Risikofaktoren für Diabetes

Risikofaktoren für Diabetes

Wenn wir die Risikofaktoren für Diabetes besprechen, müssen wir wegen der unterschiedlichen Ursachen zwischen den Diabetes-Typen 1 und 2 unterscheiden.

Risikofaktoren des Diabetes-Typ-1

Diabetes-Typ-1 ist eine Autoimmunerkrankung, die in etwa 10 % der Erkrankungsfälle von den Eltern vererbt wird. Geschwister oder Kinder eines Typ 1-Diabetikers haben daher ein Risiko von 5 %, ebenfalls daran zu erkranken. Sind beide Eltern betroffen, erhöht sich das Krankheitsrisiko für ihre Kinder auf etwa 30 %. In 90 % aller Fälle wird der Diabetes-Typ-1 jedoch nicht vererbt, sondern die Erkrankung tritt spontan auf. Trotzdem könnte auch hier eine genetische Veranlagung vorhanden sein, bei der möglicherweise Umweltfaktoren, wie zum Beispiel Umweltgifte oder Virusinfektionen, als Auslöser für die Autoimmunerkrankung wirken könnten. Das ist aber noch Gegenstand der Forschung. Menschen ohne erbliche Vorbelastung haben ein Risiko von etwa 0,3–0,4 %.

Risikofaktoren des Diabetes-Typ-2

Wegen der vollkommen anderen Entstehungsweise sind für den Diabetes vom Typ-2 auch andere Risikofaktoren entscheidend. Beim Typ-2-Diabetes spielt die Vererbung eine deutlich größere Rolle als bei Typ-1. Die Geschwister oder Kinder eines Typ-2-Diabetikers haben ein um etwa 25 % höheres Risiko, selbst an Diabetes-Typ-2 zu erkranken. Sind beide Elternteile betroffen, steigt das Risiko der Kinder sogar auf etwa 50 %. Menschen ohne erbliche Vorbelastung haben dagegen nur ein Risiko von etwa 5 %.

Außerdem haben für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes der persönliche Lebensstil und bestimmte andere Erkrankungen einen großen Einfluss. Als Risikofaktoren, die die Entstehung von Diabetes-Typ-2 begünstigen, gelten vor allem folgende Faktoren:

  • Übergewicht ist nach Meinung vieler Experten der wichtigste Risikofaktor für Typ-2-Diabetes, besonders gefährlich ist Bauchfett.
  • Ein Blutdruck von über 140/90 mmHg erhöht das Risiko.
  • Bewegungsmangel (Bewegung hilft dabei, das Gewicht zu reduzieren, die Glucose zu verstoffwechseln und macht die Zellen mehr insulinsensitiv).
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Störungen des Fettstoffwechsels, z.B.:
    • ein HDL-Fettwert < 35 mg/dl (High Density Lipoprotein, „gutes“ Cholesterin)
    • ein Anstieg der Triglyzeride auf > 250 mg/dl
    • ein Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL von über 5
  • Schwangerschaftsdiabetes
    Frauen, die während der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit später an Diabetes-Typ-2. Das gleiche gilt für Frauen, die ein Kind mit einem Geburtsgewicht von mehr als 4 kg entbinden.
  • Frauen mit polycystischem Ovarialsyndrom (eine Hormonstörung, bei der zu viel männliches Hormon gebildet wird), haben ein erhöhtes Diabetesrisiko. Die Ursachen dafür sind noch nicht endgültig geklärt. Eine Vermutung ist, dass die vermehrte Produktion männlicher Geschlechtshormone zu einer vermehrten Insulinausschüttung und zu einer Insulinresistenz der Zellen beiträgt.
  • Andere Faktoren und Erkrankungen
    Ein erhöhtes Diabetes-Risiko besteht, wenn Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hatten, wenn Sie an Schizophrenie, bipolarer Störung oder Depression leiden oder mit Neuroleptika (Antipsychotika) behandelt wurden. Das liegt daran, dass manche Medikamente dazu beitragen können, dass Diabetes ausbricht oder ein bestehender Diabetes sich verschlechtert. Dazu gehören, u.a.:
  • Kortison und seine Abkömmlinge (nicht örtlich angewandte Präparate wie z.B. Salben)
  • harntreibende Medikamente, z. B. Thiazide
  • blutdrucksenkende Medikamente, z. B. Betablocker
  • Ovulationshemmer („Antibabypille”)
  • Antidepressiva, Lithium

Quellen:
http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/diabetes/basics/risk-factors/con-20033091
https://www.diabetes.org.uk/Preventing-Type-2-diabetes/Diabetes-risk-factors/
https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/typ-2-diabetes/risikofaktoren/index.html
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/ursachen-risikofaktoren/
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-1-diabetes/ursachen-risikofaktoren/

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