Stillen ist die natürlichste Sache der Welt und trotzdem erfordert es manchmal etwas Übung bis Mutter und Kind ein eingespieltes Still-Team werden. Dabei spielt die richtige Stillposition die entscheidende Rolle: Sie müssen ausprobieren welche Haltung für Sie bequem ist und wie Sie Ihr Baby bestmöglich beim Trinken unterstützen können. Erfahren Sie hier mehr über bewährte Stillpositionen und wie Sie Ihren kleinen Schatz möglichst entspannt stillen können.

Bei alles Stillpositionen gilt

  • Das Baby sollte immer im engen Körperkontakt mit der Mutter angelegt werden, so dass das Köpfchen direkt vor der Brustwarze liegt. Das Baby sollte den Kopf dabei nicht neigen, überstrecken oder verdrehen müssen, um die Brustwarze zu erreichen. Ohr, Schulter und Hüfte des Säuglings sollten eine Linie bilden
  • Die Arme des Babys sollten rechts und links von der Brust liegen, an der es gerade saugt. Liegen beide Arme auf einer Seite der Brust, kann das Kind nicht effektiv saugen
  • Das Baby sollte immer zur Brust und nicht die Brust zum Baby gezogen werden

Die klassischen Stillpositionen

Im Wesentlichen gibt es drei Stillpositionen, die sich bei den meisten Frauen bewährt haben. Am besten Sie lassen sich alle drei Anlegepositionen von Ihrer Hebamme zeigen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten das Baby beim Stillen zu halten – wie stellen Ihnen hier die klassischen Methoden vor.

  • Die Wiege-Haltung: Diese Stillposition wird wohl am häufigsten angewandt: Dabei sitzt die Mutter aufrecht und hält das Baby im Arm. Sie stützt den Rücken oder umfasst ein Beinchen des Babys. Der Kopf des Babys befindet sich auf dem Unterarm oder in der Ellenbeuge. Arm, Schultern und Rücken der Mami sollten bequem, zum Beispiel mit einem Stillkissen, abgestützt werden. Mit der freien Hand stützt die Mutter ihre Brust mit dem C-Griff. In der Anfangszeit kann es sein, dass die Brust während der gesamten Mahlzeit gestützt werden muss. Ob Zuhause oder unterwegs – die Wiege-Position ist überall anwendbar, ist jedoch im Vergleich zur Liege-Position relativ umständlich, weil Mütter sich jedes Mal eine erforderliche Polsterung dafür bauen müssen
  • Seitenhaltung: Bei dieser Stillposition, die auch Fußballgriff genannt wird, liegt das Baby seitlich unterhalb des Arms der Mama. Babys Beinchen zeigen zum Rücken der Mutter. Bei dieser Position kann der Kopf des Kindes gezielter an die Brust herangezogen werden und können besonders Neugeborene besser angelegt werden. Die Seitenhaltung ist ebenfalls gut geeignet nach einem Kaiserschnitt und kann auch zum Einsatz kommen um einen Milchstau in der seitlichen Brustgegend zu lösen. Für diese Haltung empfiehlt sich ebenfalls ein Stillkissen oder eine andere Polsterung
  • Stillen im Liegen: Stillen im Liegen ist bequem und unkompliziert: hierbei können Mütter sich besonders gut  ausruhen und entspannen. Stillen im Liegen eignet sich besonders gut für die nächtlichen Stillmahlzeiten. Mutter und Kind liegen Bauch an Bauch ganz dicht nebeneinander auf der Seite. Dabei muss der Rücken eines Neugeborenen noch gestützt werden. Das geht am besten mit dem Oberarm oder mit einem zusammengerollten Handtuch oder einem Stillkissen. Je besser sich das Baby selbst stützen kann, umso einfacher wird auch diese Stillposition. Auch im Liegen kann das Baby an beiden Brüsten trinken, ohne dass man sich umdrehen muss. Es hat sich bewährt, das Baby zuerst an der unteren Brust trinken zu lassen

Ab und zu mal die Position wechseln

Wagen Sie ruhig mal Experimente um die Stillposition zu finden, die Ihnen und Ihrem Schatz am angenehmsten ist. Am besten können Sie zum Beispiel einen Milchstau verhindern, wenn Sie die Stillpositionen gelegentlich wechseln. Weil jede Position den Druck auf die Brust auch anders verteilt, können so auch wunde Brustwarzen verhindert werden. Grundsätzlich gilt für jede stillende Mutter: Erst entspannen und dann stillen! Wunderbar entspannen können Sie zum Beispiel mit einem Still-Tee. Unser Tipp: Pflegen Sie Ihre Brustwarzen mit einer Brustwarzensalbe, so ist Ihre Brust gut vor den ungewohnten Belastungen der Stillzeit geschützt und auch nach der Stillzeit bieten Brustwarzensalben wohltuende Pflege für besonders trockene oder wunde Stellen an der Brust.