Schilddrüsenknoten – Symptome, Ursachen und Behandlung

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Schilddrüsenknoten lassen sich ab einer bestimmten Größe entweder ertasten oder sie rufen Beschwerden hervor. Mediziner unterscheiden heiße und kalte Knoten, die sich nur mithilfe bildgebender Verfahren zuverlässig unterscheiden lassen. Um sicherzugehen, dass es sich bei einer Geschwulst am Hals nicht um ein bösartiges Karzinom oder eine Schilddrüsenüberfunktion infolge eines heißen Knotens handelt, ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Die meisten Schilddrüsenknoten hierzulande sind eine Folge der jodarmen Böden in Deutschland, weshalb zu geringe Mengen des Spurenelements in landwirtschaftliche Produkte übergehen. In den meisten Fällen trägt eine jodreiche Ernährung dazu bei, den Mangel auszugleichen, die bestehenden Knoten zu verkleinern und der Bildung neuer Knoten entgegenzuwirken.
Wie äußern sich Schilddrüsenknoten?

Schilddrüsenknoten können sich durch ein gewisses Druckempfinden oder Engegefühl im Hals bemerkbar machen. Mitunter tun sich betroffene Personen schwer zu schlucken, sind permanent heiser oder neigen dazu, sich räuspern zu müssen. Während manche Knoten klein bleiben, können andere so stark an Umfang zunehmen, dass sie von außen tastbar sind. Fachleute unterscheiden zwischen heißen und kalten Schilddrüsenknoten. Beide Formen sind grundsätzlich gutartig, lediglich zwei Prozent der kalten Knoten entarten zu Krebs.
In Deutschland tragen etwa 25 Prozent der Bevölkerung Schilddrüsenknoten in sich, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Dieses Phänomen lässt sich auf alle europäischen Länder übertragen, da die Jodversorgung in Europa nicht ausreichend ist. Frauen erhalten diese Diagnose häufiger als Männer. Da vor allem kleine Knoten keine Beschwerden verursachen, sind sie meist ein Zufallsbefund im Rahmen einer Untersuchung der Halsschlagadern, um abzuklären, ob ein erhöhtes Risiko für eine Arterienverkalkung vorhanden ist. Wichtig zu wissen: Normgerechte Schilddrüsenwerte bedeuten nicht automatisch, dass das Organ frei von Knoten ist.
Was verursacht Schilddrüsenknoten?
Knoten in der Schilddrüse entstehen, wenn sich im Organinneren Zellen verändern oder vergrößern. In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist dafür vor allem ein Jodmangel verantwortlich. Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das unverzichtbar für die Funktion der Schilddrüse ist. Da der Körper es nicht selbst herstellen kann, muss der Mensch es über die Nahrung aufnehmen. Gleichzeitig ist der Jodgehalt der Böden hierzulande so gering, dass aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellte Lebensmittel keine ausreichenden Mengen dieses Spurenelements aufweisen. Aus diesem Grunde ist die Nahrungsmittelindustrie seit Jahrzehnten gehalten, ihre Produkte freiwillig mit jodhaltigem Speisesalz anzureichern. Allerdings sind die Beimengungen Studien zufolge in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Dies macht sich im aktuellen Jodmonitoring des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bemerkbar. Danach nimmt die Versorgung der Bevölkerung mit Jod immer weiter ab: Etwa 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen nicht genügend Jod auf und haben ein Risiko für eine Jodunterversorgung.
Allerdings steckt hinter einem Schilddrüsenknoten nicht immer ein Jodmangel. Manchmal handelt es sich auch um eine Zyste, also einen abgekapselten flüssigkeitsgefüllten Hohlraum. Oder es liegt eine Verkalkung beziehungsweise ein bösartiges Schilddrüsenkarzinom vor.
Wann zum Arzt bei Schilddrüsenknoten?
Wer tastbare Knoten am Hals feststellt, sollte einen Termin beim Hausarzt vereinbaren. Denn obgleich die Mehrzahl aller Knoten ungefährlich ist, ist es ratsam, andere Diagnosen auszuschließen. Hierzu zählt nicht nur ein bösartiges Schilddrüsenkarzinom. Auch wenn plötzlich Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Durchfall und Schwitzen auftreten, ist eine Untersuchung der Schilddrüse sinnvoll. All diese Symptome können auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als Folge eines heißen Knotens oder auf eine Schilddrüsenentzündung (Hashimoto Thyreoiditis) hinweisen.
Was macht der Arzt bei Schilddrüsenknoten?
Um die Symptomatik der betroffenen Person richtig einschätzen zu können, steht am Beginn des Arztbesuchs eine gründliche Anamnese. Auf diese Weise ermittelt der Mediziner die bisherige Krankengeschichte und erkundigt sich nach konkreten Beschwerden. Als nächstes tastet er die Schilddrüse ab und führt eine Ultraschalluntersuchung durch, auf der sich etwaige Knoten meist gut erkennen lassen. Vor allem, wenn ein solches Gebilde groß genug ist, kann der Arzt es meist problemlos von außen ertasten.
Hat die Sonografie Knoten gezeigt, erfolgt je nach Verdachtsdiagnose die Überweisung an eine radiologische Praxis zur Szintigrafie. Dieses Verfahren vermag nicht nur heiße von kalten Knoten zu unterscheiden, es kann auch eine Schilddrüsenüberfunktion infolge eines heißen Knotens nachweisen – vor allem, wenn sich erst kürzlich Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Durchfall und Schwitzen eingestellt haben. Bestätigt die Szintigrafie, dass kalte Knoten vorhanden sind, kann die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) angezeigt sein. Sie erlaubt den Nachweis, ob sich womöglich eine bösartige Geschwulst gebildet hat, die behandlungsbedürftig ist.
Da die meisten Schilddrüsenknoten harmlose Gebilde sind, bedürfen sie in der Regel keiner Therapie – vor allem, wenn sich ein Krebsgeschehen im Szintigramm nicht bestätigt hat und der Knoten keine Beschwerden verursacht. Sind sie einem Jodmangel geschuldet, kann der Arzt gegebenenfalls Jodtabletten verschreiben, um ein weiteres Wachstum von Schilddrüsengewebe zu verhindern. Haben die Knoten indes eine Größe erreicht, die Beschwerden verursacht, kommen zwei Optionen in Betracht: Zum einen eine Operation, um sie zu entfernen, zum anderen eine Radiojodtherapie. Bei letztgenannter Option wird die betroffene Person mit radioaktivem Jod behandelt, das Schilddrüsengewebe und damit die Knoten zerstört.
Was können Sie selbst bei Schilddrüsenknoten tun?
Wenn Sie Schilddrüsenknoten vorbeugen möchten, sollten Sie regelmäßig jodreiche Lebensmittel zu sich nehmen. Ausnahme: Sie leiden unter einer Schilddrüsenüberfunktion.
Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Jod-Tagesdosis ist abhängig vom Alter: 40 bis 80 Mikrogramm bei Säuglingen, 200 Mikrogramm bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie 230 bis 260 Mikrogramm für schwangere und stillende Frauen. Die gleichen Empfehlungen gelten für Österreich. Für die Schweiz sind die empfohlenen Mengen etwas geringer.
So erhöhen Sie Ihren Jodhaushalt:
- Setzen Sie mindestens zweimal pro Woche Seefisch (z. B. Kabeljau, Schellfisch, Alaska-Seelachs) oder Meeresfrüchte (z. B. Garnelen, Muscheln, Hummer) auf den Speiseplan.
- Für Vegetarier oder Veganer kommen Algen (Seetang) in Betracht, allerdings schwanken die Werte häufig aufgrund der geografischen Herkunft. Achten Sie beim Kauf daher unbedingt auf die Werte, die auf der Packung angegeben sind, und vergleichen Sie sie mit den Empfehlungen der DGE.
- Auch Milch, Milchprodukte und Eier liefern das wertvolle Spurenelement, sofern die Hühner und Kühe mit jodiertem Futtermittel gefüttert wurden.
jodiertes Speisesalz, um Gerichte zu würzen. Dies trägt dazu bei, den täglichen Jodbedarf zu decken.
Veröffentlicht am: 02.06.2026
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Quellen:
[1] Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Schilddrüsenknoten. https://www.endokrinologie.net/krankheiten-schilddruese-knoten.php
[2] Arztinformationssystem Deximed in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Knoten in der Schilddrüse. https://deximed.de/home/klinische-themen/endokrinologie-stoffwechsel/patienteninformationen/schilddruese/schilddruesenknoten
[3] Deutsche Krebsgesellschaft. ONKO Internetportal. Schilddrüsenkrebs – Symptome. https://www.amboss.com/de/wissen/klimakterium/
[4] Amboss. Schilddrüse. https://www.amboss.com/de/wissen/schilddruse/
[5] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Jodversorgung in Deutschland: Ergebnisse des Jodmonitorings. https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/degs-jod-studie.html
[6] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Jod. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/
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