Grauer-Star-OP – Methoden, Ablauf und Risiken

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Zusammenfassung
Bei einer Operation des Grauen Stars (Katarakt), kurz Staroperation genannt, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff am Auge. Dabei wird die getrübte Augenlinse (Grauer Star) an einem oder an beiden Augen entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Star-OP ist die einzige Behandlungsmöglichkeit, um die Linsentrübung bei einem Grauen Star zu beheben. Der Eingriff birgt in der Regel nur geringe Risiken, gilt als schmerzarm und bringt in den meisten Fällen gute Erfolge.
Was passiert bei einer Operation des Grauen Stars?
Bei einer Staroperation wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt. Der Eingriff erfolgt üblicherweise zunächst an einem Auge, mit etwas zeitlichem Abstand findet die Operation des zweiten Auges statt (sofern es ebenfalls operationsbedürftig ist). Bei einem Grauen Star (Katarakt) kommt es zu einer allmählichen Trübung der Augenlinse, in den meisten Fällen sind Alterungsprozesse der Grund dafür. Durch die trübe Linse kann das Sehen eingeschränkt sein. Die klare Kunstlinse, die in der Operation eingesetzt wird, behebt die Sehbeeinträchtigung. Die Star-OP zählt zu den sehr häufig durchgeführten Operationen. Oft erfolgt der Eingriff ambulant, das heißt, die betroffene Person kann im Anschluss an die OP nach Hause gehen. Falls ein stationärer Aufenthalt in individuellem Fall erforderlich ist, dauert dieser normalerweise nur wenige Tage.
Wann sollte ein Grauer Star operiert werden?
Eine Operation des Grauen Stars kommt dann infrage, wenn die Linsentrübung die betroffene Person in ihrem Alltag etwa beim Autofahren, bei beruflichen Tätigkeiten oder beim Lesen beeinträchtigt. Wie störend Betroffene die Beeinträchtigung subjektiv empfinden, kann jedoch unterschiedlich sein. Personen, die eine Tätigkeit ausüben, für die eine gute Sehkraft unerlässlich ist, empfinden den Grauen Star möglicherweise bereits im Anfangsstadium als Einschränkung. Stört die Linsentrübung jedoch bei Alltagstätigkeiten zunächst nicht, ist eine Staroperation nicht zeitnah erforderlich. Allerdings kann die Operation des Grauen Stars schwieriger sein, wenn dieser sehr weit fortgeschritten ist.
Welche Vorbereitungen sind vor einer Staroperation erforderlich?
Bevor ein Grauer Star operiert wird, sind folgende Vorbereitungen wichtig:
- Augenuntersuchung und Vermessung
- Erhebung ggf. weiterer Befunde am Auge sowie zusätzlicher anderer Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen)
- Berechnung des Brechwertes für die neue, künstliche Linse
- Wahl der künftigen Linse hinsichtlich der Sehschärfe in die Nähe oder Ferne, ggf. Wahl einer Sonderlinse, z. B. bei bestehender Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
- Augentropfen oder -salben einige Tage vor der OP
- Aufklärungsgespräch über mögliche Risiken
Am Tag der OP des Grauen Stars erfolgt zudem erneut eine Allgemeinuntersuchung (z. B. Blutdruckmessung, Kreislaufsituation).
Wie erfolgt eine Operation des Grauen Stars?

Die Staroperation findet üblicherweise bei Bewusstsein statt. Um die Aufregung zu dämpfen, setzt das OP-Team bei Bedarf Beruhigungsmittel ein. Zur Schmerzausschaltung wird ein Betäubungsmittel in das betreffende Auge getropft, mitunter erfolgen örtliche Betäubungsspritzen, die das Auge neben der Schmerzbekämpfung zusätzlich ruhigstellen. Wie bei jeder Operation werden die Vitalwerte (Puls, EKG, Atmung, Sauerstoffsättigung) der zu operierenden Person fortlaufend überwacht.
Es gibt verschiedene Verfahren zur Operation des Grauen Stars. Früher entfernten Fachleute oftmals die gesamte Augenlinse. Heute wird üblicherweise nur der Linsenkern zusammen mit der umgebenden Linsenrinde herausgelöst, während die am weitesten außen liegende Linsenkapsel erhalten bleibt. Um einen Zugang zur Augenlinse zu erhalten, erfolgt zunächst ein wenige Millimeter großer Schnitt entlang der Hornhaut des Auges. Damit der Augendruck erhalten bleibt, wird eine kleine Menge einer speziellen, zähflüssigen Lösung in die Linsenkammer eingebracht. Schließlich wird der Linsenkern mithilfe von Ultraschallwellen verflüssigt, sodass er sich zusammen mit der Linsenrinde absaugen lässt. Dieses Verfahren bezeichnen Fachleute als Phakoemulsifikation. Anschließend wird die neue Kunstlinse über den gleichen Zugang eingesetzt. Meistens handelt es sich um Linsen aus besonders weichem Material. Die Kunstlinse ist zunächst gefaltet, wodurch sie sich durch den sehr kleinen Schnitt in die hintere Augenkammer einbringen lässt. Dort entfaltet sich die neue Linse und nimmt von selbst die richtige Position ein. In der Regel ist es nicht notwendig, den Schnitt zu vernähen. Die Operation dauert in der Regel 20-30 Minuten.

Welche Behandlungen erfolgen nach der Operation des Grauen Stars?
Nach der Staroperation wird das Auge mit einer Salbe versehen und mit einem Augenverband abgedeckt. Bei ambulanten Eingriffen dürfen Betroffene in der Regel direkt danach nach Hause. Es ist ratsam, für den Heimweg eine Begleitperson zu organisieren, denn selbst mit dem Auto zu fahren ist nicht möglich. Abhängig vom individuellen Fall ist es hilfreich, in den ersten Tagen zu Hause eine Person zur Unterstützung bei der Pflege zu haben. Nach einer ambulanten Operation des Grauen Stars erfolgen zeitnahe augenärztliche Kontrolluntersuchungen. Zudem werden nach der Operation Augentropfen verordnet. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Sehschärfe noch anpassen kann, sollten Patientinnen und Patienten, die eine Brille tragen, diese erst nach einigen Wochen anpassen lassen.
Welche Risiken birgt eine Grauer-Star-OP?
Generell gilt die Operation des Grauen Stars als sehr risikoarm. Wie bei jeder Operation sind jedoch auch bei diesem Eingriff in seltenen Fällen Komplikationen möglich. Möglich sind unter anderem:
- Verletzungen umgebender Augenstrukturen während der Operation (z. B. der Linsenkapsel, des Augapfels oder der Iris)
- Wundheilungsstörungen
- Netzhautschwellung oder Netzhautablösung
- Verschiebung der eingesetzten Augenlinse
Meist lassen sich auftretende Komplikationen gut beherrschen und führen nicht zu dauerhaften Problemen.
Tragen die Kassen die Kosten für eine OP des Grauen Stars?
In der Regel tragen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Operation des Grauen Stars nur für einen bestimmten Linsentyp, die sogenannten Monofokallinsen. Bei diesen Linsen ist die Sehschärfe entweder auf die Ferne oder auf nahes Sehen ausgerichtet. Personen, die Monofokallinsen erhalten sollen, treffen also vor der Operation eine Entscheidung, wie die Sehschärfe ausgerichtet sein soll. Für die dann jeweils weniger scharfen Sehbereiche bieten Sehhilfen (Brille) Unterstützung. Andere Linsen, die zum Beispiel scharfes Sehen sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ermöglichen, oder Sonderlinsen, etwa bei einer Hornhautverkrümmung, sind teurer und müssen von der oder dem Versicherten durch einen eigenen Beitrag zugezahlt werden. Es ist ratsam, sich ärztlich beraten zu lassen, welcher Linsentyp im individuellen Fall am sinnvollsten ist.
Veröffentlicht am: 15.01.2026
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Quellen
[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Operation des Grauen Stars. https://www.gesundheitsinformation.de/operation-des-grauen-stars.html
[2] Pschyrembel. Online. Katarakt. https://www.pschyrembel.de/Katarakt/K0BGL/doc/
[3] Bundesverband der Augenärzte Deutschland e. V. Staroperation, https://augeninfo.de/patbrosch/catop.php
[4] Dahelmann, C. BASICS Augenheilkunde. Urban & Fischer 2020, https://www.google.de/books/edition/BASICS_Augenheilkunde/nuneDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Katarakt+intitle:Augenheilkunde&pg=PA54&printsec=frontcover
[5] Grehn, F. Augenheilkunde. Springer, 2019, https://www.google.de/books/edition/Augenheilkunde/mjK0DwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Grauer+Star+Operation+intitle:Augenheilkunde&pg=PA203&printsec=frontcover
[6] Grauer Star https://www.gesundheitsinformation.de/operation-des-grauen-stars.html#Wie-l%C3%A4uft-die-Operation-ab
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