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Pantoprazol - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Ratgeber zu Pantoprazol

Zusammenfassung

Pantoprazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Protonenpumpen-Hemmer. Er verringert die Sekretion der Magensäure und wird unter anderem bei Magenbrennen, zur Behandlung der Refluxkrankheit sowie Magen- und Darmgeschwüren und als Magenschutz bei der Einnahme von Schmerzmitteln verwendet.

Was ist Pantoprazol?

Pantoprazol ist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich und wird gegen Magen- und Sodbrennen sowie bei saurem Aufstoßen und bei Magen- und Darmgeschwüren eingesetzt. Darüber hinaus dient Pantoprazol zum Schutz des Magens bei einer regelmäßigen Behandlung mit bestimmten Schmerzmitteln. In Kombination mit geeigneten Antibiotika kommt Pantoprazol in der sogenannten Eradikationstherapie von Helicobacter pylori zur Beseitigung dieses Bakteriums aus dem Körper des Betroffenen zum Einsatz. Helicobacter pylori ist häufig der Auslöser der Magenschleimhautentzündung und kann auch zu Erkrankungen wie Magen- und Zwölffinger-darmgeschwüren oder auch Magenkrebs beitragen.

Wie wirkt Pantoprazol?

Pantoprazol gehört zur Wirkstoff-Gruppe der Protonenpumpen-Hemmer (Protonenpumpen-Inhibitoren, PPI). Es handelt sich bei Pantoprazol um ein Prodrug, eine inaktivierte Vorstufe eines Medikaments. Es wird im Darm aufgenommen und über den Blutkreislauf zu spezialisierten Zellen des Magens, den Belegzellen, transportiert. Hier wird Pantoprazol in seine aktive Form umgewandelt und kann seine Wirkung entfalten. Der Wirkstoff vermindert die Ausschüttung von Magensäure, in dem er in den Belegzellen der Magenschleimhaut an die Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) bindet und diese hemmt. In der Folge stehen weniger Wasserstoffionen für die Bildung von Magensäure zur Verfügung.

Wie und bei welchen Beschwerden wird Pantoprazol angewendet?

Pantoprazol ist in Form von magensaftresistenten Tabletten, Granulat sowie als Präparat zur Injektion erhältlich. In der Regel dienen Tabletten mit einer Wirkstoffkonzentration von 20 oder 40 Milligramm Pantoprazol der Behandlung. Je nach Anwendungsgebiet werden die Tabletten ein- bis zweimal täglich vor den Mahlzeiten eingenommen.

Es hängt von der Dosis ab, wie stark die Ausschüttung der Magensäure verringert wird. Die volle Wirkung tritt zeitlich verzögert innerhalb von drei bis fünf (max. sieben) Tagen ein. Pantoprazol ist wesentlich länger wirksam, als es seine kurze Halbwertszeit (der Zeitraum, in welcher die Konzentration des Medikaments im Blut auf ihren halben Wert absinkt) von 1,5 Stunden vermuten ließe, sodass es in den häufigsten Fällen ausreicht, Pantoprazol einmal täglich einzunehmen.

Zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen (z. B. saures Aufstoßen, Sodbrennen) bei Erwachsenen wird empfohlen, 20 Milligramm Pantoprazol pro Tag über zwei bis drei Tage einzunehmen. Sobald eine vollständige Linderung der Symptome eintritt, ist die Behandlung zu beenden.

Für die symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (Rückfluxkrankheit) empfiehlt sich eine tägliche Einnahme von 20 Milligramm von Pantoprazol über zwei bis vier Wochen oder auch über weitere vier Wochen. Für die Langzeitbehandlung der Refluxösophagitis und um zu verhindern, dass Rückfälle auftreten, wird eine Erhaltungsdosis von 20 Milligramm Pantoprazol pro Tag empfohlen. Tritt ein Rezidiv (Rückfall) auf, kann die Dosis auf 40 Milligramm Pantoprazol pro Tag erhöht werden und nach Abheilung wieder auf 20 Milligramm reduziert werden.

Die Behandlung von Magen- und (Zwölffinger-)Darmgeschwüren bei Erwachsenen umfasst gewöhnlich eine tägliche Einnahme von 40 Milligramm Pantoprazol täglich über zwei bis vier Wochen.

Zur Unterstützung der Eradikationstherapie von Helicobacter pylori mit zwei geeigneten Antibiotika bei positiven Patienten werden zweimal täglich 40 Milligramm Pantoprazol empfohlen. Die kombinierte Therapie wird in der Regel über sieben Tage eingenommen und kann um sieben weitere Tage verlängert werden.

Magen-Schutz: Parallel zu einer kontinuierlichen Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln (nicht-selektive, nicht steroidale Antirheumatika, NSAR) wird eine Einnahme von täglich 20 Milligramm Pantoprazol empfohlen, um der Ausbildung von durch diese Medikamente provozierten Geschwüren im Magen-Darmbereich vorzubeugen.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte Pantoprazol nicht eingenommen werden. Ein Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollte Pantoprazol nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden.

Für Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion gilt die Empfehlung, eine Tagesdosis von 20 Milligramm Pantoprazol nicht zu überschreiten.

Aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit wird Pantoprazol für die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren nicht empfohlen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Einnahme von Pantoprazol kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Allergie und Juckreiz

Bei langer Anwendung von Protonenpumpen-Hemmern kann ein Magnesiummangel entstehen. Deshalb sollten bei einer Langzeitbehandlung die Magnesiumwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Gibt es Wechselwirkungen?

Da Pantoprazol die Sekretion (Abgabe) der Magensäure verringert, ist es möglich, dass es die Aufnahme von anderen Arzneimitteln beeinflusst, sofern diese von der Säurekonzentration, dem pH-Wert, im Magen abhängig ist. Ein Beispiel dafür ist das Antimykotikum (Anti-Pilzmittel) Ketoconazol. Es löst sich im basischen Milieu schlechter auf. Aus diesem Grund wird empfohlen, Ketoconazol gemeinsam mit einem sauren Getränk wie z. B. Coca-Cola einzunehmen.

Die Aufnahme des HIV-Arzneimittels Atazanavir ist ebenfalls abhängig vom pH-Wert, und seine Bioverfügbarkeit wird entsprechend durch die Wirkung von Pantoprazol eingeschränkt. Aus diesem Grund wird empfohlen, diese Präparate nicht gleichzeitig einzunehmen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Pantoprazol und Vitamin-K-Antagonisten sollte die Prothrombin-Zeit/INR, (Maß für die Blutgerinnung) überwacht werden.

Expertenrat: Theresa Holler

Expertenrat

"Die Beratung und Information unserer Kunden liegt uns besonders am Herzen: Mit dem Ratgeber erhalten Sie kompaktes Apotheker-Wissen zu vielen Gesundheitsthemen – recherchiert und geschrieben von unserem Experten-Team."

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