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Rosazea - Ursachen, Symptome und Behandlung

Rosazea: Ursachen, Symptome und Behandlung

Zusammenfassung

Rosazea ist eine häufige chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die in Schüben auftritt und überwiegend das Gesicht betrifft. Meist leiden erwachsene Frauen und Männer ab dem 30. Lebensjahr unter geröteter Gesichtshaut und den erweiterten feinen Gefäßen rund um Stirn, Nase, Wangen und Kinn. In Deutschland sind etwa fünf bis sieben Prozent aller Erwachsen betroffen. Bei Kindern hingegen kommt die Erkrankung nur selten vor. Je nach Schwere der Entzündung lässt sich die Rosazea in vier Typen unterteilen. Verschiedene Lebensstil-Faktoren können die Rosazea negativ beeinflussen und damit das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Rosazea ist nicht heilbar, die Symptome lassen sich aber lindern.

Was ist Rosazea?

Rosazea (auch Rosacea) ist eine nicht ansteckende, chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie ist nicht heilbar und zeichnet sich durch rote Flecken, erweiterte Äderchen, Papeln (Hautknötchen) und Pusteln aus, die in erster Linie im Gesicht auftreten. Sie tritt in Schüben auf und wird je nach ihrer Ausprägung in vier Schweregrade eingeteilt. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Rosazea der Akne sehr ähneln. Allerdings fehlen dann die häufig von der Akne begleiteten Komedonen („Mitesser“). Da die Rosazea, auch Couperose oder Gesichtsrose genannt, meistens erst ab einem Alter von 30 Jahren auftritt, wird sie auch als „Erwachsenenakne“ bezeichnet. Um die entzündete Haut zu beruhigen und Schüben vorzubeugen, stehen den Betroffenen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Was sind die Symptome von Rosazea?

Die Symptome der Rosazea sind durch dauerhaft geweitete Blutgefäße sowie eine Entzündung der Haut bedingt. Sie tritt in erster Linie im Gesicht im Bereich von Nase, Wangen, Stirn und Kinn auf. Ebenfalls können die Rötungen, geweiteten Äderchen, Papeln und Pusteln auch auf dem Rücken, der Brust und Kopfhaut in Erscheinung treten. Je nach Schwergrad kann die Haut an den betroffenen Stellen sehr trocken werden, anschwellen, sich abschälen, brennen oder auch jucken. In schweren Fällen treten Wucherungen, sogenannte Phymen, auf.

Die verschiedenen Stadien der Rosazea:

  • Vorstadium (Rosacea-Diathese): In diesem Stadium der Rosazea treten anfallsartig flüchtige Hautrötungen, sogenannte Flushs, auf. Diese können durch verschiedene Arten von Reizen ausgelöst werden, wie verschiedene Kosmetika, Temperatur oder Speisen. In späteren Stadien bleiben die Hautrötungen meist erhalten. Viele Betroffene leiden bereits in diesem frühen Stadium der Rosazea unter der geröteten Haut.
  • Schweregrad I (Rosacea erythematosa teleangiectatica): In diesem Stadium der Rosazea ist die Haut konstant gerötet. Zusätzlich bilden sich mehr oder weniger stark geweitete Äderchen. Oft klagen die Betroffenen auch über ein Brennen, Stechen, Jucken oder Trockenheit und Schuppung der betroffenen Haut.
  • Schweregrad II (Rosacea papulopustulosa): Hier treten neben einer dauerhaften Rötung der Gesichtsmitte auch entzündlich gerötete Papeln und Pusteln auf, die über Wochen bestehen können. Im weiteren Verlauf der Rosazea kann das gesamte Gesicht betroffen sein. Manchmal weiten sich die Symptome auf Brust, Hals, Dekolleté und Kopfhaut aus. Dieser Schweregrad ähnelt sehr von Akne betroffener Haut – jedoch ohne die „Mitesser“. Treten sie dennoch nebenbei auf, so handelt es sich um eine Mischform. Manchmal kann es im Gesicht zu Flüssigkeitsansammlungen kommen, sogenannten Lymphödemen.
  • Schweregrad III (Glandulär-hyperplastische Rosacea): Dies ist die schwerste Form der Rosazea. Hier treten gutartige Wucherungen (Phyme) des Bindegewebes und der Talgdrüsen auf. Von den knollenartigen Wucherungen sind in erster Linie Männer betroffen. Diese Knollen stellen eine besondere psychische Belastung dar, da sie an prominenten Stellen wie Stirn, Nase („Knollen- oder Kartoffelnase“), Kinn, Ohr oder am Augenlid vorkommen können.

Eine Sonderform stellt die Rosazea der Augen (Ophthalmo-Rosacea) dar. Sie tritt bei etwa 30 bis 50 Prozent aller Fälle auf. Die häufigsten Symptome sind entzündete Augenlider, die zu einem trockenen, brennenden oder tränenden Auge mit Fremdkörpergefühl und einem geröteten Lidrand führen können. Durch die trockenen Augen kommt es außerdem zu Sehstörungen, wie verschwommenem Sehen und einer erhöhten Lichtempfindlichkeit.

Was sind die Ursachen von Rosazea?

Bislang sind die Ursachen von Rosazea weitgehend unbekannt. Jedoch werden verschiedene Faktoren vermutet, darunter eine erbliche (genetische) Veranlagung. Man weiß, dass in manchen Familien vermehrt Mitglieder an Rosazea erkranken, außerdem hellhäutige Menschen aus West- und Nordeuropa.
Auch eine Störung im angeborenen Immunsystem scheint bei der Ursache der Rosazea eine Rolle zu spielen. Vermutet wird, dass eine vermehrte Bildung von veränderten antimikrobiellen Eiweißstoffen, die Cathelicidin genannt werden, zur Entzündung beitragen.
Als weitere Ursache der Rosazea wird diskutiert, dass die Haut auf Haarbalg-Milben (Demodex), die natürlicherweise auf der Haut vorkommen, übermäßig reagiert. Diese Annahme wird dadurch bekräftigt, dass bei Rosazea-Patienten die Haut dichter mit Haarbalg-Milben besiedelt ist als bei Menschen mit gesunder Haut.
Verstärkt werden die Symptome der Rosazea durch bestimmte Auslöser wie Sonneneinstrahlung (UV-Licht), scharf gewürzte Speisen, Alkohol, heiße Getränke und Stress.

Wie stellt der Arzt die Rosazea fest?

Häufig erkennt der Hautarzt die Rosazea bereits an den charakteristisch geweiteten Äderchen und der geröteten Haut. Um im Zweifel eine andere Erkrankung auszuschließen, zum Beispiel eine Akne oder die Periorale Dermatitis, auch „Stewardessen-Krankheit“ oder „Kosmetik-Akne“ genannt, entnimmt der Arzt eine Hautprobe (Biopsie). Unter dem Mikroskop lassen sich dann die Art der Erkrankung und der Schweregrad der Rosazea feststellen.

Wie wird Rosazea behandelt?

Wird die Rosazea nicht behandelt, verschlimmert sie sich meist schubweise. Die Symptome lassen sich mit verschiedenen Medikamenten, kombiniert mit speziellen Pflegeprodukten, gut lindern. Daneben kommen nicht-medikamentöse Behandlungen in Frage.

Bei der medikamentösen Behandlung der Rosazea unterscheidet man zwischen der lokalen und der systemischen Therapie. Manchmal werden beide Behandlungsformen kombiniert.

In den Stadien I und II der Rosazea ist eine lokale, das heißt äußerliche Behandlung in der Regel ausreichend. Sie wird meist über einen langen Zeitraum durchgeführt, um die Hautverbesserung möglichst lange aufrechtzuerhalten. Die Wirkstoffe werden als Creme, Gel oder Lotion auf die betreffenden Hautstellen aufgetragen.

Zu den Wirkstoffen, die bei der lokalen Behandlung der Rosazea verwendet werden, zählt Metronidazol, ein Antibiotikum. Es wirkt entzündungshemmend und wird sehr häufig bei Rosazea eingesetzt. Es wird als Gel, Creme oder Lotion direkt auf die betroffene Haut aufgetragen. Während der gesamten Anwendungsdauer sollten Sonnenbäder oder Besuche im Solarium gemieden werden. Ein weiterer Wirkstoff zur Rosazea-Behandlung ist Azelainsäure. Sie wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Das Medikament wird als Gel aufgetragen und sorgt dafür, dass die Talgdrüsen nicht verhornen.

Bei Azelainsäure wie auch Metronidazol wird zudem vermutet, dass sie bremsend auf das bei Rosazea meist überreagierende Immunsystem einwirken. Beide Wirkstoffe lindern vor allem die Knötchen und Bläschen. Gegen die typische Gesichtsrötung bei Rosazea jedoch helfen sie nicht. Dagegen wurde der Wirkstoff Brimonidin entwickelt. Als Gel im Gesicht angewendet bewirkt er, dass sich die kleinen Blutgefäße wieder zusammenziehen und die Rötungen so verblassen. Brimonidin wirkt in erster Linie bei Rosazea des ersten Schweregrades.

Bei milderen Formen der Rosazea reicht es oft aus, das Medikament auf die betroffenen Stellen aufzutragen. In schweren Fällen ist allerdings eine zusätzliche systemische Rosazea-Behandlung, zum Beispiel in Form von Tabletten, nötig. Über die Blutbahn erreicht der Wirkstoff den ganzen Körper und wirkt so stärker als die lokale Therapie. Hier kommen Antibiotika zum Einsatz. Meistens wird das Antibiotikum Doxycyclin eingesetzt, weil es für Magen und Darm besser verträglich ist als andere Antibiotika. Bei der Rosazea-Behandlung macht man sich hier eine besondere Eigenschaft zunutze: In gering dosierter Form wirkt Doxycyclin nicht gegen Bakterien, sondern vorwiegend entzündungshemmend und bremsend auf das überreagierende Immunsystem. Der Nachteil hierbei ist, dass es so häufiger zu stärkeren Nebenwirkungen kommt, zum Beispiel zu Durchfall, Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit. Wenn Doxycyclin nicht vertragen wird, werden andere Antibiotika eingesetzt.

Nicht-medikamentöse Behandlung von Rosazea

Neben der medikamentösen Therapie kommt bei Rosazea auch eine nicht-medikamentöse Behandlung in Frage.

Bei der Lasertherapie werden die kleinen Äderchen durch Hitze verödet. Dazu werden die gebündelten, energiereichen Lichtstrahlen auf die betroffenen Hautstellen gerichtet. Dabei sind oberflächliche Verbrennungen der Haut, die an Bläschen erkennbar sind, Krusten und Schwellungen mögliche Nebenwirkungen. Mit einer Lasertherapie ist es auch möglich, Phymen abzutragen.

Bei der Photodynamischen Therapie (PDT) wird die von Rosazea betroffene Haut zunächst mit einem Photosensibilisator, einer Substanz, welche die Haut lichtempfindlicher macht, behandelt. Anschließend werden diese Hautstellen mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Dadurch verändert sich die Struktur des Photosensibilisators, welcher so wiederum die defekten Hautstrukturen zerstört.

Was können Sie selbst bei Rosazea tun?

Auch wenn die Rosazea medizinisch gut behandelbar ist, können Betroffene selbst einiges tun, um die Symptome und damit den Leidensdruck zu mindern. Denn die Rötungen werden häufig durch verschiedene Reize ausgelöst. Man unterscheidet äußere und innere Reize:

Zu den äußeren Reizen bei der Rosazea zählen:

  • Kosmetika wie Seife, Nassrasur bei Männern
  • Temperaturreize (Hitze, Kälte, plötzlicher Temperaturwechsel)
  • Sonneneinstrahlung (UV-Licht)

Innere Reize bei der Rosazea sind:

  • scharfe Speisen
  • Alkohol
  • heiße Getränke
  • Stress

Oft ist es nicht leicht, den „einen“ Auslöser für den Rosazea-Schub herauszufinden und jeder Mensch reagiert anders. Daher ist es hilfreich, für ein paar Wochen oder Monate ein Tagebuch zu führen. So lässt sich im Nachhinein leichter nachvollziehen, welche Speisen, Getränke, Aktivitäten oder Kosmetika ihn begünstigt haben könnten.

Bei der Hautpflege sind Reinigungsmilch oder hautschonende – das heißt seifenfreie, pH-neutrale – Waschlotionen hilfreich, die mit lauwarmen Wasser abgewaschen werden. Generell ist es bei von Rosazea betroffener Haut ratsam, keine Kosmetika zu benutzen, die durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe wie Menthol oder Kampfer beinhalten, oder Produkte, die zur Verwendung bei Akne gedacht sind. Die Tenside oder Fruchtsäuren und sogenannte Akne-Abrasiva, wie sie in machen Peeling-Produkten enthalten sind, sind für die empfindliche Rosazea-Haut zu aggressiv. Auch Alkohol und Parfum sollten als Inhaltsstoffe vermieden werden, da sie die Haut nur unnötig reizen.

Menschen mit Rosazea müssen aber nicht generell auf Kosmetika verzichten. Wichtig ist auch hier, auf die Inhaltsstoffe bei Camouflage- oder Flüssig-Make-up zu achten und zu fetthaltige oder parfümierte Produkte zu meiden. Häufig bieten Kosmetikstudios nützliche Pflege- und Schminktipps an.

Immer ratsam ist es bei der Rosazea, die Haut vor starker UV-Strahlung und vor Sonnenbrand zu schützen.

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ICD Code

ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.

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Expertenrat: Theresa Holler

Expertenrat Theresa Holler

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