Asthma besser kontrollieren: Auslöser erkennen und vermeiden


Asthma ist eine Erkrankung, die sich in der Regel gut behandeln lässt. Neben Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung ist es für Menschen mit Asthma wichtig zu wissen, welche Auslöser – auch Trigger oder Reize genannt – bei den Betroffenen die Beschwerden verschlimmern können. Wer diese Faktoren kennt, kann entsprechend gegensteuern und seine Erkrankung besser kontrollieren.1,2
Asthmatische Beschwerden entstehen, wenn die Bronchien-Schleimhäute mit bestimmten Reizen in Berührung kommen. Je nachdem, um welche Auslöser es sich handelt, unterscheiden Fachleute zwischen allergischem und nicht allergischem Asthma.1
Allergisches Asthma (extrinsisches Asthma): Diese Form des Asthmas beginnt häufig im Kindes- und Jugendalter und Betroffene haben oft auch andere Beschwerden wie allergischen Schnupfen. Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Häufige Auslöser, auch Allergene genannt, sind:1,3
Pflanzenpollen
Kot der Hausstaubmilbe
Hautschuppen, Talg oder Speichel
Schimmelpilzsporen
Mehl- oder Holzstaub
Nahrungsbestandteile
Nicht allergisches Asthma (intrinsisches Asthma): Diese Form des Asthmas ist ebenfalls gekennzeichnet durch chronisch entzündete und überempfindliche Atemwege. Hier allerdings sind keine Allergene für die Beschwerden verantwortlich, sondern Reize wie Infektionen der Atemwege oder die Einnahme bestimmter Schmerzmittel. Dazu zählen Acetylsalicylsäure (ASS) und weitere Arzneimittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR).1,3
Asthmatische Beschwerden können auch durch körperliche oder seelische Belastungen, bei denen es zu einer verstärkten Atmung kommt, ausgelöst werden. Menschen mit allergischem und nicht-allergischem Asthma entwickeln zum Teil auch Symptome auf Reize wie kalte Luft, Rauch, Küchendünste und Parfüms.1,2
In vielen Fällen treten auch Mischformen auf, bei denen sowohl allergische als auch nicht-allergische Reize einen Asthmaanfall oder eine Symptomverschlechterung auslösen können und eine klare Abgrenzung nicht immer möglich ist.1,2,3
Menschen mit Asthma können neben den wie empfohlen angewendeten Medikamenten auch mit gezielten Maßnahmen akute Asthmaanfälle verringern und so Langzeitschäden der Erkrankung eingrenzen. Für Betroffene ist es zudem ratsam, zu versuchen, die Auslöser für die Beschwerden herauszufinden und, wenn möglich, zu meiden. Bei Unsicherheit kann ein Provokationstest mögliche Allergene nachweisen. Nachfolgende Tipps helfen dabei, häufige Auslöser zu meiden und damit Beschwerden zu reduzieren:4,5
Entfernung von Hausstaubmilbenkot: Dieser befindet sich im Hausstaub, der sich leicht in Polstermöbeln, Vorhängen oder Teppichen sammelt, was häufiges Absaugen nötig macht. Damit dies nicht geschieht, eignen sich glatte Böden jeglicher Art besser, zum Beispiel Fliesen. Wichtig ist allerdings, dass Sie diesen mehrmals die Woche feucht reinigen. Wählen Sie zudem den Kochwaschgang, wenn Sie Ihre Bettwäsche waschen.
Konsequenzen ziehen, wenn Hautschuppen von behaarten Haustieren Beschwerden machen: Reagieren Sie oder Ihr Kind mit asthmatischen Beschwerden auf das Haustier, ist es ratsam, sich von diesem zu trennen – auch wenn dies schmerzhaft ist. Gerade Kinder können davon profitieren, wenn sie keinen Kontakt mehr zum Allergen haben. Wenn dies für Sie nicht möglich ist, halten Sie das Schlafzimmer konsequent tierfrei, reinigen Sie die Wohnung häufig, und setzen Sie Luftreinigungsgeräte ein. Auch kann es helfen, Ihr Haustier mit einem feuchten Tuch abzuwischen.
Den Schimmelpilzsporen die Wachstumsgrundlage entziehen: Sanieren Sie feuchte Wände, um Schimmel vorzubeugen. Lüften Sie aus dem gleichen Grund das Badezimmer, wenn Sie geduscht oder gebadet haben, und trocknen Sie die Wände mit einem trockenen Tuch. So verringern Sie die Luftfeuchtigkeit. Pflanzen im Schlafzimmer begünstigen Schimmelpilzsporen und das sollten Sie besser meiden. Biomüll lagern Sie am besten in geschlossenen Behältern in der Küche.
Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel: Meiden Sie Nahrungsmittel, wenn diese bei Ihnen Atembeschwerden oder Asthmaanfälle auslösen. Sprechen Sie mit einer ernährungswissenschaftlichen oder ärztlichen Fachkraft, welche Lebensmittel Sie stattdessen verzehren können, beispielsweise Schafs- oder Ziegenmilchprodukte statt Kuhmilchprodukte.
Meiden Sie Tabakrauch: Verzichten Sie auf das Rauchen und meiden Sie Räume, in denen geraucht wird. Der Rauch reizt die Schleimhaut der Bronchien, schädigt diese und verstärkt die Atembeschwerden.
Achten Sie auf den Pollenflug: Beachten Sie die regionalen Pollenflugzeiten, die über Internet oder Radio bekannt gegeben werden. So ist es Ihnen möglich, sich mit praktischen Maßnahmen und Medikamenten auf die für Sie relevanten Pollen einzustellen. Pollenfilter für die Fenster und das Auto tragen dazu bei, die Pollen effektiv abzufangen.
Zu trockene Raumluft kann die Bronchien reizen und daher ist es ratsam, auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu achten. Zudem sollten Sie Reizstoffe wie Geruchsstoffe und Dämpfe am Arbeitsplatz oder zu Hause meiden. Auch wenn Sport bei vier von fünf Menschen mit Asthma Beschwerden auslösen kann, sollten Sie dennoch nicht darauf verzichten. Bronchienerweiternde Arzneimittel und ein achtsamer Umgang mit den Warnsignalen des Körpers können Ihnen helfen, körperlich aktiv zu sein. Einige Regionen bieten auch spezielle Asthmasportgruppen an, in denen Sie gemeinsam mit anderen Betroffenen aktiv werden können.4
Fazit: Asthmatische Beschwerden können durch bestimmte Reize ausgelöst werden. Doch Sie können aktiv etwas tun, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Setzen Sie sich bewusst mit Ihrer Erkrankung auseinander, lernen Sie ihre Auslöser kennen und versuchen Sie diese so weit wie möglich zu meiden. Schon kleine Veränderungen im Alltag wirken oft spürbar.
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Referenzen
1. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Asthma. https://www.gesundheitsinformation.de/asthma.html
2. Verband Pneumologischer Kliniken e.V. (VPK). Asthma bronchiale. Verschiedene Asthmaformen. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/verschiedene-asthmaformen/
3. Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH). Asthma: Symptome, Formen, Entstehung. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/grundlagen#c2755
4. Verband Pneumologischer Kliniken e.V. (VPK). Asthma bronchiale. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/vorsorge/
5. Deutscher Allergie- und Asthmabund. Tierhaarallergie. https://www.daab.de/allergien/hauptausloeser/tierhaare
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