Arbeiten mit Rheuma – Aktiv im Arbeitsleben

Arbeiten mit Rheuma – Aktiv im Arbeitsleben

Die Mehrheit der Menschen mit Rheuma ist im berufstätigen Alter. Doch geschwollene, steife Gelenke und Schmerzen können selbst einfache Handgriffe wie das Tippen auf einer Tastatur oder das Halten eines Stiftes zur Qual machen.1

Wirksame Rheumatherapie ist alles

Wie ist es möglich, den Arbeitsalltag mit den Einschränkungen durch die rheumatische Erkrankung in Einklang zu bringen? Die Grundvoraussetzung ist, die Rheumasymptome so gut wie möglich zu behandeln und weitere Schübe zu verhindern oder hinauszuzögern. 

Eine frühzeitige und wirksame Rheumatherapie kann überdies Krankschreibungen und Frührente vermeiden. Das heißt für Sie, Ihre Rheumamedikamente entsprechend der ärztlichen Verordnung einnehmen oder anzuwenden und ebenso, regelmäßig für sich sorgen. Wichtig ist auch, dass Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Beschwerden sprechen, die am Arbeitsplatz auftreten.1

6 Tipps für das Arbeitsleben mit Rheumatoider Arthritis

Mit diesen einfachen Tipps können Sie Ihren Arbeitsalltag mit Rheuma leichter machen:

1. Gelenke clever schonen

Um entzündete Gelenke so wenig wie möglich zu beanspruchen, reicht es oft, Arbeitsabläufe ein wenig anzupassen:2,3

Bevorzugt das stärkste Gelenk nutzen: Das heißt, größere Gelenke sind belastungsfähiger als kleine. So kann es helfen, Gegenstände zur besseren Gewichtsverteilung auf dem Unterarm zu tragen oder im Rucksack statt in einer Handtasche zu transportieren.

Fingergelenke so wenig wie möglich beanspruchen: Dazu gehört, die Hände im Ruhezustand zu öffnen statt eine Faust zu machen oder wiederholte Kneif- und Greifbewegungen zu vermeiden.

2. Auf entlastende Körperhaltung achten

Mit einer bewussten Körperhaltung und durchdachten Muskeleinsatz lassen sich die Gelenke schonen.3 Die Grundregel lautet: Eine neutrale Position einnehmen.2

  • Knie leicht beugen
  • Unterarm und Hand in einer geraden Linie halten
  • Hals gerade aufrichten

Im Arbeitsalltag können einfache Maßnahmen eine entlastende Körperhaltung unterstützen:2,3

  • Schwere Gegenstände auf den Unterarmen nah am Oberkörper tragen und – wenn möglich – Kollegen um Hilfe bitten.
  • Zum Heben: Knie und Hüften beugen oder auf einem Stuhl sitzend nach unten beugen.
  • Beim Sitzen: Rücken und Füße unterstützen.
  • Bei längerem Tippen auf einer Tastatur: Handgelenke und Unterarme mit einer Unterlage stützen.
  • Bei Tätigkeiten im Stehen: Die Höhe der Arbeitsfläche so einstellen, dass ein bequemes Arbeiten ohne Bücken möglich ist.

3. Hilfsmittel geschickt nutzen

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmittel die Sie nutzen können um vor allem in den Fingern und Händen die Gelenkbelastung zu minimieren:2

  • Ergonomische Computer-Tastaturen
  • Verlängerte Türklinken
  • Buchstützen 
  • Bleistiftgriffe
  • Ergonomische Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Scheren

Und nicht zuletzt: Einkaufswagen und Koffer mit Rollen ermöglichen es, Gegenstände mit wenig Gelenkbelastung zu transportieren.2

4. Regelmäßig Pause machen

Viele Tätigkeiten gehen mit wiederholenden Bewegungen einher, was Rheumaschmerzen verschlimmern kann. Hier ist es wichtig, so oft wie möglich Pausen einzulegen:2 Zum Beispiel alle 10 bis 15 Minuten die Griffanspannung in den Händen loslassen oder am Computer jede Stunde die Daumen 10 Sekunden lang strecken.3

5. In Bewegung bleiben

Auch das längere Verharren in der gleichen Position belastet die Gelenke. In diesem Fall hilft es, die Körperhaltung so oft wie möglich zu verändern. Wer über lange Zeit stehen muss, kann zum Beispiel, seine Füße abwechselnd auf einen Hocker stellen. Bei einem sitzenden Beruf gilt umgekehrt: Regelmäßig aufstehen und herumgehen oder einen höhenverstellbaren Schreibtisch nutzen.2

6. Vorausschauend planen

Mit etwas Planung lassen sich unnötige Gelenkbelastungen vermeiden:2,3

  • Vor dem Treppen steigen überlegen, was Sie noch alles mitnehmen können, um Wege zu sparen
  • Häufig gebrauchte Gegenstände in Reichweite zwischen Augen- und Hüfthöhe aufbewahren
  • Aufräumen, um nicht ständig suchen zu müssen
  • Hetze vermeiden, die Stress und Schmerzen verstärken kann

Was kann Ergotherapie leisten?

Einen wichtigen Beitrag zum Erhalt Ihrer Arbeitsfähigkeit leisten Ergotherapeuten. Sie zeigen Ihnen, wie Sie körperliche Einschränkungen aufgrund der Rheumaerkrankung ausgleichen können, zum Beispiel:4

  • Bestimmte Arbeitstätigkeiten und Fertigkeiten üben
  • Zum Thema Gelenkschonung beraten und schulen
  • Hilfsmittel verordnen und den Umgang damit üben
  • Selbstfürsorge-Aktivitäten üben

Studien mit Rheumabetroffenen zeigen, dass eine umfassende Ergotherapie und die Beratung zur Gelenkschonung die Funktions- und Arbeitsfähigkeit erhöhen kann. Beständiges Üben und ein auf den einzelnen Patienten zugeschnittenes Therapieprogramm kann überdies sowohl Kraft und funktionelle Fähigkeiten verbessern als auch Schmerzen vermindern.5

Wichtig:
Hinweis: Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem ApothekerInnen-Team geprüft.

Referenzen:

1. Working When You Have Arthritis. Arthritis Foundation. https://www.arthritis.org/health-wellness/healthy-living/daily-living/work-life-balance/working-when-you-have-arthritis Abgerufen: 26. 08.2021

2. Arthritis at Work: Ergonomics Can Help. WebMD. https://www.webmd.com/arthritis/features/ergonomics-at-work Veröffentlicht: 07.08.2021. Abgerufen: 26.08.2021

3. Rheumatoid arthritis pain: Tips for protecting your joints. Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/rheumatoid-arthritis/in-depth/arthritis/art-20047954 Veröffentlicht: 23.04.2020. Abgerufen: 26.08.2021

4. Steultjens EMJ et al. Occupational therapy for rheumatoid arthritis: a systematic review. _Arthritis Rheum._ 2002 Dec 15;47(6):672-85. doi: 10.1002/art.10801.

5. Siegel P et al. Effectiveness of Occupational Therapy Interventions for Adults With Rheumatoid Arthritis: A Systematic Review. _Am J Occup Ther_. 2017 Jan/Feb;71(1):7101180050p1-7101180050p11. doi: 10.5014/ajot.2017.023176.

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