Was ist eine Depression wirklich?


Die Depression ist eine häufige psychische Erkrankung. Unterschiedlichen Quellen zufolge tritt sie bei 16 bis 20 von 100 Menschen mindestens einmal im Leben auf. Alle Geschlechter und Altersgruppen können erkranken, Frauen und ältere Menschen sind dabei am häufigsten betroffen.1
Eine Depression ist ernstzunehmend, in den meisten Fällen behandlungsbedürftig und hat unterschiedliche Verlaufsformen.2
So können die Symptome entweder
nur einmalig im Leben auftreten und ohne Behandlung abklingen,
wiederholt auftreten,
sich mit beschwerdefreien Phasen abwechseln oder
dauerhaft in unterschiedlich starker Ausprägung bestehen bleiben.
Halten die depressiven Beschwerden über einen Zeitraum von zwei Jahren an, ist von einer chronischen Depression die Rede.1
Menschen mit einer Depression fühlen und verhalten sich anders als vor der Erkrankung. Auch wenn von außen betrachtet dafür kein Grund vorliegt, geben sich erkrankte Menschen oft selbst die Schuld an der Situation.1 Hauptsymptome einer Depression sind:
Gedrückte Stimmung, traurige Stimmung ohne ersichtlichen Grund3
Freudlosigkeit
Unfähigkeit, die eigenen Gefühle wahrzunehmen
Gefühl der inneren Leere
Desinteresse an Dingen oder Menschen, die sonst immer Freude oder Spaß gemacht haben oder die einem wichtig sind.2
Die Hauptsymptome einer Depression werden häufig durch weitere ergänzt. Manche von ihnen sind körperlicher Natur. Sie äußern sich beispielsweise darin, dass selbst einfache Arbeiten wie Aufräumen, Einkaufen gehen oder Putzen schnell zur Ermüdung führen. Zudem können die Bewegungen verlangsamt sein. Gleichzeitig kann jedoch eine große innere Unruhe dazu führen, dass betroffene Menschen viel auf und ab laufen. Auch Kopf- und Bauchschmerzen oder Herz-Kreislaufprobleme treten manchmal auf. Weitere mögliche Symptome sind:2
Verringertes Konzentrationsvermögen
Antriebslosigkeit, die nicht gleichzusetzen ist mit Willensschwäche
Eingeschränkte Aufmerksamkeit
Schuldgefühle
Verringertes Selbstwertgefühl
Hoffnungslosigkeit in Bezug darauf, dass die Beschwerden nachlassen
Appetitverlust oder verstärkter Appetit auf Süßes
Veränderte Schlafgewohnheiten: Manche haben Einschlafschwierigkeiten, andere wachen früh auf oder schlafen mehr als gewohnt
Bei älteren Menschen kann sich eine Depression in Schmerzen äußern, die sich medizinisch nicht erklären lassen.4
Oft vergeht einige Zeit bis zur Diagnose der Depression. Das hat unterschiedliche Gründe: Zum einen kommt es vor, dass Beschwerden nicht als Symptome der Erkrankung erkannt, als persönliches Versagen abgetan oder eine stressige Phase als Grund für die Situation gesehen werden. Zum anderen kann die Person bereits so schwer erkrankt sein, dass sie es nicht aus eigenem Antrieb herausschafft, eine ärztliche Praxis aufzusuchen.
Für die Behandlung der Depression stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, mit denen sich die Erkrankung in der Regel sehr gut behandeln lässt. Je nach Ausprägung der Erkrankung stützt sich die Behandlung auf die Psychotherapie und medikamentöse Behandlung. Je nach Bedarf lassen sich diese Optionen ergänzen mit:
Psychoedukation, die Menschen mit Depression wichtige Informationen über die Erkrankung liefert
Bewegungstherapien
Beratungsangebote
Selbsthilfegruppen
Neurostimulation, einem medizinischen Verfahren, bei dem gezielt Nerven oder Bereiche des Gehirns mit schwachen elektrischen oder magnetischen Impulsen beeinflusst werden.
Diese Behandlungen sind ambulant, aber auch während eines Klinikaufenthalts möglich. Die Wahl der Therapieform ist unter anderem abhängig davon,
wie stark die Erkrankung den Alltag beeinträchtigt,
welche Beschwerden durch die Depression bestehen,
wie sich die Beschwerden entwickeln oder
welche Form der Depression vorliegt.
Wichtig: Bei Gedanken, sich etwas anzutun oder nicht mehr leben zu wollen, ist sofort Hilfe wichtig: über die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenfrei und rund um die Uhr), die hausärztliche oder psychiatrische Praxis, eine psychiatrische Klinik oder Notaufnahme sowie regionale Krisendienste.
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
TelefonSeelsorge: 116 123 oder 0800 1110111 / 0800 1110222
Notruf: 112
Artikel veröffentlicht im September 2026.
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Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben oder der Verdacht auf eine psychische Erkrankung besteht, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend qualifizierte Fachperson. Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder Lebensgefahr wählen Sie bitte umgehend den Notruf 112 oder suchen Sie sofort professionelle Hilfe auf.
Texthinweise
1.Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Depression. https://www.gesundheitsinformation.de/depression.html Stand: 13.12.2023, Abruf: 27.05.2026
2. Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suiziddepression. Was ist eine Depression? https://www.deutsche-depressionshilfe.de/wissen/was-ist-eine-depression Abruf: 27.05.2026
3. Deutsche Depressionsliga. Abgrenzung von Trauer und Depression. https://depressionsliga.de/glossar/abgrenzung-von-trauer-und-depression/ Abruf: 27.05.2026
4. Gesundbund.de. Depression. https://gesund.bund.de/depression#symptome Stand: 04.04.2025, Abruf: 27.05.2026
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