Fadenlifting – Fäden unter der Haut zur Gesichtsverjüngung

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Zusammenfassung
Fadenlifting bezeichnet eine Methode, um mittels Fäden, die in die Haut eingeführt werden, unerwünschte Alterserscheinungen im Gesicht und am Hals zu reduzieren. Da es sich nicht um einen chirurgischen, sondern einen minimalinvasiven Eingriff handelt, ist das Risiko von Nebenwirkungen wesentlich geringer als bei einer Operation. Da die richtige Platzierung der Fäden unter der Haut unabdingbar für ein zufriedenstellendes Ergebnis ist, sollten nur Fachärztinnen und Fachärzte mit entsprechender Fortbildung sowie Erfahrung ein Fadenlifting durchführen.
Was ist Fadenlifting?
Fadenlifting ist eine nicht operative Alternative zur chirurgischen Gesichtsstraffung, auch Facelift (Rhytidektomie) genannt. Der Fachbegriff leitet sich vom griechischen Wort für Falten ab (rhytis). Zur Straffung werden hier spezielle Fäden verwendet, die in die Haut eingeführt werden, dort verbleiben und sich nach längerem Zeitraum auflösen. Zum Einsatz kommt die Methode bei schlaffer Haut sowie Falten.
Da es sich nicht um einen chirurgischen Eingriff handelt, besteht ein wesentlich geringeres Risiko für Nebenwirkungen als bei einer Operation unter Vollnarkose. Außerdem ist die Zeit bis zur vollständigen Erholung wesentlich kürzer, und das Ergebnis zeigt sich nahezu sofort. Je nach eingesetzter Technik können Menschen nach der Behandlung bereits am nächsten Tag wieder arbeiten gehen. Sie sollten sich jedoch etwa drei Wochen lang an bestimmte Schonmaßnahmen halten, um die Heilung zu unterstützen.
Wann kann Fadenlifting helfen?
Fadenlifting eignet sich zur Hautstraffung und Faltenreduzierung unterschiedlicher Hautbereiche, hauptsächlich an Gesicht und Hals – beispielsweise zum Anheben der Augenbrauen oder hängender Wangen. Es gibt unterschiedliche Fäden und Techniken, die beim Fadenlifting eingesetzt werden. Tendenziell kommt die Behandlung eher bei weniger starken Falten zum Einsatz, je nach Hautbereich und Beschwerden kann sie aber auch bei tieferen Falten, beispielsweise rund um die Lippen (Marionettenfalten), erfolgreich sein.
Unter anderem, wenn eine große Menge überschüssiger Haut vorhanden ist, eignet sich ein Fadenlifting eher nicht. Es besteht die Möglichkeit, ein Fadenlifting in Kombination mit anderen ästhetischen Eingriffen durchzuführen, etwa der Injektion von Hyaluronsäure.
Prinzipiell ist die Wirkung eines Fadenliftings zeitlich begrenzt, da es weder den Alterungsprozess stoppt noch die Elastizität der Haut wiederherstellt. Die verwendeten Fäden lösen sich langfristig auf, jedoch können sie die Produktion von Bindegewebe (Kollagen) der Haut anregen. Dies kann zu einem länger anhaltenden Lifting-Effekt zu führen. Oft hält das Ergebnis eines Fadenliftings etwa ein bis drei Jahre an.
Wie wird Fadenlifting durchgeführt?
Der Vorgang findet unter lokaler Betäubung statt und dauert im Durchschnitt etwa 30 bis 60 Minuten. Nach einer gründlichen Reinigung der Haut erfolgt zunächst ein Einstich mit einer hohlen Nadel an der gewünschten Stelle, über welche die Fäden eingeführt werden. Nach der Entfernung der Nadel übt die behandelnde Person Druck auf das Gewebe aus und zieht bei Bedarf an den Fäden, bis die gewünschte Position und Hautstraffung erreicht ist. Überschüssige Reste der Fäden schneidet sie ab.
Die Fäden bestehen aus verschiedenen Materialien, die sich im Körper im Verlauf mehrerer Monate auflösen. Heute sind sie meist mit kleinen Widerhaken oder Kegeln besetzt. Diese verankern sich in der Haut und erlauben es, die Haut stärker zu straffen und die dabei ausgewirkten Kräfte besser zu verteilen. Gleichzeitig lösen die Fäden als Fremdkörper eine verstärkte Kollagen-Produktion der Haut aus. Bei der Fadenunterlegung mit Polydioxanon-Fäden (PDO-Fäden) kommen nur kurze Fäden zum Einsatz, auf die kein Zug ausgeübt wird. Ein Lifting-Effekt erfolgt hier nur durch das Auffüllen des behandelten Bereiches mit den Fäden und durch die anschließende Kollagen-Synthese.
Welche Risiken bestehen beim Fadenlifting?
Die Risiken hängen zum Teil von der verwendeten Technik und den verwendeten Materialien ab. Die häufigsten Nebenwirkungen sind kleine Blutergüsse und Schwellungen, die aber meist schnell abklingen. Während und kurz nach dem Eingriff kann es als Reaktion auf die Fäden zu einem brennenden Gefühl kommen. Selten sind eine Infektion oder Narbenbildung an der Einstichstelle. Wer sich nach dem Eingriff nicht an die empfohlenen Verhaltensregeln hält, riskiert jedoch eine verzögerte Heilung.
Es ist besonders wichtig, sich eine Klinik zu suchen, die Erfahrung mit Fadenlifting hat. Wer nicht mit der Anatomie des Gesichts und dem Einsatz der Fäden vertraut ist, läuft Gefahr, diese falsch zu platzieren. Dann wird entweder nur ein geringer Effekt erreicht oder eine erneute Behandlung notwendig. Daher sollte ein Fadenlifting von ausgebildeten Fachärztinnen und -ärzten für plastische und ästhetische Chirurgie durchgeführt werden.
Was ist beim Fadenlifting zu beachten?
Eine ausführliche ärztliche Beratung ist erforderlich, um herauszufinden, ob Fadenlifting den gewünschten Effekt erreichen kann und ob nicht etwa eine andere Methode besser geeignet wäre. So lässt sich beispielsweise beim Fadenlifting im Gegensatz zum chirurgischen Facelift weder sofort das Volumen des Gesichts verändern noch überschüssige Haut entfernen. So können sich die Ergebnisse dementsprechend voneinander unterscheiden.
Mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten sollten Sie vor einem Eingriff ebenfalls ärztlich abklären. Auch eine Neigung zur übermäßigen Narbenbildung, Wundheilungsstörungen sowie bestimmte (Haut-)Erkrankungen können ein Ausschlusskriterium sein.
Für den Zeitraum vor und nach einem Fadenlifting gelten bestimmte empfohlene Verhaltensregeln. Obwohl es sich nicht um eine Operation mit Skalpell und großen Schnitten handelt, sollten Sie blutverdünnende Medikamente in den zwei Wochen vor dem Eingriff vermeiden. Am Tag zuvor sowie am Behandlungstag selbst sollte kein Alkohol getrunken und idealerweise nicht geraucht werden. Am Tag danach sollten Sie Ihr Gesicht bei der Reinigung zunächst nur vorsichtig berühren und beim Speiseplan eher auf flüssige Nahrung setzen. Lagern Sie Ihren Kopf beim Schlafen etwa drei Tage lang hoch und vermeiden Sie es, auf dem Gesicht zu liegen.
Nach einem Fadenlifting ist es zudem wichtig, dass Sie etwa drei Wochen lang
- Sonnenbaden, Saunagänge und Sport vermeiden,
- keine zahnärztliche Behandlung durchführen lassen,
- Ihr Gesicht nicht übermäßig stark bewegen (beispielsweise den Mund sehr weit öffnen, um einen großen Bissen zu nehmen)
- und sich Ruhe gönnen.
Veröffentlicht am: 30.12.2025
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Quellen
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[8] MK Esthetics-Med GmbH. THESERA L. https://thesera-l.de/products/thesera-l
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