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Depressionen – Symptome erkennen und behandeln

Depressionen – Symptome erkennen und behandeln

Niedergeschlagen, freudlos und erschöpft: Seit jeher begleiten Depressionen den Menschen. Dabei handelt es sich um eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die oft ohne eine entsprechende Behandlung nicht von allein verschwindet. Die Symptome und Ursachen können vielseitig sein. Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema.

Was ist eine Depression?

Frust, Trauer, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit kennt jeder. Es gibt Momente im Leben, in denen einem nichts Freude bereitet und man antriebslos ist. Doch das sind meist nur Phasen, die wieder verschwinden. Halten die depressiven Verstimmungen hingegen über einen längeren Zeitraum an und weder Ablenkung noch Aufheiterung bringen eine Verbesserung, kann es sich um eine Depression handeln.

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die den Betroffenen stark beeinträchtigt. So werden dadurch sein Denken, Handeln und Fühlen negativ beeinflusst. Dabei muss es sich nicht nur um ein seelisches Leiden handeln, sondern auch die Körperfunktionen können in Mitleidenschaft geraten. Wird eine Depression rechtzeitig erkannt, ist sie jedoch sehr gut behandelbar und etwa 85 Prozent der Betroffenen werden symptomfrei.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die viele Gesichter haben und jeden treffen können. Etwa jeder 3. Mensch erleidet einmal in seinem Leben eine Depression. Frauen sollen häufiger erkranken als Männer. Das kann an hormonellen Schwankungen liegen, aufgrund der Wechseljahre oder nach einer Schwangerschaft (postpartale Depression/Wochenbettdepression).

Formen der Depression

Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Dazu gehören:

    • Saisonale Depression: Manche Menschen leiden nur saisonal an einer Depression, beispielsweise an der sogenannten Winterdepression. Während der Herbst- und Wintermonate, in denen es an Tageslicht mangelt, kämpfen somit einige mit Schlafproblemen und Gewichtszunahme.
    • Bipolare Störung: Eine manisch-depressive Erkrankung wird als bipolare Störung bezeichnet. Auf eine depressive Phase kann dann eine Euphorie folgen. Der Betroffene fühlt sich besonders leistungsstark und ist energiegeladen. Daran schließt sich wieder eine depressive Phase an.
    • Dysthymie: Wird eine Depression nicht erfolgreich behandelt, kann sie chronisch werden. Deren Symptome müssen aber nicht immer stark ausgeprägt sein.

Die Definition von Depression hat sich gewandelt. Es wird heute nach dem Schweregrad und Verlauf zwischen leicht, mittel und schwer unterschieden. Früher wurde sich nach den vermutlichen Ursachen gerichtet:

  • endogene Depression: keine organische Ursache und kein erkennbarer Auslöser
  • exogene Depression oder reaktive Depression: ein konkreter Auslöser ist erkennbar
    Die Beschwerden können nach einer erfolgreichen Behandlung endgültig verschwinden, sicher aber auch wiederholen. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet an einer wiederkehrenden also rezidivierenden Depression. Zwischen den Phasen können dann Monate aber auch Jahre liegen.

Depressionen können auch zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten. Das können sowohl psychische als auch körperliche sein, zum Beispiel Suchterkrankungen, Ess- sowie Panikstörungen oder Demenz, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Symptome: Anzeichen einer Depression

Nicht nur in ihren Formen ist eine Depression unterschiedlich, sondern auch in ihrer Ausprägung und Symptomatik. So wird zwischen einer leichten, mittleren und schweren Depression unterschieden. Die Einstufung erfolgt anhand der auftretenden Symptome und deren Ausprägung. Bei einer Depression gibt es 3 Hauptsymptome. Zu diesen Anzeichen gehören:

  • Niedergeschlagenheit: Die Betroffenen leiden unter einer anhaltenden depressiven Stimmung. Das Gefühl der Niedergeschlagenheit kann bis zu Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung reichen.
  • Antriebslosigkeit: Depressive fühlen sich geistig und körperlich erschöpft – selbst alltägliche Aufgaben können sie nur schwer oder gar nicht bewältigen. Nicht selten bleiben Betroffene deshalb den ganzen Tag im Bett liegen.
  • Interessenlosigkeit: Wer unter einer Depression leidet, empfindet eine tiefe Leere und verliert das Interesse an allem – auch an den Dingen, die ihm zuvor Freude bereitet haben.
    Depressive sind aber nicht nur niedergeschlagen, freud- und antriebslos, sondern es gibt weitere Anzeichen, die sich dazu gesellen. Zu den Nebensymptomen einer Depression können unter anderem Folgende gehören:
  • Schuldgefühle
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Starke Selbstzweifel
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Starke Unruhe
  • Schmerzen (z. B. Kopf-, Glieder- und Rückenschmerzen)
  • Verminderte Libido
  • Suizidgedanken

Es kann auch eine Panikattacke auftauchen. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende starke Angst, die auch mit anderen Beschwerden einhergehen kann, beispielsweise Herzklopfen und Zittern.

Eine Depression erkennen

Die vielfältigen Symptome und Formen machen es oft nicht leicht eine Depression zu erkennen. Manchmal stehen auch körperliche Probleme im Vordergrund, sodass die psychischen erst erkannt werden, wenn es keine organischen Ursachen für die Beschwerden gibt. Viele trauen sich auch nicht, offen über die Probleme zu sprechen, was eine Diagnose deutlich erschwert.

Es gibt im Internet einige Tests, die einen Hinweis auf eine Depression liefern können, wie beispielsweise der Goldberg-Test. Allerdings stellen diese Selbsttests keine konkrete Diagnose dar, deshalb sollte bei Beschwerden stets ein Arzt aufgesucht werden. Wenn die Symptome einen stark beeinträchtigen und/oder über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte ein Gang zu einem Mediziner oder Psychologen erfolgen. Bei Suizidgedanken sollte sich umgehend Hilfe gesucht werden.

Diagnose: Depression

Für die Diagnose erfolgt zunächst eine Anamnese (Patientengespräch). Auch eine körperliche Untersuchung kann folgen, um Erkrankungen auszuschließen. Dazu können unter anderem Blutuntersuchungen oder eventuell ein Ultraschall der Schilddrüse gehören.

Die Ärzte in Deutschland richten sich nach der International Classification of Disease (ICD-10 Einteilung), um eine Depression zu erkennen. Es müssen mindestens 2 der Hauptsymptome vorliegen sowie 2 der Nebensymptome. Außerdem müssen diese mindestens 2 Wochen vorhanden sein. Die Anzahl der Symptome sowie deren Ausprägung entscheidet über den Schweregrad der Depression und deren Behandlung.

Um den Schweregrad der Depression zu bestimmen, kann ein psychologisches Testverfahren zum Einsatz kommen. Beim Beck-Depressions-Inventar, kurz BDI, erhält der Patient einen Fragebogen zum Ankreuzen. Anhand von 21 Kategorien wird das Befinden der letzten Wochen erfasst und somit das Ausmaß bestimmt.

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht eine Depression?

Wie eine Depression entsteht, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Ursachen, wobei meist mehrere zusammenwirken. So spielen psychosoziale, biologische und genetische Auslöser eine Rolle bei der Entstehung einer Depression.

  • Bei Betroffenen ist der Botenstoffwechsel des Gehirns gestört. So lässt sich meistens ein Mangel an Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin feststellen. Das kann sowohl eine mögliche Ursache für eine Depression sein als auch eine Folge der Erkrankung. Das Gleiche gilt für fehlregulierte Stresshormone, wozu neben Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol gehört. Bei Depressiven lässt sich häufig ein hoher Cortisolspiegel feststellen.
  • Zwillingsstudien ergaben, dass die genetische Disposition eine Rolle bei der Entstehung einer Depression spielt. So erkranken diejenigen häufiger, die einen nahen Verwandten mit einer Depression haben.
  • Genauso können erschwerte Lebensumstände und belastende Ereignisse die Ursache einer Depression sein, beispielsweise Stress, Burnout, der Verlust des Arbeitsplatzes, Tod eines geliebten Menschen oder Liebeskummer.
  • Andere Erkrankungen kommen ebenfalls als Auslöser infrage, das gilt sowohl für körperliche, wie zum Beispiel Krebs oder eine Schilddrüsenunterfunktion, als auch für psychische Krankheiten, wie Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen (z. B. Schizophrenie) oder Alkoholismus.
    Ob jemand an einer Depression erkrankt und wie stark diese ausgeprägt ist, hängt auch von der Persönlichkeit ab. Entscheidende Faktoren sind unter anderem der Umgang mit schwierigen Situationen und Stress, die Einstellung, ist sie eher positiv oder negativ, und die sozialen Fähigkeiten, eher offen sowie aktiv oder eher zurückhaltend und passiv.

Auch die bisherigen Erfahrungen können eine Depression begünstigen. So erleiden beispielsweise Menschen, die Gewalt oder Missbrauch in der Kindheit erlebt haben, häufiger eine Depression.

Hilfe: Depressionen behandeln

Bei der Behandlung spielen sowohl die Ausprägung als auch die Symptome und eventuelle andere Erkrankungen eine Rolle. Leidet der Betroffene beispielsweise an einer Depression und Angststörung oder Essstörung müssen beide Krankheiten behandelt werden.

Es gibt verschiedene Methoden, um einer Depression zu begegnen. Zum einen gibt es verschiedene Therapien und zum anderen unterschiedliche Medikamente. In vielen Fällen erfolgt eine Kombination beider Methoden. Während schwere Depressionen stets mit Medikamenten und Therapien behandelt werden, teilweise stationär, wird bei einem leichten Verlauf seltener auf Antidepressiva zurückgegriffen.

Mittel gegen Depressionen

Bei Antidepressiva stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die in unterschiedlicher Weise das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Bis eine Wirkung eintritt, können mehrere Wochen vergehen und nicht jedes Mittel hilft bei jedem Menschen. Also, was bei dem einen wirkt, muss bei dem anderen noch lange nicht funktionieren. Außerdem können insbesondere bei älteren Mitteln Nebenwirkungen auftreten.

Normalerweise werden die verschreibungspflichtigen Medikamente bei Depressionen nur über einen bestimmten Zeitraum eingenommen. Allerdings sollten sie weder plötzlich noch eigenmächtig abgesetzt werden, da es so zu einem Rückfall kommen kann.

Bei einer leichten Depression kann Johanniskraut oft eine positive Wirkung erzielen. Es ist zwar rezeptfrei erhältlich, aber trotzdem sollte zuvor Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Schließlich kann Johanniskraut sowohl Nebenwirkungen als auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Die Homöopathie hält auch verschiedene Mittel parat, wie zum Beispiel Sepia, Phosphorus oder Natrium muriaticum. Jedoch entscheidet stets der Einzelfall, sprich der Betroffene und seine Beschwerden, darüber, welches Homöopathika verwendet wird. Allerdings konnte bisher keine positive Wirkung belegt werden. Generell sollten homöopathische Mittel nur als zusätzliche Ergänzung eingesetzt werden und stets in Rücksprache mit einem Homöopathen.

Therapeutische Maßnahmen bei Depressionen

Des Weiteren gibt es verschiedene Therapien, die bei einer Depression helfen können.

  • Meistens kommen kognitive Verhaltenstherapien zum Einsatz. Hierbei hilft der Therapeut die Handlungen des Patienten zu verändern und depressive Denkmuster sowie Verhaltensweisen abzubauen und durch positive zu ersetzen.
  • In einigen Fällen ist eine klassische Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie besser geeignet. Dabei werden negative Erlebnisse, die nicht verarbeitet wurden und als Auslöser in Betracht kommen, aufgearbeitet.
    Es gibt aber auch noch andere Therapieansätze, die manchmal hilfreich sein können oder zusätzlich unterstützen, wie zum Beispiel eine Kunst- oder Familientherapie. Auch die Angehörigen von Depression-Betroffenen können mit in die Therapie eingebunden werden. Sie können aber auch Unterstützung erhalten, zum Beispiel in Form von Selbsthilfegruppen.

Egal welche Therapie zum Einsatz kommt, der Erfolg und die Dauer hängen unter anderem vom Schweregrad, dem Startzeitpunkt, aber auch von der Bereitschaft des Patienten und dem Verhältnis zum Therapeuten ab.

Unterstützende Selbsthilfemaßnahmen bei Depressionen

Als Unterstützung bei der Behandlung von Depressionen können Meditation, Achtsamkeitstraining, Entspannungsübungen, pflanzliche Mittel, Musik und Massagen hilfreich sein. Auch eine gesunde Ernährung und insbesondere Sport können bei der Linderung der Symptome unterstützen. Generell gilt, je früher ein Betroffener sich Hilfe sucht, umso besser sind die Heilungschancen.

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