Vogelgrippe - Symptome, Ursachen und Behandlung

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Die Vogelgrippe ist eine durch Influenza-A-Viren verursachte Erkrankung bei Vögeln, die in wenigen Fällen auf den Menschen übergeht. Die Beschwerden beim Menschen ähneln denen einer saisonalen Grippe, es kommt zum Beispiel zu Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen. Die Übertragung der Viren erfolgt durch das Einatmen von virusbelasteten Teilchen oder Schmierinfektionen. Bei einer Infektion mit der Vogelgrippe ist ein früher Start der Therapie wichtig, um die Viren sofort zu bekämpfen. Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählt, das Anfassen von kranken oder toten Vögeln und Wildtieren zu vermeiden.
Was ist Vogelgrippe?
Eine Vogelgrippe beschreibt vorrangig eine Erkrankung durch Influenza-A-Viren bei Vögeln. Unter bestimmten Umständen gehen die Viren auf den Menschen über – diese Erkrankung bezeichnen Fachleute ebenfalls als Vogelgrippe. Alternativ kommt der Begriff aviäre Influenza vor, abgeleitet von dem lateinischen Wort Avis für Vogel. In der Natur sind vor allem wildlebende Wasservögel Überträger von Influenza-A-Viren.
Die Viren unterscheiden sich in ihrem Potenzial, Erkrankungen bei Vögeln auszulösen. Die sehr stark krankmachenden (hochpathogenen) Influenzaviren können bei Nutzgeflügel wie bei Hühnern und Puten große Schäden in den Beständen auslösen, da der überwiegende Teil der angesteckten Vögel stirbt. Die besonders schwere Form der Vogelgrippe wird manchmal auch als Geflügelpest bezeichnet.
Die Vogelgrippe beim Menschen ist meldepflichtig und beim zuständigen Gesundheitsamt anzugeben. Das betrifft sowohl den Verdacht auf eine Erkrankung als auch eine nachgewiesene Ansteckung und dadurch verursachte Todesfälle.
Wie äußert sich eine Vogelgrippe?

Die Beschwerden bei einer Vogelgrippe ähneln denen einer saisonalen Grippe (Influenza). Folgende Symptome sind möglich:
- Fieber, Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Halsschmerzen
- Atemwegsprobleme wie Husten und Atemnot
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
Der Verlauf der Erkrankung ist recht unterschiedlich. Es gibt Formen ohne Symptome sowie schwere Verläufe, die tödlich enden können. Die ersten Symptome zeigen sich meist ein bis fünf Tage nach der Ansteckung, manchmal aber auch erst nach 14 Tagen.
Typischerweise tritt zunächst Fieber auf, gefolgt von Magen-Darm-Problemen und Atemwegsbeschwerden. Die wenigen Fälle von weltweit erkrankten Menschen weisen darauf hin, dass eine Vogelgrippe im Gegensatz zur saisonalen Grippe häufiger zu schweren Lungeninfektionen führt. Sind die erkrankten Personen geschwächt, können Bakterien zusätzliche Infektionen auslösen und den Körper weiter belasten.
Was verursacht eine Vogelgrippe?
Der Großteil der an Vogelgrippe erkrankten Menschen hatte im Zeitraum davor engen Kontakt zu erkranktem oder daran verstorbenem Geflügel oder zu deren Ausscheidungen. Als Übertragungsweg von Tieren zu Menschen gilt das Einatmen von virusbelasteten Staubteilchen oder eine Schmierinfektion über die Hände. Die Vogelgrippe auslösenden Viren können als gering krankmachende Form vorliegen, spontan aber zu einer anderen Form mutieren und sind dann hochansteckend für Geflügel.
Mitunter infizieren sich Säugetiere mit Vogelgrippeviren, vermutlich ebenfalls nach Kontakt mit erkrankten Vögeln, Geflügel oder deren Ausscheidungen. Bislang sind meist fleischfressende Wildtiere betroffen. Auch Kühe können an Vogelgrippe erkranken. In den USA sind seit 2024 Infektionen beim Menschen durch erkrankte Milchkühe nachgewiesen.
Aufgrund des engen Kontakts zu Nutzgeflügel liegt das Risiko einer Vogelgrippeinfektion bei Beschäftigten in der Geflügelindustrie, tiermedizinischem Personal und Angestellten in Schlachthöfen höher als bei der Gesamtbevölkerung. Das Erkrankungsrisiko der breiten Bevölkerung kann als gering eingestuft werden.
Forschende vermuten, dass die Vogelgrippe beim Menschen nur nach einer Aufnahme von großen Virusmengen vorkommt. Eine Weiterübertragung des Virus auf einen einzelnen anderen Menschen ist bisher nur in ganz seltenen Fällen bekannt – und auch nur bei den Influenza-Viren des Subtyps H7. Somit ist bisher noch keine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung aufgetreten.
Wie wird die Diagnose Vogelgrippe gestellt?
Generell unterscheidet sich die Diagnosestellung einer Vogelgrippe von der bei einer saisonalen Grippe nicht wesentlich. In einem Gespräch über die Krankengeschichte (Anamnese) erfragt die ärztliche Fachperson die vorliegenden Symptome und informiert sich über möglichen Kontakt zu erkrankten Vögeln sowie kürzlich stattgefundene Reisen in Risikogebiete.
Besteht der Verdacht auf eine Vogelgrippe, entnimmt die medizinische Fachkraft einen Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum. Diese Probe lässt sich vor Ort in der ärztlichen Praxis durch einen Schnelltest untersuchen, dieser gibt allerdings nur einen Nachweis auf Influenzaviren und keine Auskunft über die Herkunft. Um die Diagnose Vogelgrippe sicher zu stellen, schließt sich an einen positiven Schnelltest ein PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) im Labor an. Bei diesem Test untersuchen die Laborfachkräfte das Erbgut der Viren, um die genaue Art festzustellen.
Wie sieht die Behandlung einer Vogelgrippe aus?
Um Komplikationen und einen schweren Verlauf der Vogelgrippe zu vermeiden, ist eine frühestmögliche Behandlung der Erkrankten wichtig. Das bedeutet, dass innerhalb von zwei Tagen nach einem vermuteten Erregerkontakt Medikamente gegen die Viren einzunehmen sind. Dabei kommen Neuraminidase-Hemmer zum Einsatz, die zum Beispiel die Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamivir enthalten und hemmend auf die Ausbreitung der Viren wirken.
Die zusätzliche Behandlung richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Fiebersenkende Schmerzmittel und das Trinken von viel Flüssigkeit sind unterstützende Maßnahmen. Um zusätzliche bakterielle Infektionen zu vermeiden, kann das zuständige Fachpersonal vorbeugend die Einnahme von Medikamenten gegen Bakterien (Antibiotika) verordnen. Liegen Atembeschwerden vor, kommen unterstützend Arzneimittel zum Einsatz, welche die Bronchien erweitern. Diese Arzneimittel sind als Bronchodilatatoren bekannt.
Bei schweren Verläufen und der Gefahr einer Lungenentzündung erhält die erkrankte Person zusätzlichen Sauerstoff. Unter Umständen sind eine maschinelle Beatmung und intensivmedizinische Überwachung erforderlich.
Was können Sie selbst bei einer Vogelgrippe tun?
Bei Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus ist es wichtig, sich schnell in ärztliche Behandlung zu begeben. Je früher Betroffene nach dem Kontakt mit dem Erreger antivirale Medikamente einnehmen, umso niedriger ist das Risiko für Komplikationen.
Um der Ansteckung mit Viren der Vogelgrippe vorzubeugen, sollten Sie keine kranken oder toten Vögel und Wildtiere anfassen. Bei einem entsprechenden Fund empfiehlt es sich, die Veterinärbehörde zu informieren. Wenn Sie aus beruflichen Gründen regelmäßig Kontakt zu Geflügel haben, ist das Einhalten der geltenden Arbeitsschutzmaßnahmen und Hygieneregeln wichtig. Besteht der konkrete Verdacht auf eine Vogelgrippeinfektion bei den zu betreuenden Tieren, sollten Sie das zuständige Veterinäramt sofort informieren.
Es gibt Impfstoffe gegen die Vogelgrippe. Der Einsatz erfolgt in Gebieten, in denen die Vogelgrippe über das ganze Jahr öfter vorkommt. Da dies in Europa und somit auch in Deutschland bisher nicht der Fall ist, gibt es hierzulande noch keine vorbeugenden Impfungen gegen die Vogelgrippe.
Wenn Sie eine Fernreise planen, empfiehlt sich die Auskunft des Auswärtigen Amts. Dort liegen die aktuellen Daten darüber vor, in welchen Gebieten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Vogelgrippe besteht. Dies ist insbesondere bei Zielen in Südostasien, dem Mittleren Osten oder Nordafrika ratsam.
Folgende Maßnahme können helfen, das Risiko einer Ansteckung mit Vogelgrippe zu verringern< – nicht nur in Risikogebieten:
- Verzehren Sie nur gut durchgegartes Geflügelfleisch und durchgekochte Eier
- Waschen Sie Ihre Hände nach dem Zubereiten von Geflügelfleisch sorgfältig mit warmem Wasser und Seife
- Vermeiden Sie Besuche von Tier- und Geflügelmärkten
Veröffentlicht am: 13.07.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen.
- J09
- Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2025/index.htm
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Quellen
[1] Deximed Hausarztwissen online. Vogelgrippe. https://deximed.de/home/klinische-themen/infektionen/krankheiten/virusinfektionen/vogelgrippe
[2] Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Aviäre Influenza (AI) / Geflügelpest. https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/
[3] Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Vogelgrippe. https://gesund.bund.de/vogelgrippe
[4] Pschyrembel. Online. Aviäre Influenza. https://www.pschyrembel.de/Vogelgrippe/
[5] Robert-Koch-Institut. Antworten auf häufig gestellte Fragen zur zoonotischen Influenza bei Menschen. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Gefluegelpest/Gefluegelpest.html?nn=2382078
[6] Robert-Koch-Institut. RKI zu humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza (Vogelgrippe). https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/ZoonotischeInfluenza/Vogelgrippe.html
[7] Deutsches Ärzteblatt WHO schlägt wegen Ausbreitung von Vogelgrippe Alarm https://www.aerzteblatt.de/news/who-schlaegt-wegen-ausbreitung-von-vogelgrippe-alarm-16c1253c-eb8e-4c8e-8a51-6c7583eca64e
[8] CDC Avian Influenza (Bird Flu) Global Summary of Recent Human Cases of H5N1 Bird Flu https://www.cdc.gov/bird-flu/spotlights/h5n1-summary-08042025.html
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