Schnelleinstieg in unsere Themen

Machen Sie Shop-Apotheke bei Google zu Ihrer bevorzugten Quelle für schnelle Gesundheits-Checks und Alltagstipps.

Machen Sie Shop-Apotheke bei Google zu Ihrer bevorzugten Quelle für schnelle Gesundheits-Checks und Alltagstipps.
In der Therapie verschiedener Erkrankungen spielt Selbsthilfe eine große Rolle. Aufgrund der Digitalisierung des Gesundheitswesens gibt es Selbsthilfeangebote inzwischen auch digital und online. Das bringt viele Vorteile mit sich, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, in ländlichen Regionen und mit erhöhtem oder speziellem Betreuungsbedarf.
Mit der Entwicklung digitaler medizinischer Gesundheitsanwendungen oder E-Health-Tools eröffnen sich in der Gesundheitsversorgung immer mehr Möglichkeiten, therapeutische Unterstützung über das Internet jederzeit und überall anzubieten und zu erhalten. Dadurch bekommt eine zunehmende Anzahl Menschen Zugang zu Ressourcen und Informationen, die ihnen helfen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden eigenständig zu verbessern. Erkrankte können selbstbestimmter und selbstständiger ihre Therapie anwenden und sich jederzeit bei Bedarf Hilfe holen. Aber mithilfe von E-Health kann nicht nur allgemeine Therapieunterstützung geleistet werden, es gibt auch digitale Anwendungen speziell für Selbsthilfe. Doch was bedeutet das, wie läuft Online-Selbsthilfe ab und für wen kommt sie infrage?
Als Online-Selbsthilfen gelten alle digitalen Ressourcen und Tools zur Unterstützung von Betroffenen und/oder deren Angehörigen im Umgang mit einer Erkrankung oder anderen gesundheitlichen Problemen und deren Bewältigung. Online-Selbsthilfe dient in diesem Zusammenhang dazu, dabei zu helfen, die persönlichen Gesundheitsziele zu erreichen.
Anbieter von Online-Selbsthilfe, wie Selbsthilfeorganisationen oder Zusammenschlüsse von Betroffenen, nutzen dafür digitale Instrumente aus dem Bereich Mobile Health (mHealth). Dazu gehören zum Beispiel Webseiten oder Gesundheits- bzw. Online-Plattformen, Apps und soziale Medien, die unter anderem Gesundheitsinformationen, Beratung und Anleitungen zur Selbsthilfe bieten. Häufige Formate für Online-Selbsthilfe sind:
Online-Kurse beziehungsweise Online-Selbsthilfegruppen unter psychotherapeutischer Anleitung
Videokonferenzen beziehungsweise Videosprechstunden mit betreuendem Fachpersonal
Mailinglisten (E-Mail-Verzeichnisse), über die Betroffene und/oder Angehörige per E-Mail eine Gruppe von Mitgliedern kontaktieren und sich mit allen gleichzeitig austauschen können
Chats zum Beispiel über Messenger wie Signal, Threema und Wire oder Foren, in denen Betroffene sich untereinander online austauschen und so eine Gemeinschaft mit ebenfalls Betroffenen finden können
Anzumerken ist, dass sich Online-Selbsthilfegruppen oder Online-Kurse sowie Videosprechstunden inhaltlich in der Regel nicht von Vor-Ort-Angeboten beziehungsweise Sprechstunden in einer Praxis unterscheiden. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem darin, dass sich die Gesprächsparteien nicht persönlich und direkt gegenübersitzen.
Im Gegensatz dazu ist die Kommunikation über E-Mail oder in einem Chat größtenteils anonym und unpersönlich. Allerdings bietet dieser Weg des Austauschs eine größere Reichweite.
Online-Selbsthilfe ist vielfältig und wird für unterschiedliche Bereiche rund um die Themen Gesundheit und Krankheit angeboten, etwa:
Suchterkrankungen: z. B. Alkohol, Tabak, Drogen, Medikamente, Glücksspiel betreffend
Psychische Störungen: z. B. Depressionen, Verhaltens- und Angststörungen, Burn-Out, Borderline
Erkrankungen: z. B. Krebs, AIDS, Diabetes, Fettleibigkeit (Adipositas), Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis)
Behinderungen: z. B. orthopädische oder neurologische Beeinträchtigung durch Amputation oder Muskelschwund bzw. Blindheit oder Taubheit
Besondere Lebenssituationen: z. B. Selbsthilfe für Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende, Obdachlose, Homosexuelle, Trauernde, Schuldnerinnen und Schuldner, Suizidgefährdete
Interessierte und Betroffene können sich über die Online-Selbsthilfe meist auch zu Themen wie Krankschreibung, Versicherung, Probleme am Arbeitsplatz und Hilfen für die Familie beraten lassen.
Über die Datenbank der nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) können Betroffene und Angehörige erfahren, welche Selbsthilfegruppen es vor Ort oder online für sie gibt.
Gegenüber Selbsthilfeprogrammen und Selbsthilfegruppen, die vor Ort stattfinden, bietet die Online-Selbsthilfe einige Vorteile:
Personalisierung: Viele E-Health-Tools bieten auf den Einzelnen zugeschnittene Programme und Feedback, basierend auf den individuellen Daten und Bedürfnissen des oder der Nutzenden.
Spezifische Themen: Online-Selbsthilfe(-gruppen) gibt es für unterschiedliche Problematiken beziehungsweise Erkrankungen. Sie können Menschen mit gleichen oder ähnlichen Beschwerden zusammenbringen, für die es aufgrund der Spezifität lokal möglicherweise keine Selbsthilfegruppen gibt.
Zugänglichkeit: Digitale Ressourcen sind rund um die Uhr über Smartphone, Tablet und PC verfügbar, was besonders für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Gebieten von Bedeutung ist. Für sie können Online-Selbsthilfegruppen eine praktikable und hilfreiche Alternative zu Kursen vor Ort sein. Denn oft sind Selbsthilfeangebote im ländlichen Raum rar, oder es müssen weite Wege dafür zurückgelegt werden.
Anonymität und Datenschutz: Online-Plattformen oder digitale Anwendungen bieten oft anonyme Nutzungsmöglichkeiten, was bei sensiblen Gesundheitsthemen wichtig ist.
Kostenersparnis: Online-Angebote können Anfahrtswege und organisatorischen Aufwand reduzieren, da sie häufig ortsunabhängig genutzt werden können.
Ob vor Ort oder digital und online: Selbsthilfe kann Betroffenen oder Angehörigen einer erkrankten Person beim Umgang mit der Erkrankung und bei der Therapie helfen. Durch die Bereitstellung von digitalen Werkzeugen für die Gesundheitsbildung, das Selbstmanagement und zur therapeutischen Unterstützung ermöglicht Online-Selbsthilfe im Vergleich zu Vor-Ort-Angeboten eine ebenso personalisierte Gesundheitsversorgung. Sie kann grundsätzlich zeit- und ortsunabhängig genutzt werden, sofern die technischen und persönlichen Voraussetzungen gegeben sind. Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Regionen, die Schwierigkeiten haben, Termine vor Ort wahrzunehmen oder zu finden, bietet Online-Selbsthilfe entscheidende Vorteile. Für manche Menschen kann der mitunter fehlende direkte Austausch mit einer Fachperson aber auch nachteilig sein. Fachleute empfehlen daher, vor der Nutzung einer Online-Selbsthilfe ärztlichen Rat einzuholen und zu klären, ob diese Form der Therapie geeignet ist. Bei akuten Beschwerden oder psychischen Krisen sollte umgehend professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei unmittelbarer Gefahr ist der Notruf 112 zu wählen.
Veröffentlicht am: 24.07.2026
[1] Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Definition und Qualitätsmerkmale für digitale Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/details/definition-und-qualitaetsmerkmale-fuer-digitale-selbsthilfegruppen-im-gesundheitsbereich
[2] Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Selbsthilfe – Erfahrungen austauschen, Gemeinschaft erleben, sich helfen. (Stand: April 2023) https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Patienten/Patienteninformationen/selbsthilfe-kip.pdf
[3] Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS). Digitale Selbsthilfe. https://digitale-selbsthilfe.de/
[4] Blaues Kreuz. Selbsthilfe online. https://www.blaues-kreuz.de/de/angebote-und-hilfe/selbsthilfe/selbsthilfe-online/
[5] Malteser. Gemeinsam stark in der Selbsthilfegruppe. https://www.malteser.de/aware/hilfreich/selbsthilfegruppe-gesundes-ich-durch-ein-starkes-wir.html
[6] AOK. Selbsthilfe per Internet: Online Unterstützung finden. (Stand: 20.01.2023) https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/online-selbsthilfe-welche-moeglichkeiten-gibt-es/
[7] Der Paritätische Gesamtverband. Digitale Selbsthilfe. https://www.der-paritaetische.de/themen/gesundheit-teilhabe-und-pflege/selbsthilfe/digitale-selbsthilfe/
[8] Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Online-Foren Depression. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/online-foren
[9] Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Digitale Angebote und Selbstmanagement. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/selbstmanagement