HIV Übertragung

HIV Übertragung

In diesem Beitrag werden die Möglichkeiten aufgezeigt, wie Sie eine HIV-Übertragung vermindern können, wenn Sie mit einem HIV-positiven Partner zusammen sind oder Ihr Ansteckungsrisiko aus anderen Gründen erhöht ist.

Wie kann HIV übertragen werden und wie nicht?

HIV wird ausschließlich durch bestimmte HIV-positive Körperflüssigkeiten übertragen, nämlich Blut, Samen-, Rektal- und Vaginalflüssigkeit sowie Muttermilch. Nur wenn diese HIV-enthaltenden Flüssigkeiten mit der Schleimhaut (in Rektum, Vagina oder Penis) oder mit wunder Haut eines Menschen in Kontakt kommen, oder auf anderem Weg direkt in die Blutbahn gelangen, ist eine Infektion möglich.

HIV wird nicht übertragen durch normalen Körperkontakt mit einer HIV-positiven Person (ohne Austausch o.g. Flüssigkeiten), nicht über Tröpfcheninfektion (Husten. Nießen) und auch nicht durch Hautkontakt mit Objekten, wie Sanitäreinrichtungen, Türklinken, Geschirr, Besteck etc. Auch Tiere (Insektenstiche, Haustiere) übertragen kein HIV.

Verhaltensregeln um eine HIV-Infektion zu verhindern

Zuerst einmal ist es wichtig, „Safer Sex“ zu praktizieren, also zum Beispiel immer Kondome zu verwenden und auf riskante Sex-Praktiken zu verzichten, wie es im Text über HIV-Vorbeugung beschrieben wird. Mit Kondomen lässt sich eine HIV-Infektion zwar nicht mit absoluter Sicherheit verhindern, sie sind aber eine sehr effektive und einfache Methode. Sie sollten sich allerdings mit dem Gebrauch von Kondomen vertraut machen und dafür Sorge tragen, dass das Kondom während des Geschlechtsverkehrs unversehrt bleibt und richtig sitzt. Es gibt Kondome sowohl für Männer als auch für Frauen.

Da das Virus – neben der Samen- und Vaginalflüssigkeit – vor allem im Blut vorhanden ist, sollten Sie jeden Kontakt mit HIV-infiziertem Blut vermeiden. Verzichten Sie also auf „blutige“ Sexspiele und tauschen Sie keine mit Blut verunreinigten Gegenstände (Injektionsnadeln etc.) aus. Desinfizieren Sie Sex-Spielzeug nach und vor dem Benutzen.

Wichtig ist es auch, dass Ihr HIV-positiver Partner seine antiretrovirale Therapie (ART) gewissenhaft einhält, denn das verringert die HIV-Konzentration in seinem Organismus, was eine Übertragung deutlich senkt. Studien* zeigen, dass wenn der HIV-positive Partner durch die konsequente Einhaltung der ART / HAART mit seiner Viruslast konstant unterhalb der Nachweißgrenze ist, die Übertragung der HIV-Infektion auf den Partner ohne Kondom fast gegen Null geht. Dieses gilt für feste Partnerschaften, andernfalls ist auch hier die Benutzung eines Kondoms anzuraten, da dadurch die Übertragung von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STIs) verhindert wird.

Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP)       

Für HIV-negative Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko gibt es auch Medikamente, die die Ansteckungsgefahr mit HIV verringern, die so genannte Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Man muss die PrEP-Medikamente allerdings verlässlich täglich einnehmen, sonst sinkt die Schutzwirkung deutlich. Auch unter PrEP sollte man regelmäßig den Arzt konsultieren und nicht auf die anderen Vorsichtsmaßnahmen, wie „Safer Sex“ etc., verzichten. Als erstes Medikament zur HIV-Prophylaxe ist in der EU das Medikament Truvada (eine Kombination aus Emtricitabin und Tenofovir) zugelassen. (1) Gerade bei der Einnahme der PrEP ist es wichtig, regelmäßig (i.d.R. alle 3 Monate) einen HIV-Test zu machen, da das Arzneimittel für die PrEP zugelassen ist, aber als alleiniges Arzneimittel zur Therapie einer HIV-Infektion nicht ausreicht.

Auch wenn Sie alle diese Regeln gewissenhaft einhalten, sollten Sie sich regelmäßig auf HIV testen lassen. Denn je früher eine HIV-Infektion erkannt wird, desto effektiver lässt sie sich mit den modernen Medikamenten behandeln.

Quelle:
(1) http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/pharmazie/nachricht-detail-pharmazie/truvada-europaweit-zugelassen-zur-hiv-prophylaxe-aids/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1&cHash=f583b966b5a4f957c6dd5eda8794dde9
*EKAF-Papier/PARTNER-Studie

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