Navigation überspringen
Online Apotheke - shop-apotheke.com
  • Warenkorb
    0
Zurück zur Ratgeber-Übersicht

Hämorrhoiden: Symptome & Behandlung | SHOP APOTHEKE

Hämorrhoiden

Zum Arzt, weil es am After nässt, juckt und brennt? Ja, auf jeden Fall! Es mag Ihnen etwas peinlich sein, mit solchen Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, aber es ist viel schlimmer, wenn Sie vor lauter Scham nicht hingehen!

Im Übrigen sind Sie mit solchen Beschwerden keinesfalls eine Ausnahme. Experten gehen davon aus, dass rund die Hälfte aller Erwachsenen (v.a. jene jenseits der 30) an Hämorrhoiden leiden.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind gar keine Krankheit, sondern die Bezeichnung für ein arteriell-venöses Polstergeflecht zwischen Enddarm und Schließmuskel. Gemeinsam mit dem Schließmuskel sorgen sie für eine gute Abdichtung. Während des Stuhlgangs entspannt sich der Schließmuskel und auch die blutgefüllten Hämorrhoiden geben ihr Blut ins Gefäßsystem ab. Anschließend spannt sich der Schließmuskel wieder an und die Hämorrhoiden füllen sich erneut mit Blut. Ergebnis: Der Darm ist nach außen hin dicht, nichts kann jetzt unbemerkt hinausgelangen.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden! Schließlich gehören diese Gefäße zum Enddarm hinzu. Erst wenn die Hämorrhoiden nicht mehr richtig funktionieren, entsteht eine Krankheit: das Hämorrhoidalleiden.

Infografik – Entwicklungsstadien von Hämorrhoiden

Symptome: Welche Beschwerden verursachen Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind anfällig: Sie können ausleiernknotig werden und anschwellen. Ihre Abdichtungsfunktion wird durchlässig. Schleim aus dem Darm kann austreten und Symptome wie BrennenJuckreiz, Nässe oder Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Nach dem Toilettengang kann ein Gefühl der unvollständigen Entleerung entstehen. Unter Druck können zudem Hämorrhoiden aufplatzen, sodass sich hellrotes Blut auf dem Stuhl zeigt.

Blut auf dem Stuhl ist für viele Betroffene dann doch endlich der Grund, einen Arzt aufzusuchen.

Mit dem Hämorrhoidalleiden zum Arzt

Hämorrhoidalleiden gehören in die Hände eines Facharztes, eines sogenannten Proktologen. Eine einfache, schmerzlose Tastuntersuchung oder dem Proktoskop, einem kleinen Rohr, gibt in vielen Fällen Aufschluss und eine Einordnung der Schwere des Leidens:

Bezeichnung des Hämorrhoidalleidens: Hämorrhoiden Grad 1
Symptome: Die Hämorrhoiden sind leicht vergrößert, Blut tritt aus.

Bezeichnung des Hämorrhoidalleidens: Hämorrhoiden Grad 2
Symptome: Die Hämorrhoiden sind so vergrößert, dass sie beim Pressen während des Stuhlgangs hervortreten (sich aber danach wieder zurückziehen). Der Betroffene bemerkt Blutungen, Nässen, Juckreiz und Brennen. In seltenen Fällen auch Schmerzen. Außerdem können Betroffene das Gefühl haben, dass sich der Darm unvollständig entleert und dass unbemerkt Stuhl austritt.

Bezeichnung des Hämorrhoidalleidens: Hämorrhoiden Grad 3
Symptome: Die Beschwerden werden heftiger, die knotigen Hervortretungen der Hämorrhoiden ziehen sich nicht mehr von selbst zurück.

Bezeichnung des Hämorrhoidalleidens: Hämorrhoiden Grad 4
Symptome: Zusätzlich starke Schmerzen. Manchmal gerinnt sogar das Blut in den Hämorrhoiden, sodass es zu einer sog. Hämorrhoidalthrombose kommen kann.

Hämorrhoidalleiden – die Behandlung

Nicht in jedem Fall ist gleich eine OP nötig! Wenn die vergrößerten Hämorrhoiden keine Beschwerden verursachen, wird Ihnen Ihr Arzt zu einer leichten Optimierung Ihres Lebensstils raten: mehr Bewegungballaststoffreiche Ernährung sind die beiden wichtigsten Elemente, um den Hämorrhoiden zu helfen.

Für die leichten Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder Schwellungen wird Ihnen Ihr Arzt spezielle Medikamente verschreiben:

  • Salben (z.B. mit dem betäubenden Wirkstoff Lidocain)
  • Cremes oder Zäpfchen (z.B. mit Hamamelis) gegen das Jucken und Brennen.

Analtampons (werden wie Zäpfchen in den Enddarm eingeführt) sorgen dafür, dass der Darmausgang fest verschlossen ist und die empfindliche Haut nicht zusätzlich durch unwillkürlichen Stuhlabgang gereizt wird.

Aber das ist stets nur eine Akuttherapie. Bleiben die Beschwerden bestehen, müssen Sie erneut zum Arzt.

Eine Verödung der Hämorrhoiden ist wohl die bekannteste Methode, das Leiden einzudämmen. Dabei wird vom Arzt ein Mittel injiziert, dass die Blutzufuhr in den Hämorrhoiden drosselt. Sie schwellen weniger stark an, die Beschwerden bessern sich. Bei einer Ligatur wird vom Arzt ein Gummiring über eine vergrößerte Hämorrhoide gestreift. Die Hämorrhoide ist damit von der Blutversorgung abgeschnitten. Innerhalb weniger Tage stirbt sie ab und fällt – gemeinsam mit dem Gummiring – einfach ab.

Daneben gibt es andere Operationsverfahren, die bei schwereren Fällen zum Einsatz kommen: Bei einer herkömmlichen Operation werden vergrößerte Hämorrhoiden chirurgisch entfernt. Andere chirurgische Verfahren sind Nähte rund um die Blutgefäße, die zu den Hämorrhoiden führen (doppler-assisistierte Hämorrhoidalarterienligatur – HAL, oder Rekto-Anal-Reapir – RAR) oder eine chirurgische Fixierung der Hämorrhoiden (Stapler-Hämorrhoidopexie), sodass sie nicht mehr aus dem After heraustreten können.

Infografik – Hämorrhoiden vorbeugen mit diesen Tipps

Der träge Darm – die Hauptursache des Hämorrhoidalleidens

Hämorrhoidalleiden sind in den allermeisten Fällen eine Folge unseres Lebensstils – und darin liegen die Ursachen: Wir sitzen zu viel, und laufen zu wenig. Wir essen zu wenige Ballaststoffe, aber zu viel Zucker. Wir trinken zu wenig Wasser, aber zu viel Alkohol. Allzu oft ist unser Säure-Basen-Haushalt eher in Richtung „sauer“ verschoben.

Diese Lebensgewohnheiten machen nicht nur Übergewicht, sie belasten auch den Darm, der mit Verstopfung reagiert. Dann muss beim Stuhlgang länger gepresst werden und länger gesessen – und genau das erhöht den Druck auf die Hämorrhoiden.

Sonderfall: Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft kann durchaus zu einem Hämorrhoidalleiden führen. Verantwortlich dafür sind – neben dem zunehmenden Gewicht des Kindes – die Hormone, die der Körper ausschüttet, um Mutter und Kind optimal zu versorgen. Diese Hormone machen den Darm träger und das Bindegewebe in und um den Beckenboden weicher und elastischer. Für die Hämorrhoiden ist das nachteilig – doch normalerweise nur kurzzeitig. Ist das Kind auf der Welt, bilden sich in den allermeisten Fällen auch die Hämorrhoiden der Mutter wieder zurück.

Sonderfall: Schwaches Bindegewebe

Was in der Schwangerschaft nur zeitweilig ein Problem ist, das schwache Bindegewebe, ist bei manchen Menschen genetisch bedingt. Und: Im Alter erschlafft das Bindegewebe ohnehin, sodass v.a. ältere Menschen häufiger an einem Hämorrhoidalleiden erkranken.

Hämorrhoiden –Tipps und Hausmittel

Die schlechte Nachricht: Hämorrhoidalleiden sind oft eine Folge unseres Lebensstils. Die gute Nachricht: Dieser lässt sich durchaus ändern!

  1. Trinken Sie ausreichend! Nicht für jeden Menschen gilt die 1,5 Liter-Empfehlung, doch manchmal schwindet das Durstempfinden, v.a. bei älteren Menschen und deshalb gehört eine Flasche mit Wasser auf jeden Sofatisch – und in jedes Büro!
  2. Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten! Das sorgt für mehr Volumen beim Darminhalt und für einen besseren pH-Wert im Darm.
  3. Bewegen Sie sich ausreichend! So kommt Ihre Verdauung in Schwung und Sie leiden weniger unter Verstopfung.
  4. Gehen Sie zur Toilette, wenn Sie müssen! Vielen Menschen ist es unangenehm, öffentliche Toiletten aufzusuchen, wenn Sie Stuhldrang verspüren. Doch wer häufig den Gang zur Toilette auf später verschiebt, erhöht den Druck in und um den Darm.
  5. Machen Sie ein Sitzbad! Zweimal täglich fünf Minuten in warmem Wasser sitzen hilft gegen das Jucken oder Brennen am After.
  6. Bleiben Sie nicht zu lange auf der Toilette! Der Stuhl entleert sich normalerweise innerhalb weniger Minuten. Ein Toilettenhocker kann helfen, die richtige Sitzposition einzunehmen.

Achtung: Ehe Sie Quellstoffe wie indische Flohsamen oder Leinsamen einnehmen, um Ihren müden Darm auf Trab zu bringen, sollten Sie sich vergewissern, dass er ansonsten gesund ist – und einfach nur mal etwas träge. Eine ärztliche Abklärung ist bei einer (chronischen) Verstopfung unumgänglich!

Reden Sie mit Arzt darüber, wenn Sie vermuten, dass Ihre Hämorrhoiden beeinträchtigt sind. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und schnell erledigt. Die therapeutischen Hilfen sind erprobt und die Chance auf ein unbeschwertes Leben sehr hoch!

Weitere Produkte zum Thema Hämorrhoiden

Alle Ergebnisse anzeigen
  • Schwangerschaftsvitamine
  • Darmflora
  • Durchfall

Expertenrat: Theresa Holler

Expertenrat

"Die Beratung und Information unserer Kunden liegt uns besonders am Herzen: Mit dem Ratgeber erhalten Sie kompaktes Apotheker-Wissen zu vielen Gesundheitsthemen – recherchiert und geschrieben von unserem Experten-Team."

Als leitende Apothekerin steht Theresa Holler mit Ihrem großen Apotheker-Team hinter unseren Ratgebern. Hier erhalten Sie immer fundiertes Wissen zu vielen verschiedenen Gesundheitsthemen. Mit dem Ratgeber von SHOP APOTHEKE können Sie sich nicht nur schnell über verschiedene Themen informieren, Sie erhalten außerdem wichtige Apotheker-Tipps zu bewährten Arzneimitteln.