Plötzlich Asthma: Warum es auch im Erwachsenenalter auftreten kann.


Asthma, auch bekannt als Asthma bronchiale, ist eine Lungenerkrankung, bei der die Atemwege chronisch entzündet sind und überempfindlich auf verschiedene Reize wie Pflanzenpollen oder bestimmte Medikamente reagieren. Es kommt zu einer Verengung der Bronchien, die die charakteristischen Beschwerden wie Luftnot und Enge-Gefühl in der Brust hervorrufen. Die Erkrankung wird durch verschiedene Faktoren begünstigt und beeinflusst und kann sowohl im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter auftreten.1
Die meisten Asthmaerkrankungen beginnen bereits im Kindesalter, wobei bei mehr als der Hälfte der betroffenen Kindern die Erkrankung wieder abklingt. Bei etwa einem Drittel dieser Personen tritt Asthma allerdings im Erwachsenenalter erneut auf. Darüber hinaus kann sich die Lungenerkrankung auch erstmalig im Erwachsenenalter zeigen, wobei weibliche Personen eher von Asthma betroffen sind als männliche Erwachsene.2
Das Risiko, an Asthma zu erkranken, wird sowohl durch genetische Faktoren als auch durch Umweltfaktoren wie Allergene und Schadstoffe beeinflusst. Treffen diese Faktoren zusammen, steigt das Erkrankungsrisiko an. Dabei können die Umweltbelastungen auch aus dem beruflichen Umfeld stammen. Untersuchungen zeigen, dass jede fünfte Asthmaerkrankung in Europa, die erst im Erwachsenenalter auftritt, auf einen regelmäßigen Kontakt (Exposition) mit verschiedenen Substanzen im beruflichen Umfeld zurückzuführen ist. Dazu zählen beispielsweise Getreidestäube, bestimmte chemische Verbindungen aus der Produktion von Waschmitteln oder Tierallergene.2,3
Ein charakteristisches Merkmal von Asthma ist der wechselhafte Verlauf der Beschwerden. Die Symptome können mal stärker, mal schwächer auftreten, vorübergehend ganz abklingen und dann wieder erneut auftreten. Zu den Symptomen zählen unter anderem:1
Pfeifende Atmung
Kurzatmigkeit
Luftnot
Enge-Gefühl in der Brust
Husten
Die Beschwerden können zu jedem Zeitpunkt auftreten, zeigen sich aber insbesondere in der Nacht oder früh morgens und können sich manchmal innerhalb von Stunden oder Minuten deutlich verschlechtern. Betroffenen fällt es dann insbesondere schwer auszuatmen, wodurch Kurzatmigkeit und akute Atemnot mit Erstickungsgefahr drohen. Dabei ist es wichtig, rechtzeitig mit Arzneimitteln und atemunterstützenden Maßnahmen gegenzusteuern.1,2
Die ärztliche Fachkraft erfasst zunächst die Art und Dauer der Beschwerden. Besteht der Verdacht auf eine Lungenerkrankung, folgen verschiedene diagnostische Maßnahmen wie:4
körperliche Untersuchungen
Lungenfunktionsprüfungen
Allergietests
In bestimmten Fällen kommen zudem bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen zum Einsatz, um die Diagnose abzusichern und andere Erkrankungen wie Fehlbildungen oder Tumorerkrankungen auszuschließen.4
Fachleute unterscheiden zwischen zwei Formen von Asthma: allergischem und nicht-allergischem Asthma. Beim allergischen Asthma reagiert das Immunsystem auf eine eigentlich harmlose Substanz wie Pflanzenpollen oder Holzstaub mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Beim nicht-allergischen Asthma reagieren die Atemwege ebenfalls auf Auslöser wie Infektionen oder bestimmte Medikamente. Beschwerden zeigen sich oft akut bei körperlichen Belastungen, Rauch oder kalter Luft.1
Während Allergien insbesondere im Kindesalter eine zentrale Rolle spielen, scheinen sie mit steigendem Diagnosealter weniger Bedeutung zu haben. Allerdings gibt es auch Hinweise, dass bei einigen Erwachsenen mit vermeintlich nicht-allergischem Asthma allergische Sensibilisierungen bestehen, die erst durch eine erweiterte Allergiediagnostik nachweisbar sind. Zudem liegt bei Erwachsenen häufig eine Mischform vor, bei der Asthma in der Kindheit überwiegend allergisch bedingt war und im späteren Leben primär durch andere Auslöser geprägt wird.1
Die meisten Asthmaformen bei Erwachsenen sind nicht heilbar. Im Mittelpunkt der Behandlung steht daher die langfristige Kontrolle der Erkrankung mit dem Ziel, Symptome zu lindern und eine Verschlechterung des Erkrankungsverlaufs zu verhindern. Zur nicht-medikamentösen Therapie zählt unter anderem das Meiden von Asthma-Auslösern – soweit dies möglich ist. Im beruflichen Umfeld können verschiedene technische Vorrichtungen dafür sorgen, dass der Kontakt zu schädlichen Substanzen verringert wird. Auch persönliche Schutzmaßnahmen wie Atemschutzmasken können sich dafür eignen. In manchen Fällen ist auch ein Arbeitsplatzwechsel eine mögliche Lösung.2,5
Zusätzlich lassen sich die Asthmasymptome bei den meisten Betroffenen mit Medikamenten gut kontrollieren. Diese können die Entzündung der Atemwege reduzieren und akute Beschwerden lindern. Dazu gehören sowohl dauerhaft einzunehmende Wirkstoffe zur Vorbeugung von Beschwerden als auch Arzneimittel, die bei Bedarf schnell helfen.5
Sie können selbst einiges unternehmen, um die Erkrankung gut zu managen und Ihre Lebensqualität zu erhöhen. Dazu zählt, dass Sie sich mit der Erkrankung auseinandersetzen und lernen, wie Sie Symptome besser einschätzen und die Medikamente den Beschwerden entsprechend anpassen können. Um dies zu lernen, gibt es in Deutschland qualitätsgeprüfte Asthma-Schulungen, in denen Betroffene neben der ärztlichen Beratung umfassendes Wissen über die Erkrankung vermittelt bekommen. Dort lernen Betroffene verschiedene Atemtechniken und das richtige Verhalten in einem Notfall.6
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Referenzen
1. Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Asthma. Symptome, Formen, Entstehung. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/grundlagen Stand: 06.05.2024, Abruf: 23.01.2026
2. European Lung Foundation. Asthma im Erwachsenenalter. https://europeanlung.org/de/information-hub/lung-conditions/asthma-im-erwachsenenalter/ Abruf: 23.01.2026
3. Deutsches Ärzteblatt. Asthmaerkrankungen im Erwachsenenalter: Deutliche Zunahme des berufsbedingten Asthmas in Europa. https://www.aerzteblatt.de/archiv/asthmaerkrankungen-im-erwachsenenalter-deutliche-zunahme-des-berufsbedingten-asthmas-in-europa-356d692b-c679-47b5-aa58-8bf58daa6f36 Abruf: 23.01.2026
4. Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Wie wird Asthma festgestellt? https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/diagnose Stand: 06.05.2024. Abruf: 23.01.2026
5. Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Asthma bronchiale: Therapie. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/therapien Stand: 07.05.2024, Abruf: 23.01.2026
6. Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Patient:innenschulungen. https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/schwerpunktthemen/patientenschulungen Stand: 31.05.2019, Abruf: 23.01.2026
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