Welche COPD Begleiterkrankungen gibt es?

Welche COPD Begleiterkrankungen gibt es?

Bei vielen chronischen Erkrankungen, so auch bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), treten mit der Zeit Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) auf. 80 Prozent der COPD-Patienten sind von mindestens einer weiteren Erkrankung betroffen. (1) Im Vordergrund stehen hier vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Diabetes, Osteoporose und Gewichtsverlust. Auch die Psyche kann leiden; bei vielen COPD-Patienten kommt es zu depressiven Verstimmungen.

Die genauen Ursachen für die organischen Erkrankungen, die mit der COPD einhergehen können, sind nicht bekannt. Eine wichtige Rolle für die Entstehung dieser Begleiterkrankungen spielt die gesteigerte körperliche Belastung bei einer COPD, die den gesamten Energiehaushalt des Betroffenen schwächt. Es ist wichtig, diesen Erkrankungen genauso viel Beachtung zu schenken, wie der COPD selbst. Denn diese Begleiterkrankungen können sowohl die Lebensqualität des COPD-Patienten stark beeinträchtigen, als auch die Lebenserwartung verkürzen. Die Mehrzahl der an COPD Erkrankten sterben mit COPD, nicht direkt an COPD. (2)

COPD & Herz-Kreislauf-Erkrankungen

COPD ist häufig mit Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Bei einer COPD kommt nicht mehr genug Sauerstoff in den Zellen an. Dies kann langfristig auch das Herz und die Gefäße schädigen. Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Bluthochdruck, Herz-Rhythmusstörungen oder eine ischämische Herzerkrankung (Krankheit der Herzkranzgefäße) sind daher bei COPD-Patienten gegenüber Gleichaltrigen ohne COPD deutlich häufiger.

Bei Herzerkrankungen können COPD-ähnliche Symptome wie Atemnot und Engegefühl in der Brust auftreten, so dass diese Herzprobleme bei COPD-Patienten häufig übersehen werden. Die Einnahme von Betablockern zum Schutz vor Herzinfarkten senkt auch bei COPD-Patienten mit einer Herzerkrankung deutlich das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden und daran zu versterben.

Neuere Studien zeigen, dass haben COPD Patienten neben einem erhöhtem Blutdruck häufig auch einen Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie), teilweise im Zusammenhang mit einer Rechtsherzschwäche entwickeln. Aus all diesen Gründen wird der Arzt bei COPD-Patienten auch die Herz-Kreislauf-Funktionen im Auge behalten.

COPD & Diabetes mellitus

Auch Diabetes gehört zu den häufigen Begleiterkrankungen einer COPD. Anzeichen für einen Diabetes sind vermehrtes Wasserlassen und/oder gesteigertes Durstgefühl. Infolge des erhöhten Infektionsrisikos und einer Schwächung der Muskulatur erhöht ein Diabetes nicht nur die Gefahr an COPD zu erkranken, sondern gleichzeitig bewirkt der Diabetes eine Verschlechterung der Lungenfunktion (Atemleistung) des COPD-Patienten.

Die Sterblichkeitsrate ist folglich bei COPD-Patienten mit Diabetes deutlich höher als bei Patienten ohne Diabetes. Vermeiden lässt sich eine Diabetes-Erkrankung durch einen sofortigen Rauch-Stopp, viel Bewegung und einen reduzierten Zuckerkonsum.

COPD & Osteoporose

Auch Osteoporose (Knochenschwund) ist eine weitere Begleiterkrankung bei COPD. Bei dieser Skeletterkrankung baut sich die Knochensubstanz ab und es besteht eine erhöhte Bruchgefahr. Besonders betroffen ist hier der Oberschenkelhalsknochen, aber auch Spontanbrüche durch ruckartige Bewegungen sind möglich. Viele COPD-Patienten neigen wegen Ihrer Atemprobleme zu Bewegungsmangel, ein Knochen aber, der nicht mehr belastet wird, wird nicht mehr gut ernährt und baut Knochensubstanz ab. Hinzu kommen bei der COPD noch weitere Faktoren, die den Knochenaufbau hemmen und eine Osteoporose begünstigen: Rauchen, Untergewicht und eine Dauerbehandlung mit Cortison-Tabletten.

Rauchentwöhnung, ausreichend Bewegung und sportliche Aktivität – also Maßnahmen, die auch bei COPD empfohlen werden, ­sind auch der beste Schutz gegen Osteoporose. Eine Einschränkung des Alkoholkonsums, sowie die Knochenstärkung durch Vitamin-D- und kalziumreiche Ernährung bzw. Nahrungsergänzung kann einer Osteoporose entgegen wirken.

COPD & Gewichtsverlust

Im fortgeschrittenen Stadium verursacht COPD häufig Appetitlosigkeit, wodurch es zu Gewichtsverlust kommen kann. Das wiederum kann die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen beeinträchtigen und das Fortschreiten der Erkrankung noch beschleunigen.

Der Gewichtsverlust führt nicht nur zu einem Verlust an Muskelmasse, dadurch wird das Atmen und die körperliche Aktivität erschwert, sondern auch zur Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) und zu einer Erhöhung der Insulinresistenz, die wiederum den Blutzucker und damit auch das Risiko für einen Diabetes steigen lässt. Eine Ernährungsberatung und -therapie mit hochkalorischer Nahrung kann dem Gewichtsverlust gezielt entgegenwirken. (Siehe auch Ernährung und COPD)

Depressionen bei COPD

Aber nicht nur organische Erkrankungen, sondern auch Depressionen gehören zu den ernstzunehmenden Folgeerkrankungen der COPD. Etwa 40 Prozent der COPD-Patienten leiden unter depressiven Zuständen. Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich, es verringert auch die Lebenserwartung. Hilfreich bei diesen Störungen ist neben einer medikamentösen Therapie mit Antidepressiva auch eine strukturierte Patientenschulung. In dieser lernt der Patient geeignete Selbsthilfemaßnahmen, die ihm die Angst vor schwerer Atemnot nehmen. Durch die Teilnahme an z.B. Lungensportgruppen wird nicht nur die körperliche Aktivität gesteigert, sondern es werden auch neue soziale Kontakte aufgebaut. Auch eine psychotherapeutische Behandlung kann Bestandteil des COPD-Management sein. Lesen mehr zum Thema im Beitrag COPD und Depression – Wenn die Seele mitleidet.

Quellen:
(1) http://www.leichter-atmen.de/copd-begleiterkrankungen
(2) https://www.copdfoundation.org/COPD360social/Community/Blog/Article/458/What-are-COPD-Comorbidities.aspx

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