aortenaneurysma
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